|13. Juli 2013 08:00

Wie man Schmerz und Leid auflösen kann – Eine einfache Übung

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Es folgt ein Gastbeitrag von Thomas Pfitzer

Benennen Sie Ihr Leid. Ist es Liebeskummer, Heimweh, Unbeherrschtheit, Zorn, Eifersucht oder Neid? Egal was es ist, genauer betrachtet sind es immer Emotionen, die uns Kummer machen. Besonders die Emotionen, die sich heimlich an unserem Wachbewusstsein vorbei schleichen und getriggert durch einen Auslöser von Außen, aus dem Unterbewusstsein ausbrechen und uns komplett überrollen. Am Schluss stehen wir da, haben uns schlimmstenfalls noch unendlich blamiert und ärgern uns darüber, dass wir uns haben ärgern lassen.

Auflösen statt verdrängen

Verdrängen, leugnen und Sätze sagen wie: „Kann man nix machen, ich bin halt so“, sind äußerst kontraproduktiv. Seien Sie sich sich, dass der nächste Trigger (Auslöser) kommt, wie das Amen in der Kirche. Sie können sich gerne 10mal sagen, dass Ihnen das beim nächsten Mal nicht mehr passiert, aber es wird nicht funktionieren. Die Gehirnforschung fand heraus, dass es ca. 0,3 Sekunden dauert, bis dem Auslöser eine Handlung Ihrerseits folgt. Gesteuert wird das durch den Ausstoß von Neurotransmittern im Gehirn. Diese Botenstoffe stimulieren Ihr Stammhirn, das sofort eine körperliche Reaktion hervorruft. Das alles läuft unbewusst ab, denn es sind Automatismen, die sich im Laufe der Kindheit gebildet haben und durch Wiederholung verstärkt wurden. Eine Reaktionszeit von 0,3 Sekunden genügt unserem Wachbewusstsein nicht, entsprechende Gegenmaßnahmen zu kreieren. Sie reagieren einfach – panisch, zornig, ängstlich, traurig – wie auch immer.

Wir müssen nun unser Unterbewusstsein dazu bekommen, diesen Automatismus zu  löschen, genauer gesagt, den Ausstoß an Neurotransmittern zu verhindern. Das tut man dadurch, dass man seine Reaktionen (Emotionen) anerkennt, liebt, sich selbst trotz dieser Wesensart respektiert und dankbar annimmt und letztendlich durch die Annahme auflöst. Wir bringen unsere Wesensart vom Schatten ins Licht – vom Unterbewusstsein ins Wachbewusstsein – und machen sie uns so BEWUSST. Wir leugnen nicht mehr und bekämpfen auch nichts. Wir akzeptieren und respektieren. Wir nehmen es als Teil unseres Wesens und unseres Lebens hin.

Eine Übung aus dem alten China

Die Klopfpunkte stammen aus der chinesischen Akupunktur und sollen die  Blockaden lösen. Ob in Wahrheit nur die laut gesprochenen Affirmationen die Wirkung hervorbringen, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es ist ein Ritual, bei dem man sich mit seinem Unterbewusstsein und besonders mit den unliebsamen Teilen desselben befasst. Darum geht es – nicht mehr und nicht weniger.

Still sitzen, nachdenken, fühlen und seine innersten Emotionen ergründen. Das mag unangenehm werden, aber der Erfolg heiligt die Mittel.

Die Übung muss für jede Emotion 21 mal, sprich 21 Tage in Folge, gemacht werden. Da die Technik nur wenige Minuten an Zeit benötigt, ist der Aufwand gering im Vergleich zum Nutzen.

Ich möchte eines betonen:

Über etwas lesen und darüber reden, bringt keinen Nutzen. Nur das kontinuierliche Arbeiten, das Lernen durch Wiederholung bringt Erfolg. Das behaupte nicht nur ich, sondern auch seine Heiligkeit der Dalai Lama. Vielleicht glauben Sie ja ihm. Falls Sie seiner Heiligkeit auch nicht glauben, dann ja vielleicht der Firma NIKE, die da sagen: „Just do it“, was soviel heißt wie „Quatsch nicht blöd rum – mach!“ ;-)

Geklopft wird mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger, etwa 3 Mal pro Sekunde. Die Thymusdrüse wird mit der leicht geschlossenen Hand geklopft.

Wir nehmen als Beispiel einfach mal an, dass wir mit unseren „emotionalen Ausbrüchen“ unzufrieden sind. Wenn Sie diese Übungen machen, denken Sie bitte auch noch an eine aktuelle Situation, die zu Ihrer speziellen Emotion passt.

Klopfpunkt Handkante (HK):

„Ich gebe zu, dass ich zu emotional bin.“
„Ich ändere es jetzt.“
„Ich befreie mich von meinen unbeherrschten Emotionen.“

[Diese Übung funktioniert nicht nur bei unliebsamen Emotionen, sondern auch bei Handlungen. Beispiel – angenommen Sie lügen:
„Ich gebe zu, dass ich manchmal meinen Chef anlüge.“
„Ich ändere es jetzt.“
„Ich befreie mich davon meinen Chef anzulügen.“ usw.

Klopfpunkt Daumennagel (1):
„Ich vergebe mir, dass ich so unbeherrscht emotional bin.“

Klopfpunkt Zeigefingernagel (2):

„Ich vergebe es den anderen, dass sie so unbeherrscht emotional sind.“

Klopfpunkt Mittelfingernagel (3):
„Ich vergebe mir, dass ich so unbeherrscht emotional bin.“

Klopfpunkt Nagel des kleinen Fingers (4):
„Ich vergebe es den anderen, dass sie so unbeherrscht emotional sind.“

Wenn wir uns unbeherrschte Emotionen verzeihen, müssen wir es natürlich den anderen auch verzeihen. Dann ärgern wir uns auch nicht mehr, wenn man uns auf die Palme bringt mit Gefühlsausbrüchen, denn wir wissen ja nun, wie leicht es ist, solche Dinge zu tun.

Klopfpunkt Thymusdrüse (5) Handbreit unter dem Kehlkopf:
„Ich bin froh, dass ich es erkannt habe.“

Klopfpunkt Scheitelpunkt (6) höchster Punkt am Kopf:
„Ich bin glücklich, dass es sich jetzt auflöst.“

Hier die Klopfpunkte in der grafischen Darstellung:

Sie dürfen diese Übung gerne auf facebook teilen, aber die Veröffentlichung auf anderen Webseiten und in gedruckter Form ist nicht gestattet.

Eine ähnliche Übung, mit anderen Klopfpunkten und Affirmationen, finden Sie in meinem Buch „Gapra-Meditation – Wege zur inneren Freiheit“.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Thomas Pfitzer

 

P.S.: Kennst Du schon die 4 Gründe, warum Du nicht LOSLASSEN kannst?

Text von und herzlichen Dank an:Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
Tel.: 0176 96 255 796 oder 0621 592 48 92
coach@wingwave-rhein-neckar.de
http://wingwave-rhein-neckar.de
http://wingwaver.blogspot.de

 


Photo (oben): Rache P.

10 Kommentare

  • wirklich sehr interessant, aber übergeht man auf diese weise nicht die botschaft, die hinter solchen verhaltensmustern steht?
    wenn ich in bestimmten situationen bestimmte verhaltensweisen an den tag lege, so resultieren diese (erlernten) verhaltensweisen ja aus bestimmten erfahrungen…und sollte ich nicht zur vollständigen heilung erkennen, warum ich dieses oder jenes verhalten anwende bzw wie es dazu gekommen ist?

    liebe (nachdenkliche) grüße :)

    • Liebe Kathrin,
      das ist richtig was du sagst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Erkenntnis der Ursache während der Übung irgendwann einmal kommt. Die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein sorgt dafür, dass uns genau diese Bilder plötzlich erscheinen. ZB: ein typisches Verhalten der Eltern, das wir übernommen haben und das uns nun nicht mehr gefällt, oder eine alte Beziehung kommt uns in den Sinn, in deren Folge wir uns ein Schutzverhalten angewöhnt haben, das uns nun im Wege steht. Es dauert oft etwas länger, bis diese Ursachen erkannt werden, als das geschieht, wenn man die Hilfe eines Coaches nutzt, weil der natürlich die richtigen Fragen stellt, die eine Erkenntnis beschleunigen, aber das ist ja auch eine Frage des Geldes. Beim Selbstcoaching dauert es länger, aber es kostet nix ;-)

  • Danke für deine Antwort Thomas! Jetzt klingts noch interessanter :D bin schon seit einiger zeit “volle kanne” beim alte muster auflösen und alte konflikte aufarbeiten, da kommt mir diese methode sehr gelegen :) ich werds auf jeden fall mal versuchen und bin schon gespannt was kommt! Danke für deine wertvollen Tips!

  • Interessanter Artikel über die “Klopfpunkte”. Vielen Dank dafür.

  • Danke für diesen Artikel. Er kann eine super Anregung sein, EFT zu lernen (Emotional Freedom Techniques), auf deutsch Akuklopfpressur. Solche Techniken sind auch im Huna zu finden und EFT gilt bereits weit verbreitet als sehr gute Alternative zu (psycho-) analytischen Methoden. Ich möchte hier noch hinzufügen, dass das Ausschalten der “Psychischen Umkehr” sehr wichtig ist, da diese bei 40% der Fälle wirkt und die Anwendung wirkungslos machen kann. Set-Up Sätze hierzu sind im Internet zum Thema zu finden. Es sollte auch immer sanft vorgegangen werden, immer nur klopfen, was gerade “da” ist an der Oberfläche und diese wahrnehmen, nicht “bohren” oder analysieren. Die Themen erscheinen alleine.

    LG Richard

  • Danke für den Artikel und den über die Schattenseiten, die man nicht verleugnen sollte. Ich war dieser Technik bisher eigentlich ziemlich skeptisch eingestellt, würde es nun aber doch gerne mal ausprobieren.
    Würde mir aber ein kurzes Video über das Tapping wünschen!!! Would be nice…

  • Ich habe ein Büchlein darüber, über die vielen ganzen Klopfpunkte, ich finde das ganze sehr sehr interessant und bestimmt heilen, ABER: ganz ganz ehrlich, es ist dermaßen kompliziert für mich, vorallem die ganzen zig Sätze zu formulieren, damit es richtig ist, und ich selbst weiß auch gar nicht, welche der emotionen und körpergefühle ich klopfen soll, es sind so viele und hängen doch zusammen. Ich bräuchte einen Profi vor ort, alleine krieg ichs nicht hin, leider.

  • Das klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Ho´oponopono, dem hawaianischen Vergebungsritual und der alten Energietechnik Temporal Tapping, nur eben mit anderen Klopfpunkten. Irgendwie hängt doch vieles zusammen. Gut zu wissen.

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