
Wir sind Männer, die Frauen schlagen.
Männer, die Frauen brauchen,
Männer die Frauen küssen, verlassen, lieben und kaufen.- Curse ("Männer")
Dieser Text ist für das männliche Drittel der myMONK-Leser und für die zwei weiblichen Drittel gleichermaßen.
Ich bin nicht der verschollen geglaubte Bruder von Alice Schwarzer, ich bin weder Feminist, noch Anti-Feminist, weder Männer- noch Beziehungscoach, noch Psychotherapeut. Was Du hier lesen wirst, hat keine wissenschaftliche Substanz und keinen Anspruch auf irgendetwas, das Folgende entspring nur dem, was ich selbst erfahre, denke und zu sehen glaube.
Bereit?
Männer fühlen sich abhängig von Frauen, viel stärker als andersherum. Sie fühlen sich äußerst abhängig davon, ob und wie sehr sie von Frauen beachtet werden und wie viel Zuwendung sie von ihnen bekommen, geistig, emotional, körperlich. Das verunsichert Männer, macht ihnen Angst und sie deswegen gleichzeitig wütend. Auf sich selbst und auf die Frauen. Die tanzende Frau im Club oder die versorgende Frau an der Seite hat Macht. Unheimlich viel Macht.
Die drei Wege des (un)männlichen Wahnsinns
Weil es überhaupt nicht in unser männliches Bild von uns selbst passt, wehren wir uns dagegen, die Abhängigkeit zu fühlen und einzusehen. Die Macht der Frau, die Angst vor und die Wut auf Frauen ist uns so unangenehm, dass wir uns nicht damit auseinander-, sondern alles daran setzen, uns trotzdem wie unabhängige Helden zu fühlen, indem wir:
Mischformen möglich.
Auf jedem der drei Wege passiert dasselbe: der Mann macht sein Selbstwertgefühl von der Frau ab, entweder, indem er sich beweisen will, dass er VON IHR unabhängig ist, oder indem er sich IHR GEGENÜBER mächtig fühlt, oder indem er so wird, wie SIE es von ihm verlangt.
Und auf allen drei Wegen kann keine echte Begegnung stattfinden, weder mit sich selbst, noch mit der Frau.
Woher das starke Gefühl der Abhängigkeit kommt, das überlasse ich den Psychologen. Vielleicht liegt es daran, dass wir Männer als Babys und Kinder tatsächlich existenziell abhängig sind von der Mutter und auch später nie genügend lösen und die volle Verantwortung dafür übernehmen, wie es uns geht. Vielleicht daran, dass wir die Mutter zu unserem Gott und alle Frauen zur Mutter gemacht haben, die uns geistig und emotional ernähren. Vielleicht, weil viele Väter zu wenig Gegengewicht sein konnten oder wollten und nicht ausreichend verfügbar oder erreichbar waren, sodass der Junge vom Vater nicht das bekommen hat, was er gebraucht hätte, nicht in die Männlichkeit geführt wird, und daher auf die Mutter / Frau fixiert bleibt. Vielleicht auch alles zusammen.
Auswege aus dem (un)männlichen Wahnsinn
Männer müssen sich selbst besser sehen, finden, fühlen und versorgen können, um echtes Selbstwertgefühl zu gewinnen und dem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Dafür brauchen sie Mut, andere Männer und eine Frau (nicht hundert nacheinander).
Mut – Sich selbst begegnen
Viele Männer wollen nur ihre Männlichkeit empfinden. Sie verdrängen das, was in ihnen weiblich ist, sie fürchten sich davor wie vor einer ansteckenden Krankheit. Solche Männer führen sich ihr Leben lang wie verzogene, arrogante Jungen auf.
- Federica DeCesco
Die Augen öffnen, für das, was man ist und was man braucht.
Lernen, es sich selbst zu geben.
Mein Mittel: Meditation. Gibt aber sich noch viele andere.
Andere Männer – Dem Männlichen begegnen
Etwa einmal wöchentlich solltest Du Dich mit Deinen engsten männlichen Freunden zusammensetzen und darüber sprechen, was in Deinem Leben passiert und wovor Du Angst hast. The Unterhaltung sollte kurz und einfach sein.
- David Deida
Das Männliche erleben.
Das eigene Mannsein spüren, in der Begegnung mit anderen Männern.
Nachholen, was man als Junge vermisst hat.
Eine Frau – Dem Weiblichen begegnen
Ein emanzipierter Mann hat genug Herz und Ideale, um sich eine Gefährtin zu wünschen, mit der er seine Gefühle und Gedanken austauschen und die ihn bereichern kann.
- Jenny D`Hericourt
Auf Augenhöhe treffen, Unterschiede würdigen.
Erkennen, dass man in einer Beziehung immer abhängig und unabhängig zugleich sein wird.
Es zulassen und sich selbst, die Frau und die Beziehung dafür respektieren.
Photo: familymwr
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Sensibles Thema hast Du da angesprochen. Aber gerade deshalb umso besser.
Ich würde noch ergänzend hinzufügen, dass die meisten beschäftigten in Kindergärten/ Kindertagesstätten, Grundschulen ebenso weiblich sind.
Das heißt die frühe männliche Kindheit ist in der Regel von Frauen “dominiert”.
Hi Jan, ein sehr guter Punkt, vor allem das mindestens doppeldeutige Wort “dominiert” passt da hervorragend.
Während immer und immer wieder über die vielen Frauen daheim und im Kindergarten und Schule gelästert wird, übersehen viele, dass die sich immerhin ihnen WIDMEN und nicht davonrennen – weil Kinder “mühsam” sind und gar nicht gut für’s Ego.
Das ist ja nicht deshalb so, weil die Frauen den Männern da keinen Raum lassen – sondern diese “Jobs” werden schlichtweg nicht oder mies bezahlt und gar nicht richtig anerkannt… sonst täten mehr Männer dort arbeiten! Den Frauen ist immer noch Sinn und Soziales wichtiger als Geld – siehe Einkommenspyramide.
Bin neugierig, ob diejenigen, die das ankreiden, auch zunehmend bereiter werden, SELBST als Kindergärtner oder Lehrer zu arbeiten. Endlich TUN tät ich mir wünschen. Anstatt weiterhin die Frauen für alles verantwortlich zu machen – denn 50 % der Weltgestaltung liegt ja (mindestens) sicher bei den Männern, oder?
Hi Sylvia,
nur für den Fall, dass Du es anders verstanden hast:
Ich für meinen Teil glaube nicht, dass Jan über die Kindergärtnerinnen etc. lästert. Und ich selbst tue das auch nicht.
Liebe Grüße
Tim
Mich triggern die Anspielungen auf “dominant” in Deiner Antwort… und der Begriff “Pussies mit Gewaltphantasien” – weil das ja voll auf genau das abzielt, wogegen Du andererseits anzuschreiben versuchst. Stell Dir vor, das stünde: “Wie Frauen aus Angst vor Männern zu Pimmeln mit Gewaltphantasien werden”. Wenn Du Bewußtsein fördern willst, kannst Du nicht gleichzeitig auf den Reptilien-Hirn-Bildern surfen (das Foto und der Titel Deines Posts scheint mir da prototypisch). Auch auf die Gefahr hin, “dominant” oder “schulmeisterInnenhaft” herüber zu kommen
Da geb ich Dir recht, Sylvia. Wie auch der Titel ist meine Reaktion auf “dominant” ein bisschen ungeradlinig, an dieser Stelle nehm’ ich das mal in Kauf, denn politisch Korrektes sowie Eineindeutiges wurde für meinen Geschmack über das Thema schon genügend geschrieben. Was nicht heißt, dass ich nicht hoffe, dass der eine oder andere etwas aus dem Artikel für sich mitnehmen kann. LG Tim
Nur mal so ein kleiner Einschub: Mein Sohn – gerade voll in der Pubertät und mit dem unbedingten Willen, “cool und männlich” zu sein, verwendet den Begriff “Pussy” auch manchmal – wie zur Zeit wohl viele Jungen (aber auch Mädchen). Die verstehen darunter ein “Weichei”, einen Feigling, jemanden, der/die nicht weiß, wer er/sie ist – und sind zwar der Meinung, dass Mädels weich und Jungens stark sind, aber mehr steckt erst einmal nicht dahinter. (ja, auch diese Einstellung ist schon sexistisch, aber wir sind keine Neutren, das wird, auch wenn s schöner wäre, niemals ganz weggewischt werden).
Ich denke schon, dass Tim das Grundproblem gut erkannt hat und es vielen Männern besser gehen würde, wenn sie sich mal mit sich selbst auseinandersetzen würden und sich mehr annehmen würden.
Ich kenne diese Männer mit angeknackstem Selbstwert und Mega-Macho-Verhalten gegenüber Frauen und Buckeln gegenüber Männern aus dem eigenen Familienkreis – echt schade… Keiner derjenigen hätte das eigentlich nötig.
Gleichzeitig wie deinen Beitrag auf FB gefunden:)
http://www.interchangecounseling.com/blog/why-men-are-so-obsessed-with-sex/
Sehr nahrhafter Beitrag, kann den Sichtweisen so zustimmen.
@Sylvia
“denn 50 % der Weltgestaltung liegt ja (mindestens) sicher bei den Männern, oder?”
Sicherlich richtig, es ist nach wie vor eine “Its a Men`s World”
Allerdings geht es in dem Bericht ja eher um die Kindheit, dort werden die Charaktäre geprägt.
Später dann, Männer in entsprechenden Positionen, tuen dann das, was sie in frühster Jugend so gelernt haben.
Keine Entschuldigung, weder Mann noch Frau können nur schwer aus ihrer einmal erlernten Rolle heraus treten.
Was mir geholfen hat, um diese “Beharrlichkeit” zu verstehen, ist, als ich den Kapitalismus mit der Gender-Frage zusammen geschaut habe. Da bin ich drauf gekommen (ich hab eine qualitative Sozialforschungs-Diss über die Rollenbalance von Mutter und Berufstätiger geschrieben), dass die Aufspaltung der Menschen in Beruf – versus Privat, Mann – versus Frau genau dazu dient, dass die Erholung des Arbeitnehmers immer den Frauen zugedacht wird, gratis. Darum – weil Frauen “bereits einen Job haben” (nämlich Haushalt, Kinder, Altenpflege) bekommen sie nach wie vor 30 % weniger Geld. Egal, ob sie tatsächlich Kinder wollen oder haben. Eine Frau in den USA, die einen Job wollte und mit dem “sie bekommen ja vielleicht einmal Kinder”-”Argument” diskriminiert worden ist, hat sich die Gebärmutter entfernen lassen, um das durch-zu-fighten. Es geht den Kapitalisten aber nicht drum, Gerechtigkeit zu ermöglichen – sondern weiterhin den Part, der die Erholung und Wiederherstellung der Arbeitskraft abdeckt, wie ein ehernes Gesetz den Frauen umgehängt zu lassen (unbezahlt).
Sobald es physisch wurscht war, ob eine Arbeit von Frauen oder Männern ausgeführt wird, wurden künstlich Wertungen eingeführt, die aus der männlichen Tätigkeit etwas “technischeres” oder “überwachendes” oder… wertvolleres machten. Augenhöhe ist also derzeit eine persönliche Entwicklungsleistung des/der Einzelnen – TROTZ der total rückwärtsgewandten Medienbilder von “dreckigen bewaffneten Männern” (siehe Plakate dzt. mit Bruce Willis) – und prinzessinnenhaft aufgemascherlten Haremsdamen in zerbrechlich-sich-anbiedernden Posen. Auch die Filmrollen sind detto – die USA versorgen uns da beinahe flächendeckend, besonders in den Vorabendserien (One and a half man z.B.: da leben zwei MÄNNER mit einem Buben – und die Frauen sind entweder die Putzfrau oder wechselnde Betthaserln des extrem Machos). Das war ein langer Post… da ich schon länger um Überblick ringe
Und der extreme Macho ist total abhängig von seinen Frauenliebschaften – ist noch gar nicht aufgefallen, was?
Ich lach mich halb schlapp über diesen totalen Blödsinn – und mein zwar großmäuliger, aber total sozialer Sohn ebenso.
Wer einen intelligenten Kopf hat,wird nimmt diesen Quatsch doch gar nicht ernst.
Im übrigen ist es mit der Gleichberechtigung in Amiland deutlich weiter fortgeschritten als hier.
Ein sehr guter Artikel, der die wesentlichen Ursachen für den alten Konflikt zwischen Frauen und Männern auf den Punkt bringt!
Auch den Titel finde ich absolut passend! Denn wir alle sollten uns einmal vor Augen führen, welch großes Armutszeugnis sich die Fundamentalisten aller Religionen, allen voran die des Islam selbst ausstellen:
Sie verlangen von den Frauen die totale Verhüllung des Körpers nur aus einem einzigen Grund: weil sie selbst ihre Lust beim Anblick einer unverschleierten Frau nicht zügeln können!!! Diese Männer sind sind dermaßen verblendet, dass sie die Dummheit ihrer eigenen Argumentation nicht erkennen.
Sie können ihre Lust nicht zügeln und die Frauen müssen dafür büßen…mit der Burka und mit Beschneidung!
Intelligente emanzipierte Männer haben so etwas nicht nötig. Daher sind es doch wirklich arme “Pussis”, die es leider nicht bei Gewaltphantasien belassen, sondern wie die Medien uns gerade ganz aktuell täglich auf’s neue berichten, diese auch unablässig ausleben. Das Leid, das Frauen täglich weltweit erdulden müssen, gehtl leider auf diesen Minderwertigkeitskomplex der Männer zurück.
Aber die Tatsache, dass unter den Demonstranten in Indien und Afrika auch immer mehr Männer zu finden sind, gibt Anlass zur Hoffnung…