|14. Februar 2013 14:29

Wie Männer aus Angst vor Frauen zu Pussies mit Gewaltphantasien werden

Wir sind Männer, die Frauen schlagen,
Männer, die Frauen brauchen,
Männer die Frauen küssen, verlassen, lieben und kaufen.

- Curse ("Männer")

Dieser Text ist für das männliche Drittel der myMONK-Leser und für die zwei weiblichen Drittel gleichermaßen.

Ich bin nicht der verschollen geglaubte Bruder von Alice Schwarzer, ich bin weder Feminist, noch Anti-Feminist, weder Männer- noch Beziehungscoach, noch Psychotherapeut. Was Du hier lesen wirst, hat keine wissenschaftliche Substanz und keinen Anspruch auf irgendetwas, das Folgende entspring nur dem, was ich selbst erfahre, denke und zu sehen glaube.

Bereit?

Männer fühlen sich abhängig von Frauen, viel stärker als andersherum. Sie fühlen sich äußerst abhängig davon, ob und wie sehr sie von Frauen beachtet werden und wie viel Zuwendung sie von ihnen bekommen, geistig, emotional, körperlich. Das verunsichert Männer, macht ihnen Angst und sie deswegen gleichzeitig wütend. Auf sich selbst und auf die Frauen. Die tanzende Frau im Club oder die versorgende Frau an der Seite hat Macht. Unheimlich viel Macht.

Die drei Wege des (un)männlichen Wahnsinns

Weil es überhaupt nicht in unser männliches Bild von uns selbst passt, wehren wir uns dagegen, die Abhängigkeit zu fühlen und einzusehen. Die Macht der Frau, die Angst vor und die Wut auf Frauen ist uns so unangenehm, dass wir uns nicht damit auseinander-, sondern alles daran setzen, uns trotzdem wie unabhängige Helden zu fühlen, indem wir:

  • lächerlichen Freiheitsdemonstrationen nachgehen aus Abgrenzung und Abschottung, ständig wechselnden Partnerinnen, Untreue, Saufen, Geldeintreiben und Protzen („Von wegen abhängig, ich bin ein harter Kerl, der nichts und niemanden braucht außer Geld und ab und zu ein gutes Bier. Rülps.“)
  • zu Gewaltphantasien neigen, die manche Männer in ihren Köpfen behalten und andere ausleben („Wenn sie mich nicht lieben, sollen sie wenigstens Angst vor mir haben … die werden schon sehen, wer hier die Macht hat.“)
  • uns selbst ent-eiern, um jeden Preis gefallen und geliebt werden wollen und sich dabei selbst zu profillosen Verhaltens-Puddings machen („Ich kann die Frau ja soo gut verstehen, natürlich hat sie recht und natürlich habe ich unrecht, also mache ich gleich, was sie sagt.“)

Mischformen möglich.

Auf jedem der drei Wege passiert dasselbe: der Mann macht sein Selbstwertgefühl von der Frau abhängig, entweder, indem er sich beweisen will, dass er VON IHR unabhängig ist, oder indem er sich IHR GEGENÜBER mächtig fühlt, oder indem er so wird, wie SIE es von ihm verlangt.

Und auf allen drei Wegen kann keine echte Begegnung stattfinden, weder mit sich selbst, noch mit der Frau.

Woher das starke Gefühl der Abhängigkeit kommt, das überlasse ich den Psychologen. Vielleicht liegt es daran, dass wir Männer als Babys und Kinder tatsächlich existenziell abhängig sind von der Mutter und una auch später nie genügend lösen und die volle Verantwortung dafür übernehmen, wie es uns geht. Vielleicht daran, dass wir die Mutter zu unserem Gott und alle Frauen zur Mutter gemacht haben, die uns geistig und emotional ernähren. Vielleicht, weil viele Väter zu wenig Gegengewicht sein konnten oder wollten und nicht ausreichend verfügbar oder erreichbar waren, sodass der Junge vom Vater nicht das bekommen hat, was er gebraucht hätte, nicht in die Männlichkeit geführt wird, und daher auf die Mutter / Frau fixiert bleibt. Vielleicht auch alles zusammen.

Auswege aus dem (un)männlichen Wahnsinn

Männer müssen sich selbst besser sehen, finden, fühlen und versorgen können, um echtes Selbstwertgefühl zu gewinnen und dem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Dafür brauchen sie Mut, andere Männer und eine Frau (nicht hundert nacheinander).

1. Mut – Dem Selbst begegnen

Viele Männer wollen nur ihre Männlichkeit empfinden. Sie verdrängen das, was in ihnen weiblich ist, sie fürchten sich davor wie vor einer ansteckenden Krankheit. Solche Männer führen sich ihr Leben lang wie verzogene, arrogante Jungen auf.
- Federica DeCesco

Die Augen öffnen, für das, was man ist und was man braucht.

Lernen, es sich selbst zu geben.

Mein Mittel: Meditation. Gibt aber sich noch viele andere.

2. Andere Männer – Dem Männlichen begegnen

Etwa einmal wöchentlich solltest Du Dich mit Deinen engsten männlichen Freunden zusammensetzen und darüber sprechen, was in Deinem Leben passiert und wovor Du Angst hast. Die Unterhaltung sollte kurz und einfach sein.
- David Deida

Das Männliche erleben.

Das eigene Mannsein spüren, in der Begegnung mit anderen Männern.

Nachholen, was man als Junge vermisst hat.

3. Eine Frau – Dem Weiblichen begegnen

Ein emanzipierter Mann hat genug Herz und Ideale, um sich eine Gefährtin zu wünschen, mit der er seine Gefühle und Gedanken austauschen und die ihn bereichern kann.
- Jenny D`Hericourt

Auf Augenhöhe treffen, Unterschiede würdigen.

Erkennen, dass man in einer Beziehung immer abhängig und unabhängig zugleich sein wird.

Es zulassen und sich selbst, die Frau und die Beziehung dafür respektieren.
 

 

Photo: familymwr


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32 Kommentare

  • Sensibles Thema hast Du da angesprochen. Aber gerade deshalb umso besser.
    Ich würde noch ergänzend hinzufügen, dass die meisten beschäftigten in Kindergärten/ Kindertagesstätten, Grundschulen ebenso weiblich sind.

    Das heißt die frühe männliche Kindheit ist in der Regel von Frauen “dominiert”.

  • Während immer und immer wieder über die vielen Frauen daheim und im Kindergarten und Schule gelästert wird, übersehen viele, dass die sich immerhin ihnen WIDMEN und nicht davonrennen – weil Kinder “mühsam” sind und gar nicht gut für’s Ego.
    Das ist ja nicht deshalb so, weil die Frauen den Männern da keinen Raum lassen – sondern diese “Jobs” werden schlichtweg nicht oder mies bezahlt und gar nicht richtig anerkannt… sonst täten mehr Männer dort arbeiten! Den Frauen ist immer noch Sinn und Soziales wichtiger als Geld – siehe Einkommenspyramide.

    Bin neugierig, ob diejenigen, die das ankreiden, auch zunehmend bereiter werden, SELBST als Kindergärtner oder Lehrer zu arbeiten. Endlich TUN tät ich mir wünschen. Anstatt weiterhin die Frauen für alles verantwortlich zu machen – denn 50 % der Weltgestaltung liegt ja (mindestens) sicher bei den Männern, oder? ;-)

    • Hi Sylvia,

      nur für den Fall, dass Du es anders verstanden hast:

      Ich für meinen Teil glaube nicht, dass Jan über die Kindergärtnerinnen etc. lästert. Und ich selbst tue das auch nicht.

      Liebe Grüße

      Tim

      • Mich triggern die Anspielungen auf “dominant” in Deiner Antwort… und der Begriff “Pussies mit Gewaltphantasien” – weil das ja voll auf genau das abzielt, wogegen Du andererseits anzuschreiben versuchst. Stell Dir vor, das stünde: “Wie Frauen aus Angst vor Männern zu Pimmeln mit Gewaltphantasien werden”. Wenn Du Bewußtsein fördern willst, kannst Du nicht gleichzeitig auf den Reptilien-Hirn-Bildern surfen (das Foto und der Titel Deines Posts scheint mir da prototypisch). Auch auf die Gefahr hin, “dominant” oder “schulmeisterInnenhaft” herüber zu kommen ;-)

        • Da geb ich Dir recht, Sylvia. Wie auch der Titel ist meine Reaktion auf “dominant” ein bisschen ungeradlinig, an dieser Stelle nehm’ ich das mal in Kauf, denn politisch Korrektes sowie Eineindeutiges wurde für meinen Geschmack über das Thema schon genügend geschrieben. Was nicht heißt, dass ich nicht hoffe, dass der eine oder andere etwas aus dem Artikel für sich mitnehmen kann. LG Tim

        • Nur mal so ein kleiner Einschub: Mein Sohn – gerade voll in der Pubertät und mit dem unbedingten Willen, “cool und männlich” zu sein, verwendet den Begriff “Pussy” auch manchmal – wie zur Zeit wohl viele Jungen (aber auch Mädchen). Die verstehen darunter ein “Weichei”, einen Feigling, jemanden, der/die nicht weiß, wer er/sie ist – und sind zwar der Meinung, dass Mädels weich und Jungens stark sind, aber mehr steckt erst einmal nicht dahinter. (ja, auch diese Einstellung ist schon sexistisch, aber wir sind keine Neutren, das wird, auch wenn s schöner wäre, niemals ganz weggewischt werden).

          Ich denke schon, dass Tim das Grundproblem gut erkannt hat und es vielen Männern besser gehen würde, wenn sie sich mal mit sich selbst auseinandersetzen würden und sich mehr annehmen würden.

          Ich kenne diese Männer mit angeknackstem Selbstwert und Mega-Macho-Verhalten gegenüber Frauen und Buckeln gegenüber Männern aus dem eigenen Familienkreis – echt schade… Keiner derjenigen hätte das eigentlich nötig.

  • Sehr nahrhafter Beitrag, kann den Sichtweisen so zustimmen.

    @Sylvia
    “denn 50 % der Weltgestaltung liegt ja (mindestens) sicher bei den Männern, oder?”

    Sicherlich richtig, es ist nach wie vor eine “Its a Men`s World”
    Allerdings geht es in dem Bericht ja eher um die Kindheit, dort werden die Charaktäre geprägt.
    Später dann, Männer in entsprechenden Positionen, tuen dann das, was sie in frühster Jugend so gelernt haben.
    Keine Entschuldigung, weder Mann noch Frau können nur schwer aus ihrer einmal erlernten Rolle heraus treten.

  • Was mir geholfen hat, um diese “Beharrlichkeit” zu verstehen, ist, als ich den Kapitalismus mit der Gender-Frage zusammen geschaut habe. Da bin ich drauf gekommen (ich hab eine qualitative Sozialforschungs-Diss über die Rollenbalance von Mutter und Berufstätiger geschrieben), dass die Aufspaltung der Menschen in Beruf – versus Privat, Mann – versus Frau genau dazu dient, dass die Erholung des Arbeitnehmers immer den Frauen zugedacht wird, gratis. Darum – weil Frauen “bereits einen Job haben” (nämlich Haushalt, Kinder, Altenpflege) bekommen sie nach wie vor 30 % weniger Geld. Egal, ob sie tatsächlich Kinder wollen oder haben. Eine Frau in den USA, die einen Job wollte und mit dem “sie bekommen ja vielleicht einmal Kinder”-”Argument” diskriminiert worden ist, hat sich die Gebärmutter entfernen lassen, um das durch-zu-fighten. Es geht den Kapitalisten aber nicht drum, Gerechtigkeit zu ermöglichen – sondern weiterhin den Part, der die Erholung und Wiederherstellung der Arbeitskraft abdeckt, wie ein ehernes Gesetz den Frauen umgehängt zu lassen (unbezahlt).

  • Sobald es physisch wurscht war, ob eine Arbeit von Frauen oder Männern ausgeführt wird, wurden künstlich Wertungen eingeführt, die aus der männlichen Tätigkeit etwas “technischeres” oder “überwachendes” oder… wertvolleres machten. Augenhöhe ist also derzeit eine persönliche Entwicklungsleistung des/der Einzelnen – TROTZ der total rückwärtsgewandten Medienbilder von “dreckigen bewaffneten Männern” (siehe Plakate dzt. mit Bruce Willis) – und prinzessinnenhaft aufgemascherlten Haremsdamen in zerbrechlich-sich-anbiedernden Posen. Auch die Filmrollen sind detto – die USA versorgen uns da beinahe flächendeckend, besonders in den Vorabendserien (One and a half man z.B.: da leben zwei MÄNNER mit einem Buben – und die Frauen sind entweder die Putzfrau oder wechselnde Betthaserln des extrem Machos). Das war ein langer Post… da ich schon länger um Überblick ringe ;-)

    • Und der extreme Macho ist total abhängig von seinen Frauenliebschaften – ist noch gar nicht aufgefallen, was?

      Ich lach mich halb schlapp über diesen totalen Blödsinn – und mein zwar großmäuliger, aber total sozialer Sohn ebenso.

      Wer einen intelligenten Kopf hat,wird nimmt diesen Quatsch doch gar nicht ernst.
      Im übrigen ist es mit der Gleichberechtigung in Amiland deutlich weiter fortgeschritten als hier.

      :-D

  • Ein sehr guter Artikel, der die wesentlichen Ursachen für den alten Konflikt zwischen Frauen und Männern auf den Punkt bringt!
    Auch den Titel finde ich absolut passend! Denn wir alle sollten uns einmal vor Augen führen, welch großes Armutszeugnis sich die Fundamentalisten aller Religionen, allen voran die des Islam selbst ausstellen:

    Sie verlangen von den Frauen die totale Verhüllung des Körpers nur aus einem einzigen Grund: weil sie selbst ihre Lust beim Anblick einer unverschleierten Frau nicht zügeln können!!! Diese Männer sind sind dermaßen verblendet, dass sie die Dummheit ihrer eigenen Argumentation nicht erkennen.

    Sie können ihre Lust nicht zügeln und die Frauen müssen dafür büßen…mit der Burka und mit Beschneidung!

    Intelligente emanzipierte Männer haben so etwas nicht nötig. Daher sind es doch wirklich arme “Pussis”, die es leider nicht bei Gewaltphantasien belassen, sondern wie die Medien uns gerade ganz aktuell täglich auf’s neue berichten, diese auch unablässig ausleben. Das Leid, das Frauen täglich weltweit erdulden müssen, gehtl leider auf diesen Minderwertigkeitskomplex der Männer zurück.

    Aber die Tatsache, dass unter den Demonstranten in Indien und Afrika auch immer mehr Männer zu finden sind, gibt Anlass zur Hoffnung…

    • Absolut wahr.
      Machos haben immer etwas zu kompensieren.
      Es wird Zeit, dass die Weltordnung aufhört, auf diesem Dilemma zu beruhen.

      • Hey Tarja,

        merci!

        Es wird Zeit, dass die Weltordnung aufhört, auf diesem Dilemma zu beruhen.

        Ich glaube nach dem großen Machotum und der vermutlich notwendigen großen weicheiernden Gegenbewegung gibt’s jetzt immer mehr Männer, die – wenn auch noch sehr verunsichert – ihren Weg in der Mitte suchen.

        Hoffen wir mal, dass wir Recht behalten! :)

        LG

        Tim

    • aha, frauenbescheidung schlecht, männerbeschneidung ok. das ist eine femfaschistische meinung, und du merkst es nicht einmal.

  • Ich würds gerne einfach nur liken ;)

  • warum nur sind männer arme “pussies” = “weicheier, feiglinge”? ich habe das bis dato nicht verstanden. die bezeichnung “pussy” bekommt einen negativen beigeschmack. es haben aber eben nur frauen “pussies”. daher ist meine Assoziation: Männer werden arme pussies = weiblich (negativ besetzt)

    • Hi Battl,

      danke für Deine Zeilen, die absolut richtig sind. Ich hab bei der Überschrift bewusst einen irgendwie paradoxen und provokanten Begriff gewählt – und meine das mit mindestens einem zwinkernden Auge ;)

      LG

      Tim

  • Ich nicht alle komentare gelesen, also ascheauf mein haupt wenn etwas schon gesagt oder kommentiert wurde. Ich glaube das männer sich so langsam unterbewusst klar werden wofür mutter natur sie geschaffen hat. Kinder in die welt zusetzten und weiter nichts. Das klingt jetzt hart und ist nicht so böse gemeint wie es klingt. Alle diese macht dinge sind nur dazu da das zu verdrängen. Die meisten mànner haben nicht gelernt sich mit zu emanzipieren und unabhängig von frauen zu sein. Gleichwertig zu sein. Gut. Kinder können wir nicht bekommen, aber alles ander können wir sein. Ein gleich wertiger partner, ein vorbild, usw. Es ist nicht schwer……. doch ist es. Aber mit etwas selbst reflextion und einsicht geht es. Das thema ist zu komplex um es hier zu diskutieren. Ich versuchen meinen männlich egoismus etwas einzuschränken und doch ein männliches vorbild für meine söhne zu sein. Mal sehen ob das gelingt. Ein hoch auf Klischees. ;)

  • Ich denke, es ist anders herum. Viele Männer SIND verunsichert, bzw. haben relativ wenig Selbstwertgefühl. Und deshalb benehmen sie sich oft, wie sie sich benehmen. Oft redet der Kopf mit und der sagt dann, er solle seine Männlichkeit bremsen und seine Weiblichkeit zeigen. Doch ist das meistens nicht stimmig und die Frau spürt nicht das was der Mann vielleicht hat, um die Frau anzuziehen. Ein Mann (mit stark maskuliner Essenz) braucht zunächst keine Frau, er folgt seiner Mission und strahlt beständig einen Liebreiz aus, den Frauen spüren und von dem sie angezogen werden. Ist er verunsichert, strahlt er es eben nicht aus, vielleicht schaltet sich der Kopf ein und alles wir so wie im Artikel dargestellt.

  • Hi Tim, ich hänge an dem Satz

    “Erkennen, dass man in einer Beziehung immer abhängig und unabhängig zugleich sein wird.”

    fest. Wo ist man abhängig meinst Du ?

    Beste Grüße und weiter so, Sven

    • Hey Sven,

      ich glaube, das eine Beziehung immer oder fast immer Abhängigkeit bedeutet – und dass das auch überhaupt nicht schlimm ist.

      In einer Beziehung ist, denke ich, wichtig:

      Immer mal wieder sein eigenes Ding zu machen, auf sich selbst zu achten (unabhängig sein)
      und dann wieder
      sich auf den Anderen beziehen, ABHÄNGIG davon, wie’s ihm geht, was er braucht.

      Und so ziemlich jeder kennt doch das Gefühl, von seinem Lieben mal in die Arme genommen werden zu wollen, unbedingt – das sogar zu brauchen (abhängig sein). Gleichzeitig sind wir nie wirklich an einen anderen gefesselt, in letzter Konsequenz immer frei, uns aus dieser gewollten Abhängigkeit herauszubewegen.

      Weißt Du was ich mein?

      LG

      Tim

  • Gemischtes zum Artikel:
    1.)Unpassender Titel, wenn im Artikel dazu angeregt wird, das der Mann zu seiner weiblichen Seite stehen soll. Mit Pussie werden doch Männer abwertend bezeichnet, die weibliches Verhalten an den Tag legen.
    2.) Gewaltphantasien treten geschlechtsneutral auf, also nicht nur bei Männern. Man guckt halt nur gern bei Männern eher hin. Frauen gesteht man gar keine Gewalt oder dergleichen zu. Da haben doch angeblich die Männer das Monopol drauf. Frauen gegenüber gibt es eine verkrampfte Beißhemmung (Frauen werden im Gegensatz zu Männern nicht bloßgestellt, ernsthaft kritisiert, angeprangert, zur Rede gestellt…)
    3.) Ebenso hört man aus dem Titel heraus, das einem Mann keine Angst zugestanden wird. Es zumindest als Beleidigung herhalten kann, wenn man einem Mann Angst unterstellt. Bei Frauen würde man fürsorgend fragen, wovor sie denn Angst hat. Bei Männern stellt man diese (Angst) nur verächtlich fest.
    3.) Warum wird eigentlich ständig auf den Männern rumgehackt, als müssten sie für alles herhalten, was nicht stimmt und ungerecht ist. Wie bei kleinen Kindern, die sich bei den Großen (Eltern)über Dinge beschweren, die sie selbst aus ihrer Sicht nicht ändern können. Ein ähnliches Phänomen gibts zwischen Volk und Kanzler/Präsident. Die Menschen brauchen immer einen schützenden Überbau, der sie beschützt und ihnen die Welt erklärt (mit Religion ähnlich).
    Ein solches Verhalten zeigt doch eigentlich nur den Entwicklungsstand derjenigen, die sich (unreflektiert) beschweren. (also, Volk, Frauen,Kinder usw.)
    4.) It´s not a Man´s World. Die Welt und die Umstände in denen wir leben wird doch von beiden Geschlechtern gestaltet, direkt und indirekt. Der Macho findet sein Pendant doch in der dämlichen Tussie. Das Männer- und Frauenbild wird ebenso von beiden Geschlechtern für das jeweils andere Geschlecht geprägt. Es gibt Frauen, die z.B. keinen Kindergärtner als Mann wollen. Und jetzt bitte nicht aufgesetzt gleichberechtigt einhaken. Der intuitiv gelenkte Alltag verhindert so manches emanzipatorische (Wie es der Titel des Artikels schön zeigt)
    5.)Ich hab das Gefühl, das manche Frauen die ganze Zeit Gleichberechtigung schreien und erwarten, das sie von den Männern durchgesetzt wird, sie sich also auf Anweisung selbst beschneiden sollen ( Frauenquote usw.).Hier wird keine echte Gleichberechtigung gefordert, sondern eine einseitig geäußerte Ungerechtigkeitsempfindung geäußert. Künstlicher Prozess.
    Besser wäre: Gleichberechtigung reflektiert leben => Gleichberechtigung schließt Gleichverpflichtung mit ein. Z.B.: Als Mann wie als Frau nicht erschrecken, wenn die Frau der Alleinverdiener ist( Stichwort: Hausmann)
    Besser wäre jedoch eine 50/50 Teilung von Kindererziehung , Haushalt, Arbeit…usw.. . Frauen, die den Rasenmäher reparieren und sich nicht “nebenberuflich” um Mode und Kosmetik kümmern wären doch auch mal ´ne Abwechselung. Männer, die sich auf ihre eigene Art um die Kinder kümmern und sich nicht von der Frau dazu alles diktieren lassen (Zieh ihm ne Jacke an… das ist zu gefährlich…usw.)

    6.)Männer werden selbstverständlich in vielen Kultur- und Religionskreisen beschnitten (Ich kenne türkische Familien in Deutschland, wo die Frau Wert auf die Beschneidung der Kinder gelegt haben und der Mann es nicht so wichtig fand)
    Bei Frauen ist es unvorstellbar. Dem Mann werden bei der Beschneidung erogene Zonen entfernt. Von den möglichen psychischen Schäden ganz zu schweigen.

    7.)…es könnte noch viel mehr zu dem Artikel gesagt werden, mir reichts erst mal bis hierhin. Was ich deutlich machen möchte ist, das es ungerechtfertigt ist, eine einseitige Sichtweise zu pflegen. Etwas differenzierter darf es schon sein. Ich bemühe mich täglich darum und es ist interessant, wie oft ich mich manchmal erwische, wie mttelalterlich ich manchmal noch denke (Gewohnheit, Erziehung, Gesellschaft, Medien…)
    Eine gerechte Sicht auf die Sache und beide Geschlechter wären ein Fortschritt.
    Ich als Mann mag -ohne dabei künstlich, pflichtbewusst emanzipiert zu denken- normale Frauen. Das sind keine “starken Frauen” und auch keine schwachen, in diesen Kategorien denke ich irgendwie gar nicht. Ich finde es gut, wenn beide Geschlechter füreinander einstehen.

  • “Männer fühlen sich abhängig von Frauen …. unheimlich viel Macht.” Ich meine, dass dieses Bild nur für Männer gelten kann, die sehr wenig Selbstwertgefühl haben und deren Belastungen und Verletzungen (noch) schwerwiegend sind.

    Ein selbstbewusster (überwiegend maskulin veranlagter) Mann fühlt sich sehr viel weniger abhängig von seiner Partnerin, als sich die (überwiegend feminin veranlagte) Partnerin abhängig von ihm fühlt. In ihrem tiefen Inneren sehnt sie sich danach, sich fallen lassen zu können und nur den Augenblick zu leben. Und dies wird schwer mit einem Mann, der unsicher ist, öfter auch nicht tut was er sagt und kaum einer Mission im Leben folgt, der sich die Frau anschließen könnte.

    Sie will auch nicht, dass der Mann abhängig ist und sie haben muss. Denn so kann sie ganz nach Stimmung leben und sich genau dann öffnen, wenn der Augenblick passt. Und sie muss sich nicht sorgen um den Mann. Der selbstbewusste Mann denkt viel mehr an seine Mission und er ordnet letztlich seine Beziehung dieser auch unter.

    • Hallo Richard,
      da hast du ja interessant die typischen Rollenbilder der Geschlechter beschrieben. Der ideale Mann ( tückischerweise als selbstbewusst deklariert) ist unabhängig von jeglicher Fürsorge und Beachtung. Er hat ja auch eine Mission, zu der er die Frau seiner Wahl einlädt oder zu der diese dazustoßen kann/darf. Die Frau sucht sich natürlich einen absichernden, beschützenden Partner, der eine interessante Mission hat.
      Ergebnis: der Mann folgt größtenteils zielstrebig seiner Mission (Arbeit) und die Frau lebt nach Stimmung (kann sich ihrer Laune hingeben)und erzieht die Kinder und macht den Haushalt. Da der “selbstbewußte” Mann sie nicht braucht, muss sie sich nicht besonders um ihn kümmern. Er kann ja alles.
      Das Frauen als launisch gelten wundert mich daher nicht. Männer hält man dafür für zielorientiert mit eher wenig Mitgefühl.
      Die Rollen bergen jeweils für sich beide ihre Vor- und Nachteile. Die Frau ist versorgt und hat nicht den existenziellen Lebenskampf (Geld verdienen) zu führen. Dafür kann sie nicht eigene, individuelle Ziele entwickeln und sich verwirklichen. Der Mann hingegen hat zur Hauptaufgabe die Selbstverwirklichung, aber mit dem Beigeschmack diese auch umzusetzen, um die Familie zu ernähren (existenzieller Stress/verkürzte Lebenserwartung).

      Für mich wirken diese Rollenbilder wenn sie für alle vorgesehen sind in den meisten Fällen aufgesetzt und lächerlich. Der Mann macht sich zum Hengst, obwohl er vielleicht nicht der Typ ist, aber die Rolle muss für die Umwelt ja erfüllt werden. Und die Frau muss sich fürsorglich und selbstlos darstellen, obwohl sie sich vielleicht selbst verwirklichen will.

      Ich denke nicht, dass wir Menschen aufgrund unseres Geschlechts grundsätzlich unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ich denke das jeder seiner selbst wegen geliebt werden will und nicht wegen seines Potenzials, seine ihm angedachte Rolle besonders gut erfüllen zu können. Den starken Menschen, der nichts und niemanden braucht oder jemanden, der nur selbstlos und fürsorglich ist, gibt es nicht in letzter Konsequenz. Eigentlich nur in billigen Actionfilmen a la Schwarzenegger, Stallone und Co.(was die Männer betrifft).

      Wie man sein Leben führen will, sollte jeder für sich herausfinden, unabhängig von äußeren Forderungen und Vorstellungen. Denn letztlich muss sich jeder vor sich selbst verantworten, was die eigene Stimmung und die psychische Verfassung betrifft.
      Ich bin aber immer wieder erstaunt, dass Männer sich durch schmeichelnde Adjektive wie: stark, selbstbewusst, zielstrebig…usw. in die Pflicht des “Machers” nehmen lassen und nicht die Einseitigkeit ( immer stark sein, alles mit sich selbst ausmachen usw.) darin bemerken.

      Die Emanzipationswelle hallte ich zudem für von oben( Schwarzer&Co) losgetreten, denn wenn ich die meisten Menschen so betrachte, habe ich nicht den Eindruck, dass Emanzipation gelebt wird, sondern nur missverstanden adaptiert wird. Frauen kriegen neue Rechte (wenig neue Pflichten) und die Männer rennen “zielstrebig” mehr oder weniger erfolgreich ihren alten Zielen hinterher. Keine zusammenhängenden Betrachtungen.

      Um es mal salopp auf den Punkt zu bringen: weibliche Vertreter alter Rollenvorstellungen wirken auf mich langweilig, dumm und naiv, kümmern sich nur um sich und Mode. Sie bilden sich ohne besonderen Grund auch keine eigene Meinung zu Politik, gesellschaftlichen Belangen, Wissenschaft….usw.
      Überzeugte männliche Vertreter alter Rollenbilder sind sich ihrer Sache oft zu sicher, zweifeln nie und diskutieren nicht. Zudem werden sie für alles was schiefgeht stellvertretend zur Verantwortung gezogen. Das aufgesetzte männliche Gehabe vom Macher nervt.
      Die beschriebenen Eigenschaften halte ich für rollenspezifisch und nicht für geschlechtsspezifisch.

      Gruß, A.

  • Da hast mich aber missverstanden, Adem. Ich habe nicht über das gesprochen, was sich im Kopf abspielt, was ein Rollendenken nun mal ist. Es geht allein darum, was überwiegend maskuline oder feminine Energien ausmachen bei der Frage was stimmig ist. Auch feminine Energien wollen gelebt werden, auch wenn die maskuline Energie überwiegt und und es für Frauen wichtiger ist, viel den Augenblick zu leben als für maskulin veranlagte Menschen. Eine Frau kann durchaus auch vorrangig die maskuline Rolle einnehmen wollen. Sie kann auch die Versorgerrolle übernehmen und die Zukunft sichern. Doch ist bei einem überwiegend femininen Anteil wichtig, sich auch fallen lassen zu können, sonst wird oft eine tiefere Sehnsucht nicht erfüllt. Wenn ich deine Kommentare so lese, habe ich den Eindruck, dass du mit dem Denken eine Art gleichberechtigte Rollenverteilung suchst und eigentlich die Sehnsüchte wegschieben willst, wenn sie nicht in dein Rollendenken passen. Ich meine es gibt trotzdem genug praktische Möglichkeiten, Gleichberechtigung zu leben, auch wenn die Energien unterschiedlich verteilt sind. Ich kann hier wieder die Bücher von David Deida empfehlen.

  • grundsätzlich sollte man erst überlegen warum männer überhaupt angst vor frauen entwickeln. die ahuptverantwortlichen sind die mütter dieser kinder, die den vatervergraulen und die verantwortung für ihr scheiss leben als schuld ihren eigenen söhnen übertragen, zb mit sprüchen wie “du bist genau wie dein vater.”

    • Ist leider so Oliver, dass auch die Mütter in ihren Ängsten und Mustern leben, genau wie die Väter. Und oft ist es vielleicht sogar gut gemeint, meistens wohl unbewusst reagiert, wenn dich die Mutter auf etwas hinweist, das du vom Vater übernommen hast.

      Doch was bleibt, ist oft deine Reaktion, deine feminine Energie zu stärken und Herabsetzung und Schmerz darunter zu begraben und deine maskuline Energie zu unterdrücken.

      Später strahlst du dann die maskuline Energie zu wenig aus, um DIE Frau deiner Sehnsucht anzuziehen. Und das brauchst gerade.Strahle deine Energie ab, ohne viel mehr zu tun. und erfahre, wie dir die Augen der Frau folgen. Dann weißt du, dass du begehrt bist und gar nichts mit dem Kopf veranstalten brauchst.

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