Wie ich tagsüber im Café sitze und meinen ehemaligen Vorgesetzten Lügen strafe | myMONK.de
|13. Dezember 2012 12:05

Wie ich tagsüber im Café sitze und meinen ehemaligen Vorgesetzten Lügen strafe

„Tim, Du stellst Dir Deine Selbstständigkeit vor und hast Bilder im Kopf, wie Du tagsüber im Café sitzt mit Deinem Laptop. So ist das doch nur in Filmen.“

– Ein ehemaliger Vorgesetzter zu mir.

Ich sitze gerade im Café. Tagsüber. Ein spätes Frühstück, ein heißer Kaffee, ein Bio-Omelette mit Spinat und Feta und mein Netbook für solche Zwecke – das Macbook ist mir zu schade dafür, um es den Gefahrenen verschütteter Getränke auszusetzen, außerdem esse ich manchmal wie ein Schwein(chen). Eine Weile schaue ich aus dem Fenster, sehe das Treiben von Autos und Fußgängern, von Berufsschülern und Berufserwachsenen.

Und ich sehe auch mich selbst, wie ich vor etwa anderthalb Jahren dem ehemaligen Vorgesetzten gegenübersaß und er die oben zitierten Worte aussprach. Das war sechs Monate nach Beginn meines Angestelltendaseins und kurz vor dessen Ende. Dieses Angestelltendasein hatte mich mehr zum Kotzen gebracht als es selbst längst schlecht gewordene Eier im Bio-Omelette jemals könnten. Ich bin dahingehend sicherlich extrem. Extrem ungewillt, mich Strukturen und Regeln zu unterwerfen, in die Tasche von anderen zu wirtschaften und keinen wirklichen Wert zu schaffen.

Naja, jedenfalls sitze ich nun hier, und der Vorgesetzte lag daneben.

In die Selbstständigkeit zu springen, war zwar ungewiss, aber gewiss so mit das Beste, was ich je getan habe. Ich hatte sie vorbereitet, so gut es ging, und ich denke, dass es in der Regel sehr sinnvoll ist, einen Plan zu haben, für das was nach der Kündigung kommen soll.

Wenn Du einen Traum hast, mach einen Plan draus, schau, welche Schritte Du schon parallel zum Job zurücklegen kannst und dann kündige und zeig allen den Fingern, die Dich für einen Spinner halten.

Du bist ein Träumer, kein Spinner. Und nur Träumer haben Träume, die sie verwirklichen können.

Wir sehen uns tagsüber im Café.

11 Kommentare

  • Ja, das könnte passieren,daß wir uns mal im Cafe´sehen-aber dafür müßte ich mir dann auch noch,aus “in”-Gründen, einen Schlepptop anschaffen…
    Ach, Quatsch, hab´ich ja schon,aber ich müßte rasch mal lernen, wie man den außer Haus benutzt.
    Und was machst Du beruflich?

    • Genau das: myMONK und andere Internetportale. Ein Laptop ist nicht nur mächtig cool sondern für mich unverzichtbar draußen, da ich sonst auf Papier schreiben müsste, meine eigene Schrift jedoch nicht lesen kann.

      • oh.Das überrascht(mich). Bisher habe ich nichts auf Deiner Seite gefunden, das nicht gratis für mich war. Und trotzdem verdienst Du Geld damit?
        RESPEKT!

        • MyMONK ist ja noch ein Baby :). Da wird es vermutlich auch irgendwann Kaufbares geben. Im Moment sind es nur Peanuts, die diese Seite einbringt, aber es ist nicht unsere einzige.

  • “Naja, jedenfalls sitze ich nun hier, und der Vorgesetzte lag daneben.” Ob gewollt oder nicht, die Ambiguität ist genial.

  • Hahaha… ja, so sind sie… die “Realisten”. Ich durfte mir ähnliche Sprüche auch anhören von Vorgesetzten, Mitarbeitern, Freunden und Familienangehören… und nun lebe ich meine Selbständigkeit und es ist einfach nur wunderbar und ähnlich wie bei dir… in einem Café sitzend ab und zu… einfach toll. ;-)

  • Ich bin grade dabei meine Lebenszeit, mein know how, meine Kreativität und meine Erfahrungs”Punkte” für mich einzusetzen, aber sitze zu Hause am Laptop mit nem Käffchen. Das Leben kann so schön sein. Wir müssen nur dafür sorgen … :)

  • …so sollte es laufen. Gratulation! Chancen erkennen und richtig nutzen, dann kann man durchaus auch mal an einem ganz “normalen Wektag” im Cafe sitzen und sich inspirieren lassen…vielleicht solltest Du Deinem ehemaligen Chef mal davon berichten :-)

  • Hallo Tim, ich habe mich auch gefragt, wie du dein Geld verdienst… Ich meine, du hast wahrscheinlich eine Wohnung, ein Auto, eine Freundin, möchtest gerne was essen und Kleidung kaufen… usw und da braucht man doch ein bisschen mehr Geld als ein paar Euros, die vielleicht bei der Website rumkommen. Oder hast du glücklicherweise ein Haus geerbt oder wohnst bei den Eltern kostenlos? Dann wäre das ja vielleicht grade so machbar. Oder doch noch nen kleinen “langweiligen Nebenjob”, um die Brötchen zu zahlen?
    Ich finde wenn man Selbstständig ist sehr cool und hab auch nix dagegen auch wenns sichs jetz vll so anhört, nur würden mich mal konkrete Modelle interessieren, wie man sein Leben weiterhin finanziert. Ich würde nämlich auch gerne selbstständig werden aber dennoch finanziell sicher sein und nicht an der Armutsgrenze kratzen.
    Viel Erfolg wünsche ich Dir. :)

    • Hey Lisa,

      danke für Deinen Kommentar – ist ja durchaus berechtigt! :)

      Ich würde nämlich auch gerne selbstständig werden aber dennoch finanziell sicher sein und nicht an der Armutsgrenze kratzen.

      Ich kenn’ die Selbstständigkeit nur mit einem gewissen finanziellen Risiko (das es in anderer, eingeschränkter Form aber auch als Angestellter gibt).

      Oder hast du glücklicherweise ein Haus geerbt oder wohnst bei den Eltern kostenlos? Dann wäre das ja vielleicht grade so machbar. Oder doch noch nen kleinen “langweiligen Nebenjob”, um die Brötchen zu zahlen?

      Ein Auto hab ich nicht, auch kein Haus, ich wohne in einer Mietwohnung, die ich, genau wie meine ganzen anderen Kosten selbst trage – kein Zuschuss, ich hatte am Anfang nicht mal den Gründungszuschuss vom Staat, weil ich davor nur ein halbes Jahr angestellt war nach dem Studium, für den Zuschuss hätten es 12 Monate oder mehr sein müssen.

      Ich lebe jetzt seit etwas über 2 Jahren – zwar nicht wie ein König, aber für mich durchaus okay – ausschließlich von Internetportalen, zum größten Teil von Werbung. Die Palette der Möglichkeiten für Selbstständige ist jedoch riesig: von Dienstleistungen “am Menschen” (Coach, Heilpraktiker, …) über Computersachen (Webdesigner, Programmierer, …) bis hin zu Kunst, Journalismus, Handwerk und so weiter. In Deutschland arbeiteten 2011 übrigens 4 Mio Leute selbstständig (viele davon vermutlich nur scheinselbstständig, aber selbst dann bleibt eine große Zahl übrig: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/238830/umfrage/anzahl-der-selbststaendigen-in-deutschland/.

      myMONK ist ein weiteres “Projekt”, das aber vermutlich erst in ein paar Jahren signifikant zu meinem Einkommen beitragen wird.

      Wenn Du mehr über meine Einstellung zu dem Ganzen lesen möchtest, ich hab mal einen Artikel dazu für zeitzuleben.de geschrieben: http://www.zeitzuleben.de/22682-wie-man-echten-wert/

      LG

      Tim

  • Hey Tim, sehr cool. Ich lese mich gerade ein bisschen ein übers Bloggen und Geld verdienen. Vermutlich ist es das Beste, mit einem sicheren Job zu beginnen und sich in die Selbstständigkeit hinzuarbeiten, damit der Druck nicht da ist, sofort viel Geld verdienen zu müssen.
    Dein Link gefällt mir sehr gut. Finde das sehr toll, wie du jeden Tag das Leben von Leuten bereicherst, ich selbst lese das auch sehr gerne in Facebook neben den Kochrezepten und Katzen und Urlaubsfotos und totalem Blödsinn etc. :) VG

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