|7. März 2013 10:12

Die Regel Nr. 1, um Menschen für Deine Träume zu gewinnen

Ob Du selbstständig bist oder als Angestellter von einem Projekt träumst, ob Du eine Non-profit-Organisation gründen willst, die die Welt verändert … was immer Du vorhast: auf Dich allein gestellt, ohne Hilfe, ohne andere, die mit für Deinen Traum brennen, wird Dein Traum ein Traum bleiben, bis zu Deinem Tod. Ach wär‘ das schön, so etwas müsste man echt mal machen. Du kennst die Dinge, die man eben so sagt, wenn man von seinen Visionen spricht, anstatt sie anzupacken.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem Meer“, schrieb Saint-Exupéry.

Der Mann war ein Marketing-Genie.

Marketing ist nichts anderes, als Menschen für seine Pläne zu gewinnen – sie dazu zu bewegen, ein Schiff zu bauen, sich den neuen BMW zu kaufen, sich als Controller bei Aldi zu bewerben, sich der Sportgruppe anzuschließen oder einem Verein, oder einem anderen Vorhaben. Marketing ist überall, nicht nur in den Hörsälen der Wirtschaftsfakultäten (wo ich nur Schrott gelernt habe), nicht nur in den abgeschlossenen Abteilungen der Konzerne oder in den Werbeagenturen, wo die vielen unterbezahlten, stylischen Frauen mit den schicken Brillen rumlaufen und sich Slogans und Werbekampagnen ausdenken.

Was auch immer Deine Pläne, Träume, Visionen sind: du musst Marketing beherrschen – sonst findest Du weder Partner und Mitstreiter, noch Kunden. Frag mal die 80% der Selbstständigen, die ihr Geschäft in den ersten fünf Jahren wieder aufgeben. Oder die 80% der Verbleibenden, die in den nächsten fünf Jahren die Segel streichen. Ihnen hat es fast immer an einem gefehlt: sie konnten nicht genügend Menschen für ihre Pläne gewinnen.

Also, zurück zu Saint-Exupérys Worten vom Schiff und dem Meer und der Sehnsucht:

Dein „Schiff“ ist Dein Plan: Du willst zum Beispiel Dein Einkommen bestreiten als … sagen wir: Coach oder Yogalehrer, „die Menschen“ sind Deine Geschäftspartner und Kunden. Und an dieser Stelle hören viele Leute auf, nachzudenken und vernachlässigen „die Sehnsucht“.

Ich behaupte: auf der ganzen Welt gibt es keinen einzigen Menschen, der gecoacht werden will. Und niemanden, der Yoga machen will.

Dein Coaching- oder Yoga-Angebot haben keinen Selbstzweck (genau wie meine Texte), sie sind müßig und stehen ZWISCHEN den Menschen und ihren Sehnsüchten. Wenn Du Dein Marketing zuerst auf Dein Angebot ausrichtest, darüber redest, wie viele Zusatzausbildungen und Auszeichnungen Du hast oder welche tollen Techniken Du einsetzt, sprichst Du einzige das Müßige an, das ZWISCHEN den Menschen und ihren Sehnsüchten steht.

Es ist, als würdest Du jemanden dafür gewinnen wollen, ihm den Arm abzuhacken, ohne ihm zu erzählen, warum er sich unbedingt darauf einlassen sollte: nämlich zum Beispiel, weil sein Arm mit einem Alien-Virus infiziert ist, das bald seinen ganzen Körper auffressen wird, was den sicheren Tod bedeutet. Statt nun darüber zu sprechen, wie viele Alien-Virus-infizierte Arme Du schon sauber abgetrennt hast und darüber, dass Du der Alien-Virus-infizierte-Arm-Abhacker des Jahres 2012 bist, solltest Du Dich auf etwas ganz anderes konzentrieren: warum der Mensch Dein Angebot annehmen sollte.

Und das heißt, sich auf dessen Sehnsüchte zu konzentrieren. Vom Tod und vom Leben zu sprechen. Einerseits von den Dingen, die er nie wird tun können, wenn er jetzt nicht den Arm, sondern den Löffel abgibt. Von den Menschen, die er liebt, aber nie wieder sehen wird. Von den höllischen Schmerzen, die das Virus ihm schon bald … sehr, sehr bald … bereiten wird, wenn es sich weiter ausbreitet. Und davon, dass Du ihm und seinen Liebsten all dieses Leid ersparen kannst, wenn er sich nur entschließt, Dein Angebot anzunehmen. Andererseits würdest Du auch vom Leben sprechen, von seinen innigsten Träumen, von der abenteuerlichen Weltreise, die er endlich machen kann, wenn er überlebt, davon, wie großartig und selbstbewusst und vital und geliebt und befreit er sich fühlen wird und so weiter.

Zeig dem Anderen erst, wie schmerzstillend und / oder traumhaft es ist, was ihm bevorsteht … und erst dann, dass (und wie) Du ihm mit Deinem Tun dahin bringen kannst. Erst die Sehnsucht nach dem Meer, dann der Hinweis, dass dazu wohl ein Boot nötig ist.

Ich weiß, dass unter den myMONK-Lesern viele Selbstständige und Neu-Selbstständige und von der Selbstständigkeit Träumende sind, für die gutes Marketing überlebenswichtig ist. Falls Du dazu gehörst, lieber Leser: bist Du glücklich damit, wie sich Dein Geschäft entwickelt … oder hast Du diese Marketing-Regel bisher auch gebrochen?

Und alle anderen: wo und wie könnt ihr Menschen für eure Träume gewinnen, indem ihr ihre Sehnsüchte nach dem Meer weckt, statt über das blöde Boot (ja, ich weiß, Du liebst das Boot, geht mir ja auch so) zu reden?

 

Photo: Miguel Ángel Arroyo Ortega

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15 Kommentare

  • Interessanter Denkanstoss für Meditative Moments…habe ich mir nie so direkt überlegt…sondern einfach getan. Werde ich mir mal “bewusster” machen:)

    Danke

  • Großartiger Artikel. Vieles hat sich schon getan und verändert, aber dieses beschriebene Thema wird in naher Zukunft mein “Kerngeschäft” sein…
    Herzlichen Gruß!
    Bernie

  • Danke Tim. Dein Wirtschafts Studium war wohl doch nicht ganz sinnlos. Ich bin wohl etwas zurückhaltend und stelle öfter mein Licht unter den Scheffel. Andererseits haben meine Vorstellungsgespräche (freiberuflich in der IT Branche) auch schon zu Erwartungen geführt, die ich dann eine Weile aushalten musste.

    Bei meiner neueren Ausrichtung bin ich auch zögerlich. Mancher würde es auf einem Plakat vor sich hertragen, wenn er mit EFT relativ mühelos schwerere Traumas heilen konnte und anderes. Doch wird es leichter oder schwerer, sollte ich mich auch hier Erwartungen ausgesetzt sehen und womöglich davon leben müssen? Wird es dann schwerer werden, meine Wahrheit zu sprechen? Nicht jeder, der Radfahren lernt muss Radrennen fahren, wurde ich einmal beraten.

    Jedenfalls fühlt es sich stimmig an im Moment und das Eine oder Andere mache ich ganz intuitiv, ohne viel Denken.

    • Naja, wenn ich diese Geschichte mal im Studium gehört hätte … da gabs dann eher Formeln dafür. :)

      Ich finde es gut, dass Du kein gnadenloser EFT-Prediger bist. Ich denke, bei diesen Themen ist der sanfte Weg der bessere. Ich persönlich habe übrigens auch Erfahrungen mit EFT – mir hatte es damals nicht so gut geholfen, aber das kann zig Gründe haben. Ich kenne aber Leute, denen es durchaus sehr sehr gut tut.

      LG

      Tim

      • Na ja, wenn du EFT nicht als sanften Weg kennengelernt hast, dann passt das durchaus dazu, dass es nicht so gut geholfen hat. Irgend etwas ist wohl nicht optimal gelaufen. Ich spendiere dir gern mal eine Runde Unterstützung im Chat.

  • Lieber Tim :

    Perfekt!!

    Genau das hat mir im Moment gefehlt. Habe es mir schon angeschrieben und in Sichtweite an meinem Schreibtisch angepinnt.

    • Hey Nicole,

      schön, dass der Text gerade so gut für Dich gepasst hat!

      Liebe Grüße und einen angenehmen Abend Dir,

      Tim

  • Wieder mal ein super Denkanstoß.

  • Super auf den Punkt gebracht, danke!

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