So (what)? – Eine kurze Zen-Geschichte | myMONK.de
|7. März 2013 08:27

So (what)? – Eine kurze Zen-Geschichte

Das nenne ich mal Gelassenheit.

Der Zen-Meister Hakuin wurde von seinen Nachbarn als einer, der ein reines Leben führte, gepriesen. Ein schönes japanisches Mädchen, dessen Eltern ein Lebensmittelgeschäft besaßen, wohnte in seiner Nähe. Da entdeckten die Eltern plötzlich, daß sie schwanger war. Das machte die Eltern sehr böse.

Sie wollte nicht gestehen, wer der Mann war, aber nach langem Drängen nannte sie schließlich Hakuin. In großem Ärger gingen die Eltern zum Meister. "So?" war alles, was er zu sagen hatte. Nachdem das Kind geboren war, brachte man es zu Hakuin. Er hatte seinen guten Ruf verloren, was ihm jedoch keine Sorgen machte, und er kümmerte sich in bester Weise um das Kind. Von seinen Nachbarn erhielt er Milch und alles andere, was das Kleine benötigte.

Ein Jahr später konnte die junge Mutter es nicht länger aushaken. Sie erzählte ihren Eltern die Wahrheit daß der echte Vater ein junger Mann sei, der auf dem Fischmarkt arbeitete. Die Mutter und der Vater des Mädchens gingen wieder zu Hakuin und baten ihn um Verzeihung; sie entschuldigten sich des langen und breiten und wollten das Kind wieder mitnehmen. Hakuin war einverstanden. Während er das Kind übergab, war alles, was er sagte: "So?"

Gefunden auf: kusunoki.de

 

 Photo: gumuz

7 Kommentare

  • Na, da muß man(n) und frau auch erst mal hinkommen… das ist wohl der x-te Dan in Gelassenheit…

    Mehr noch, in der Geschichte finde ich auch das Thema “was andere über mich denken” wieder…

    Schöne Geschichte, kurz aber sehr gehaltvoll…

    Danke, lieber Tim.

  • Ist das wahre Gelassenheit?
    In meiner Welt würde ich es entweder als Gleichgültigkeit oder als ungeheuere Schicksalsergebenheit bezeichnen.
    Ich glaube, da möchte ich garnicht hinkommen!

    Immerhin, ein Gedankenanstoß, um eigene Standpunkte zu klären!

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Sabine

    • Hi Sabine,

      so sehe ich das mit den Geschichten auch – viel wichtiger als das, was der Autor vielleicht sagen wollte, ist, was man für sich selbst mitnimmt … auch wenn es klarere Gegenposition ist.

      LG

      Tim

    • Ist zwar schon eine Weile her, Dein Kommentar, aber exakt das war mein Gedanke! Ziemlich EXTREME Gelassenheit. Ich wünsche mir selbst zwar mehr davon, dieses Ausmaß ist jedoch des Guten zu viel.

      Dennoch eine schöne Geschichte – und eine aus der man/ich viel lernen kann. :)

  • Hakuin ist übrigens ein sehr bedeutender Zen-Meister und Reformator der RInzai-Schule.
    Am bekanntesten ist wahrscheinlich sein Koan von dem Geräusch einer klatschenden Hand.

    Ich persönlich liebe den sog. Preisgesang des Zen-Meisters Hakuin:

    “Die Menschen sind in ihrem tiefsten Wesen Buddha; es ist wie bei Wasser und Eis: Wie es kein Eis gibt ohne Wasser, so gibt es nicht einen Menschen ohne Buddhanatur.
    Wehe den Menschen, die in weiter Ferne suchen und nicht wissen, wie nahe die Wahrheit ist.
    Sie gleichen denen, die mitten im Wasser stehen und doch nach Wasser schreien.
    Sie sind Kinder aus reichem Haus, die in Armut und Elend ihren Weg verloren haben.
    Irrend durchwandern sie alle Welten, verstrickt im Finstern ihrer Unwissenheit. Wie könnten sie je frei werden von Geburt und Tod, wenn sie endlos im Dunkel des Irrtums suchen?
    Zazen, wie es der Buddha lehrt: Kein Lob kann sein Verdienst erschöpfen! Alle Tugenden, Barmherzigkeit und Sittlichkeit, alle gute Tat, Lobpreisung Buddhas und alle Übungen, alle münden sie hier!
    Wem nur ein einmaliger Sitz sich vollendet, dem löst sich alles Karma auf, angehäuft in zahllosen Leben. Wo sind die Pfade des Übels, wenn Reines Land so nahe ist?
    Wer voll Demut auch einmal nur diese Wahrheit vernimmt, wer sie preist und mit Vertrauen verfolgt, erlangt unendliche Glückseligkeit.
    Mehr noch: Wenn wir uns ganz der Suche hingeben und unmittelbar unsere eigene Natur erleben, dann ist unser eigenes Wesen nichts anderes als die Natur des vollendeten Nichts und wir sind erhaben über des Denkens Spiel.
    Weit öffnet sich das Tor der Einheit von Ursache und Wirkung und der einzige Weg tut sich auf: Geradeaus hin, kein zweiter und dritter.
    Wer ihn beschreitet, der nimmt an als Gestalt die Gestalt des Gestaltlosen und sein Gehen und Kommen geschieht nirgends, denn wo er ist.
    Der nimmt an als sein Denken das Denken des Nicht-Denkens und sein Singen und auch sein Tanzen sind Stimme der Wahrheit.
    Der Himmel des Samadhi ist grenzenlos und frei, und es leuchtet der volle Mond der vierfachen Weisheit.
    In diesem Augenblick: Was fehlte da noch, wo sich offenbart das Nirvana? Hier und jetzt ist Reines Land, und dieser Leib hier ist nichts anderes als Buddha.”

  • Hey Jan,

    danke für den Text (ich glaub ich muss ihn später noch mal lesen, jetzt gerade ist mein Hirn zu verquirlt :)).

    LG

    Tim

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