Erwartungen loslassen – Eine kurze Zen-Geschichte | myMONK.de
|6. September 2013 12:00

Erwartungen loslassen – Eine kurze Zen-Geschichte

 

Eine kurze Geschichte:

Am Strand des Meeres wohnten drei alte Mönche. Sie waren so weise und fromm, dass jeden Tag ein kleines Wunder für sie geschah. Wenn sie nämlich morgens ihre Andacht verrichtet hatten und zum Bade gingen, hängten sie ihre Mäntel in den Wind. Und die Mäntel blieben im Wind schweben, bis die Mönche wiederkamen, um sie zu holen.

Eines Tages, als sie sich wieder in den Wellen erfrischten, sahen sie einen großen Seeadler übers Meer fliegen. Plötzlich stieß er auf das Wasser herunter, und als er sich wieder erhob, hielt er einen zappelnden Fisch im Schnabel.

Der eine Mönch sagte: „Böser Vogel!“ Da fiel sein Mantel aus dem Wind zur Erde nieder, wo er liegenblieb.

Der zweite Mönch sagte: „Du armer Fisch!“ – Und auch sein Mantel löste sich und fiel auf die Erde.

Der dritte Mönch sah dem enteilenden Vogel nach, der den Fisch im Schnabel trug. Er sah ihn kleiner und kleiner werden und endlich im Morgenlicht verschwinden. Der Mönch schwieg – sein Mantel blieb im Winde hängen.

 

Gefunden bei: Jürgen Götz

Nicht werten.

Siehe auch: Wie Du belastende Erwartungen loslassen kannst (eine einfache Technik)

 

 

Photo: Gane

16 Kommentare

  • Nicht zu werten ist echte Kunst… wir sind es gewohnt alles in “Schubladen” einzusortieren… Geschehnisse einfach nur hinzunehmen… ohne einzuordnen, zu bewerten ist eine Herausforderung – aber auch eine spannende Erfahrung… spannend spüre ich dabei wörtlich in Form von Anspannung…!

    • Hi Monika, jap, absolut, sehe ich auch so! Eine Herausforderung, die mich wohl mein ganzes Leben beschäftigen wird, das ist echt unheimlich schwer. Aber wie auch beim Meditieren zwei Sekunden der Gedankenstille himmlich und großartig sind, so ist es auch schon toll, wenn man sich ab und an dabei ertappt, dass man wertet – und sich zurücknimmt. LG Tim

  • sehr schön!. jedoch zielt die geschichte auch nur auf menschen ab, die werten und in schubladen denken… “fallende mäntel auf die erde” – nicht gut, hängen bleibende mäntel gut :) liest man die geschichte wertfrei entzieht sie sich ihrem sinn…nämlich unwissenden ansatzweise zu “wahrem” wissen zu verhelfen…

  • Hey Leute

    Nicht-Werten ist kein wahres Wissen. Wahres Wissen ist Nicht-Werten.

    Sehr schöne Geschichte. Danke dafür!

  • Bleibst du stimmig und gelassen mit dem, was geschieht, hast du bessere Chancen, dass das was geschieht für dich stimmt ;)

  • Bei der Geschichte mit dem Vogel und dem Fisch ja vielleicht noch zu schaffen, aber was mache ich mit schlimmen Verbrechen, grausamer Massentierhaltung, KindesMissbrauch etc. Ist da “nicht werten” auch ok? Nützt da “nicht werten” vielleicht sogar mehr als werten oder doch andersrum? Wahrscheinlich bin ich noch unendlich weit entfernt von dem Ziel nicht zu werten…irgendwie habe ich das Gefühl so grausame Dinge wie oben genannt nicht zu werten ist so ähnlich wie Gleichgültigkeit. Ist wahrscheinlich völlig quatsch, fühlt sich aber für mich so an.
    Deine Seite ist übrigens immer wieder total spannend, (oder ist das jetzt auch wertend?) ;-)
    Liebe Grüße von Steffi

    • Huhu,
      ich denke Werten ist durchaus in Ordnung! Aus meiner Sicht machen dies auch buddhistische Mönche. Sie versuchen heilsame Gedanken/Handlungen zu forcieren und unheilsame zu unterlassen.

      Das Verurteilen von Personen/Lebewesen (als Ganzes) ist es, was nicht “förderlich” ist. Die Handlungen der Personen, die anderen Lebewesen (also auch Tieren) Leid zufügen werden durchaus gewertet (bspw. negatives Karma). Dies ist unter anderem auch dadurch ersichtlich, dass beim 8-fachen Weg im Bereich der Sittlichkeit auch Rechtes Handeln, 5 Silas, angeführt werden und aus meiner Sicht ist das auch eine Wertung.

      Ich befürchte, dass es diesbzgl. große Missverständnisse gibt (und ich schließe meine Gedanken, davon nicht aus)… Die größte Gefahr ist, etwas zu lesen, ohne es zu hinterfragen und zu prüfen, ob es sich richtig anfühlt…

      • Hi Flex. Wie sollte das auch gehen im Weltlichen, ohne werten, das hieße ja ohne den Verstand zu leben! Urteilen hieße auch Ablehnung und Trennung. Und dies hilft nur dabei, clever zu sein, kurzlebiges zu erreichen. Doch ob das dann auch klug ist?

        • Guten Morgen Richard,

          ich bin mir nicht sicher, ob ich Deine Antwort verstehe, also frage ich mal nach :-)
          Werten ist aus Deiner Sicht o.k., da der Verstand genutzt wird.
          Urteilen ist aus Deiner Sicht nicht o.k., da dies Ablehnung und Trennung bedeutet.

          Sofern Verstand als das Erkennen von Ursache und Wirkung verstanden (^^) wird, dann sehe ich das auch so. Dies impliziert für mich auch, dass ich meinem Verstand nur bedingt vertrauen kann ;-)

          Dass Ablehnung (nicht akzeptieren/annehmen können, dass es ist, wie es gerade ist oder auch sein wird) für mich nicht förderlich ist, habe ich mittlerweile gelernt, kann diese Erkenntnis allerdings noch nicht so gut umsetzen, sofern tiefere Bedürfnisse/Emotionen oder Werte verletzt werden. Den Weg werde ich wohl noch einige Zeit gehen…

          Kurzlebiges “verteufle” ich unter gewissen Umständen nicht, denke, das kann auch durchaus hilfreich sein.

          lg & Danke!

          • Hi Flex, ich meine Werten ist OK und auch Urteilen ist OK. Denn auch frei vom Urteilen sind wir nicht. Es geht eher darum, wie wir damit umgehen. Du möchtest z.B. eine Antwort der Art OK/nOK. Nun hat ja auch etwas das wir kaufen einen Wert für uns, den wir in mehr oder weniger Euro ausdrücken. Wir sagen auch nicht das Ding ist entweder 0 Euro wert oder wenn nicht dann ist es 1 Euro Wert. Ich finde es nicht besonders hilfreich, in dieser Art Schubladensystem zu denken. Klar, Ego und Verstand mögen das. So braucht es nicht viel Bauchgefühl und das ständige Abschätzen fällt weitgehend weg.

            Ich sage beides ist OK, weil es Ursachen gibt für alles, die auch von der vorangegangenen Bewusstheit abhängen. Und wenn der Verstand arbeitet, dann ist es ein Reagieren anhand alter Muster, und zwar weitgehend auf die gleiche Weise auf ähnliche Symbole. Bin ich bewusst genug, kann ich neu entscheiden über die Muster. Doch bis dahin gibt es eben die Ursachen, mit denen wir leben.

            Auch kurzlebige Ziele und Entscheidungen brauchen wir. Und wir werten ständig auf dem Weg, meistens unbewusst. Auch ein Urteil und damit (geistige) Trennung brauche ich oft, schon um mich zu schützen. Nur sollte uns bewusst sein, dass uns auf lange Sicht nur Mitgefühl weiter bringt und Verständnis, z.B. dass es eben Muster gibt und Ursachen. Schon allein deshalb, weil die Muster, die wir von uns gehen, auch bei uns selber aufgebaut werden. Wir schaden uns also selber, ohne es zu überschauen.

            LG Richard

  • Werten und Urteilen, ist nur dann OK, wenn die anschließende Konsequenz, auch OK ist. Für einen SELBST und das UMFELD.

    • Ich glaube, diese Wertung ist nicht OK, wenn wir uns als Konsequenz schuldig fühlen in unserer maßlosen Selbstüberschätzung, obwohl kaum genug Bewusstheit vorhanden war.

  • Schuld ist keine Konsequenz, sondern eine Verantwortung. Schuld ist immer konstruktiv.
    Es geht sich nicht um eine oder die Selbstüberschätzung, sondern um die Form der Fehleinschätzung, des eigenen SEINS.

    • “Schuld ist konstruktiv”
      … Schuldgefühle auch ?

      • Ja, weil Schuldgefühle die Art und Weise beschreibt, wie man sein eigenes Verhalten beurteilt. Man fühlt sich schuldig. Daher konstruktiv.

        Die eigene Schlussfolgerung (SELBST) führt zu Schuldgefühle. Die Folgen von Schuldgefühle, sind nicht selten, sehr dramatisch. Meist jedoch nicht dramatisch genug, damit man erkennt. Dies ist das eigentliche Prob.

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