Minimalismus im Kopf – Die Freiheit, nicht alles wissen zu müssen | myMONK.de
|25. Oktober 2012 15:59

Minimalismus im Kopf – Die Freiheit, nicht alles wissen zu müssen

Minimalisten versuchen oft zuallererst, alten Krempel loszuwerden, im zweiten Schritt auch, neuen gar nicht erst anzuschaffen.

Aber was ist mit dem nichtmateriellen Kram, dem unnützen Wissen?

Alles Wissen ist heute eine Google-Anfrage von uns entfernt, wozu dann noch im Kopf speichern?

Ich bin ein großer Fan das Nichtwissens, schon seit vielen Jahren halte ich Allgemeinbildung für überschätzt. Das heißt nicht, dass ich gern ein Fachidiot sein will. Aber ich möchte nur Dinge wissen, die mir helfen oder mich interessieren. Die Reihenfolge der US-Präsidenten gehört für mich genauso wenig dazu wie die Namen und Filme von Schauspielern und Regisseuren (für mich sind einfach alle älteren Schauspiel-Damen Iris Berben) oder das Wissen um die genaue Funktionsweise von Autos oder Kühlschränken.

Beim Smalltalk oder beim Schauen von “Wer wird Millionär?” weiß ich dann eben manchmal etwas nicht, was soll’s.

Dafür finde ich es unheimlich entspannend, mir nichts merken zu müssen, das mir weder hilft, noch für mich interessant ist.

 

 

Photo: Tony Fischer

11 Kommentare

  • Lieber Tim,

    natürlich kann jeder machen wie er es will. Doch eine gewisse Allgemeinbildung halte ich für wichtig, denn es geht ja um den eigenen Horizont im Leben. Wenn man sich vielschichtig interessiert, dann muss man nicht immer googeln. Es geht ja soweit, das in den Unis nur noch gegoogelt wird :D

    Denn wir sollten doch das Volk der Dichter und Denker bleiben, leider geht es immer mehr zum Bildzeitungsniveau!

    Einfachheit ist gut, aber nicht immer ;-)

    Freue mich weiter über Beiträge, die man auch querdenken kann ;-)

    Mit den besten mentalen Erfolgsgrüssen,
    Swen-William ;-) Wenn Du es träumen kannst, dann kannst Du es auch: “Einfach tun”!

    • Lieber Swen-William,

      jetzt musste ich erstmal das Wort “Allgemeinbildung” googlen ;) … nee, ich weiß schon: ein Fundament ist wichtig.

      Mir geht’s um das Nachrichtenwissen, oder um das Auswendiglernwissen, das sich aus meiner Sicht überholt hat.

      Und zum Beispiel mehr darum, ein paar Gedichte gelesen und gefühlt zu haben, statt zu wissen, wann und wo ein Dichter gelebt hat.

      LG

      Tim

  • Hallo Tim,
    kann das so gut nachempfinden, was du schreibst. Es gibt Menschen mit unterschiedlichen Interessen und das ist auch gut so. Jeder hat sein Fachgebiet, wo er sich nach Lust und Laune vertieft und irgendwo muss der Strom an Information ja auch an einem vorbeigehen können. Wenn an Unis gegoogelt wird, stellt sich für mich die Frage, ob der Lehrinhalt noch zeitgemäß ist bzw. ob Frontalwissensvermittlung (statt Interaktion) passiert, ob wir zu eigenständigem Denken anregen, denn nur so bleibt das Wissen auch abrufbar. Und ich denke, Bildzeitungsniveau ist für einige Menschen leichter zu verkraften angesichts der Riesenauswahl/-flut an Information. Die Frage stellt sich für mich also eher in Richtung will ich Qualität oder Quantität? Und langfristig gesehen werden wir in Zukunft besser spüren, was uns gut tut und was nicht. Also auch das Land der Denker wird immer mehr ins Fühlen rutschen und dadurch nur mehr das ziehen, was das Herz anspricht. liebe Grüße Monika

    • Hey Monika,

      bestimmt fühlen wir mit der Zeit, welches Wissen uns eher gut tut … die Frage ist nur: reagieren wir darauf?

      Es gibt bestimmt Millionen von Bildlesern, die wissen, dass sich damit eher schaden als nutzen.

      LG

      Tim

  • Hallo Tim :-)

    Nun, ich versuche es mal zum Ausdruck zu bringen……

    Wir Menschen sollten lernen, was wirklich in uns steckt. Uns zu entfalten in eine Lebendigkeit. Und dazu benötigen wir kein sehr großes Allgemeinwissen. Allgemeinwissen verschließt den Menschen vor dem Wissen, WER der Mensch wirklich ist.
    Allgemeinwissen zeigt aus meiner Perspektive nur, WAS ein Mensch ist. Eine “Datenbank“ an Wissen, um sich über das Wissen eines anderen vielleicht hinweg zu setzen.
    Doch ein Wissen aus dem WER heraus beflügelt Menschen, potenzial zur eigenen Verwirklichung, Entfaltung zum Mensch-Sein und Menschlichkeit zu unterstützen…..
    Für mich ist es ein Wissen, welche nicht zur Macht-Ausübung ge-benutzt wird, sondern wirklich nur zur Entfaltung von Lebendigkeit, Freiheit und Liebe.
    Sollte einmal etwas wichtig sein, kann es immer noch erlernt werden, wenn ein Sinn anhaftet und eine Begeisterung einen Bestand hat. Denn ohne diese beiden Faktoren, Sinn & Begeisterung, geht auch nix in die Murmel ;-)
    Zum Glück vergesse ich gerne, bzw. finde ich es nicht mehr in der Murmel, was für mich NICHT wichtig ist ;-)

    Herzliche Grüße ;-)

  • Mein Anliegen dabei ist es Wissen von Information zu unterscheiden.
    Information ist austauschbar und bei Bedarf abrufbar, damit will ich meinen Geist garnicht belasten. Wissen hingegen sehe ich als Voraussetzung, ein gutes Leben zu führen, als Vorstufe zur Weisheit.
    Ich will wissen, wie mein Körper funktioniert um ihn gesund ernähren zu können, ich will wissen wie mein Geist tickt, und vieles mehr, das ich für wesentlich halte.

  • Kann ich gut nachvollziehen, Tim. Das pass auch gut dazu, dass du anders als früher mit Bauchgefühl und Herz arbeitest. Und es geht mir ähnlich. Seit ein paar Jahren schalte ich nur selten den Fernseher an, um die allzu wichtigen Nachrichten und Berichte in mich aufzunehmen. Ja, auch ich fand es erstrebenswert, möglichst viel zu “wissen”, weil man dann eben besser sei. Doch ist es umgekehrt. Die kreative Gehirnhälfte kann schlechter arbeiten, wenn wir die Wissen anhäufende Gehirnhälfte so wichtig nehmen. Und dies ist der Grund, dass es uns schlechter geht in unserer Zeit, als es uns gehen müsste. Wir können nur ganz (und das heißt gesund) werden, wenn wir unsere Gehirnhälften ausgeglichen verwenden.

    So ist es nach meiner Meinung ein gutes Zeichen, wenn ich mehr und mehr authentisch lebe und eben nur Wissen in mich aufnehme, wie es sich gut anfühlt für MICH. Es ist ein Zeichen, dass ich auf einem guten Weg bin, auf dem Weg zu mir selbst.

    • Hi Richard,

      ja, das stimmt – es hängt auch mit meinem zunehmenden Auf-den-Bauch-Hören zusammen.

      Ich nehme an, dass Du Dein Gehirn mit recht viel spirituellen Büchern füllst – dass das eine Sache ist, die sich für Dich gut anfühlt. Oder nimmt auch das bei Dir ab?

      LG

      Tim

  • Ja Tim, fühlt sich gut an für mich. Doch habe ich dieses Jahr gerade 2 Bücher gelesen und diese noch nicht zu ende. Die Inhalte wieder holen sich, auch wenn es immer neue interessante Herangehensweisen gibt.

    Es fühlt sich auch eher an wie Bewusst Werden oder Erinnern. Und gerne führe ich so manche Punkte auf ein und dem selben Kern zurück. Das entlastet auch diese Füllung, auch wenn nicht alles im Gehirn gespeichert ist. Eher in allen Zellen und im Energiekörper.

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