Die 4 indischen Gesetze der Spiritualität | myMONK.de
|30. Juni 2013 08:59

Die 4 indischen Gesetze der Spiritualität

Es folgt ein Gastbeitrag von Thomas Pfitzer zu seinen Gedanken um die 4 indischen Gesetze der Spiritualität:

Vor kurzem wurde auf facebook dieser Text gepostet. Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht, weil er mich zuerst sehr angesprochen hat. Erst beim späteren Reflektieren kamen ein paar Zweifel auf. Ich möchte nicht behaupten, dass ich mit meinen Gedanken richtig liege, sondern biete Ihnen das als „Diskussionsgrundlage“ an. Das Thema ist wohl zu komplex um eine eindeutige, immer geltende Lösung zu finden.

Zuerst der Originaltext:

Die vier indischen Gesetze der Spiritualität.

Das 1. Gesetz sagt:

“Die Person, die dir begegnet, ist die Richtige.”

Das heißt, niemand tritt rein zufällig in unser Leben. Alle Menschen, die uns umgeben, die sich mit uns austauschen, stehen für etwas, bzw. haben einen Sinn, einen Nutzen. Entweder um uns zu lehren, oder uns in unserer Entwicklung voranzubringen.

Das 2. Gesetz sagt:

“Das was passiert, ist das Einzige was passieren konnte.”

Nichts, aber absolut nichts von dem was uns geschieht hätte anders sein können.
Nicht einmal das unbedeutendste Detail. Es gibt einfach kein: “Wenn ich das anders gemacht hätte, dann wäre es anders gekommen.”

Nein, das was passiert ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren damit wir unsere Lektionen lernen um vorwärts zu kommen.
Jede einzelne der Situationen, die uns im Leben widerfahren, sind absolut perfekt, auch wenn unser Verstand, unser Ego, sich widersetzen und es nicht akzeptieren will.

Das 3. Gesetz sagt:

“Jeder Moment in dem etwas beginnt, ist der richtige Moment.”

Alles beginnt genau im richtigen Moment. Nicht früher und nicht später.
Wenn wir dafür bereit sind, damit etwas Neues in unserem Leben geschieht, ist es bereits da, um zu beginnen.

Das 4. Gesetzt sagt:

“Was zu Ende ist, ist zu Ende.”

So einfach ist es. Wenn etwas in unserem Leben endet, dient es unserer Entwicklung. Deshalb ist es besser loszulassen und vorwärts zu gehen, beschenkt mit den jetzt gemachten Erfahrungen.

WOW, das ist schon bitter, wenn ich erfahre, dass all die stressigen und vergeudeten Monate mit dem Ex-Ehepartner vor der Scheidung nützlich waren, weil ich daraus lernen soll. Wie schon auch beim universalen Gesetz der Anziehung, (siehe Artikel: Die 5 Gesetze des Universums, die über Glück und Unglück entscheiden) sagt mir hier der weise Guru, dass ich selbst Schuld bin, weil ich genau diese Person in mein Leben gezogen habe, um mich weiter zu entwickeln.

Mehr noch: Anstatt mir das Recht einzuräumen, meiner Ex die Pest an den Hals zu wünschen, weil sie mit allen Kindern und der kompletten Wohnzimmereinrichtung, nebst Auto und 40.000-Euro-Küche das Heil bei ihrem Fitness-Trainer suchte, soll ich noch DANKBAR sein, dass ich lernen durfte, was mit MIR nicht stimmt.

Da wird auch die betrogene Ehefrau, die im PC des Göttergatten diverse Erotikaufnahmen mit der Sekretärin des selbigen findet, ihre Probleme haben, gell?

Ja, so ein Guru, der hat’s leicht. Er sitzt da oben auf dem Berg, da wo’s koa Sünd net gibt und knabbert seine Körner. Emotionen wie Zorn, Eifersucht, Neid und Selbstmitleid sind ihm fremd. „No woman no cry“, singt der Rastafari und zieht am Joint – auch eine Therapie…

Nun aber mal wieder ernst. Es ist schließlich ein ernstes Thema, für den, der leidet. Es mag stimmen, dass dieses Gesetz wahr ist, denn schließlich haben wir durch unsere freie Entscheidung Menschen bewusst in unser Leben gelassen. Wir tragen die volle Verantwortung. Niemand hat uns gezwungen Beziehungen, Freundschaften und Geschäftsverbindungen einzugehen mit X und Y. Wir hätten ja das universale Gesetz vom Anfang und Ende (siehe Artikel) nutzen können und erst einmal alles genaustens hinterfragen können. Dann hätten wir die Fehler in unserer Wahrnehmung erkannt und uns vielleicht mehr auf unsere Intuition verlassen, die sich zuvor schon mit einem „seltsamen Gefühl“ gemeldet hat, aber von unseren Begierden, Wünschen und Bedürfnissen geflissentlich übersehen wurde. Insofern ist dieses Gesetz schon in Ordnung.

Aber:
Was ist mit den Dingen, die ich NICHT selbst in mein Leben ziehe, die ich NICHT selbst entschieden habe, sondern die über mich kommen, wie ein Gewitter aus heiterem Himmel? Bleiben wir in Indien. Will mir jetzt jemand sagen, dass die massenvergewaltigten Frauen das in ihr Leben gezogen haben, um daran zu wachsen und daraus zu lernen? Es gibt einige Menschen, die mir jetzt das Argument entgegensetzen, dass ALLES was geschieht selbst gewollt und selbst geleitet ist, wenn auch nur ganz stark „unterbewusst“.

Dazu hörte ich bereits folgende Theorien:

1. Theorie „Die Seele des Menschen sucht sich bei der Wiedergeburt die Existenz aus, in der sie leben möchte und ihr ist das Leid dieses Lebens im voraus bewusst. Sie wählt dieses Leben genau aus DEN Gründen aus – nämlich um leiden zu können, um zu lernen.“

Wenn man davon ausgehen möchte, dass es Wiedergeburt gibt und die Seele die Art und den Zeitpunkt der Wiedergeburt selbst bestimmen darf, mag das sehr vernünftig klingen. Die Frage ist: Wo ist der Beweis? Ist das nicht eine schön zusammengebastelte Geschichte, ähnlich die aller anderen Religionen, die uns helfen soll die schwierigen und leidvollen Momente des Lebens zu ertragen?

Mit Sicherheit ja, aber andererseits: Wenn es dem Menschen hilft, es besser zu meistern – warum nicht? Ich möchte nur darum bitten bei Diskussionen fair zu bleiben und es zu nehmen wie es ist. Es ist eben nicht die Wahrheit, sondern lediglich eine Hilfestellung in Form einer Philosophie bzw. Religion. Es ist nicht DIE Wahrheit, sondern nur eine Stütze.

2. Theorie: „Alles Karma.“

Was ein Glück, dass es Karma gibt. Keiner weiß, was es ist, aber jeder labert drum herum oder mitten hindurch. Mit Karma lässt sich alles erklären und alles beweisen. Genauso sinnig wie das Sprüchlein: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“, oder: „Die Wege des Herrn sind unergründlich.“
Wer hat hier „Bullshit!“ gerufen?

Mit Karma kann ich dann auch der tränen-überströmten Mutter erklären, dass ihr totgefahrenes Kind soviel positives Karma im letzten Leben angehäuft hat, dass es sehr früh gehen durfte und sie als Mutter, in den früheren Daseinsebenen soviel negatives Karma angehäuft hat, dass sie – genau, Sie ahnen es schon –  jetzt leiden muss, um ihr Karma auszugleichen und um zu lernen! Wenn Sie nun eine Faust in Ihrem Gesicht spüren, dann kommt die von der Mutter.

Karma – und ich ziehe mir bewusst den Zorn der selbsternannten Trommelschamanen und Heiler vom Rhein bis an die Wupper zu – ist nichts anderes als die esoterisch verklärte Variante des christlichen und deshalb nicht minder fragwürdigen Fegefeuers. „Bist du nicht brav, dann…“

Die einen drohen mit ewiger Verdammnis wegen Sünde, außerehelichem Dingsbums und bieten die Erlösung durch Zahlung der Kirchensteuer und die anderen drohen mit 1000 Wiedergeburten als Wurm, Opfer oder Vollpfosten, wenn man nicht:

a) die Seele reinigt im Weihrauch
b) die Trommel schlägt und singt
c) feengleich um’s Feuer tänzelt

Grundsätzlich bin ich gerne Pragmatiker und sage: Wenn es hilft, dann ist es gut, aber bitte vergessen Sie nie, dass viele angebliche Heilungen eben nur Plazeboheilungen sind.

Warum nehmen wir nicht einfach hin, dass Kummer und Leid ein Bestandteil des Lebens ist wie Liebe und Glück?
Wir akzeptieren doch auch warm und kalt, hell und dunkel, laut und leise, Tag und Nacht und vieles mehr. Auch Gut und Böse sind Bestandteile der menschlichen Natur und wir sollten sie anerkennen und sie nicht leugnen und verdrängen. Was wir aus unserem Fokus nehmen, kann unbewusst wachsen und stärker werden. Wir müssen die negativen Aspekte unseres Wesens anerkennen, wahrnehmen und respektieren um sie auflösen zu können. Also sollten wir auch das Leid als Aspekt des Daseins anerkennen.

Kein Mensch hat behauptet, dass es leicht wird. Siehe hierzu auch facebooks Lieblingszitat: „Das Leben ist kein Ponyhof.“ – WOW, da wird jeder Guru blass vor Neid, bei soviel Selbstreflexion. Aber es ist eben etwas Wahres dran.

Die verbissene Suche nach einem Schuldigen oder einem Grund treibt oft seltsame Blüten. Der „Erklär-Bär“ ist unterwegs und möchte uns unbedingt erläutern warum die Welt so tickt, wie wir es oft nicht mögen.

Alle diese Theorien von Gott, Karma und Reinkarnationen dienen nur dazu dem Menschen eine Geschichte zu erzählen, die ihn glauben lassen soll, dass die Welt gerecht ist. Nach dem Motto: Früher oder später zahlen sie alle. Entweder in der Hölle oder bei der nächsten Wiedergeburt. Was, wenn das alles Humbug ist? Was, wenn die Welt nicht gerecht ist, sondern lediglich um Ausgleich BEMÜHT ist? Wie im Arbeitszeugnis: Er war stets bemüht… hat es aber nie hingekriegt ;-)

Das Universum und alle Planeten und alles was darin existiert, sind sich selbst regulierende Systeme. Alle Systeme, ob Planetenanumlaufbahnen mit ihren Gravitationen, Wetter, Pflanzenwelt, Wasserhaushalt oder Tierwelt, sind nur um Ausgleich bemüht. Es geht immer nur darum ein Gleichgewicht herzustellen zwischen Hitze und Kälte, Sonne und Regen, fressen und gefressen werden, aussterben und zu neuer Art mutieren.

Logisch, dass der Mensch sich am ausgleichenden Beispiel der Natur auch sein religiöses System aufgebaut hat, das da lautet: „Die Welt ist gerecht. Wenn ich jetzt viel Gutes tue, dann wird mir auch später viel Gutes widerfahren und wer jetzt Böses tut, wird irgendwann dafür zahlen. Wenn nicht gleich, dann im nächsten Leben.“

Wir lieben diesen Gedanken, weil er gerecht ist. Er dämpft unser Gefühl der Ohnmacht, wenn wir von den Medien wieder einmal zugeschüttet werden mit Hiobsbotschaften von verseuchtem Wasser durch Fracking und Keimen im Kartoffelsalat. Einer MUSS bezahlen – aber Superman ist gerade mal wieder in Urlaub – den Urlaub, den ich mir nicht leisten kann. Böse Welt!

Der Philosoph René Descartes sagte: „Ich denke, also bin ich.“

Vielleicht ist das nur die halbe Wahrheit? Ergänzen wir es: „Ich leide, also bin ich.“ Was passiert dann?

Bitte werfen Sie mir nicht vor, ich würde das Leid begrüßen und empfehlen, man möge sich darin suhlen und es auskosten als Beweis der Leidensfähigkeit und der Existenz. Ich meine damit lediglich, dass man den Versuch starten könnte, das Leid zu umarmen, es anzunehmen als Teil des Lebens, um es in Liebe und Dankbarkeit aufzulösen.

Die praktische Übung dazu, zeige ich Ihnen beim nächsten Mal. Es soll ja auch ein wenig spannend sein.

Thomas Pfitzer

 

Text von und herzlichen Dank an:

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
Tel.: 0176 96 255 796 oder 0621 592 48 92
coach@wingwave-rhein-neckar.de
http://wingwave-rhein-neckar.de
http://wingwaver.blogspot.de

 


Photo (oben): Cornelia Kopp

20 Kommentare

  • Das Wort Karma heisst übersetzt Handlung, das Geflecht der voran gegangenen Handlungen ist schwer zu durchschauen. Das Ergebnis, in ihrem Beispiel eine Scheidung, mit viel zusätzlichen Sachverlusten wird dann nicht richtig gedeutet. Einer Scheidung gehen meisst Jahrelange Handlungen vorraus die zu diesem Ereignis führen. Darüber sollte lange meditiert werden. Ihr Urteil über Opfer und Schuldigen ist überstürzt. Ebenso ihr Urteil über das Karma, das in unseren Breitengraden gerne in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Welt von oben herab belächelt wird.

  • “Ich meine damit lediglich, dass man den Versuch starten könnte, das Leid zu umarmen, es anzunehmen als Teil des Lebens, um es in Liebe und Dankbarkeit aufzulösen.” Thomas Pfitzer
    Nun ja, genau darum geht es meiner Meinung nach auch in diversen spirituellen und religiösen Ansätzen, wenn sie ganzheitlich verstanden werden (z.B. Jesus’ “Liebe deinen Feind.”)
    Ich denke nicht, dass es um Schuld geht, um Zurückzahlen, um ausgleichende Gerechtigkeit, um Strafe, um Gut und Böse… sehr wohl glaube ich aber an das Gesetz von Ursache und Wirkung. Wenn wir es schaffen, das Werten dabei weitgehend zu lassen, werden daraus einfach viele spannende Lektionen. Somit kann ich das Leid, meine gemutmaßten “Feinde” bzw. das vermeintlich “Böse” dann auch dankbar und liebevoll “umarmen”.
    Dazu muss ich aber – wie es ja auch der Autor vertritt – offen darauf zugehen, es anschauen und nicht verdrängen oder an den Rand schieben. Dabei werde ich mehr oder weniger “leiden”, bis ich eben durch die Lektion durch bin und erkenne, dass ich gar nicht leiden muss. Die ursprüngliche Bedeutung des “Fegefeuers” wird wohl genau da her kommen: das Wort “fegen” weist ja darauf hin, dass es letztendlich reinigen wird. Auch der “Phönix” ein gutes Bild. Nicht vor dem Leben davonrennen wollen, statt dessen “brennen” vor Leben. Erleben statt Erklären. Begreifen statt Verstehen. Gefühl und Mitgefühl. Bewirkt: letztendlich als Phönix aus der Asche zu steigen. (Ursache und Wirkung: “Karma”?) Dann hat Jesus seinen Feind umarmt, er hat sich in Liebe aufgelöst (ist erlöst in anderen Worten), man ist durchs “Fegefeuer” durch, das “Karma” hat sich erfüllt.
    Geht man nicht durchs “Fegefeuer”, schaut man den Schatten nicht ins Gesicht, um sie letztendlich zu umarmen, dann er füllt sich ein anderes “Karma” – und jenseits des Wertens ist das Eine nicht “besser” oder “schlechter” als das Andere… ;-) Es wird auch keine “Strafe” sein. Es ist halt eine andere Wirkung!
    Jeder muss sich selbst entscheiden, wie er persönlich leben will. Ich persönlich liebe das “Feuer”, das Leben, die Lernlektionen. Ich steh auf dieses “Phönix”-Gefühl, auf die Metamorphose. Ein Anderer geht es halt sanfter an… wird schon alles passen so. :-)

  • Steht doch im ersten Gesetz gar nicht, dass ich die Leute in meine Leben ziehe. Wieso also danach die Frage stellen wer Schuld hat? Imo eine zutiefst menschliche Frage. Nur sinnlos. Her wird doch niemandem Schuld zugewiesen.
    Wer sucht sich eine Vergewaltigung aus? Dinge, die ich nicht ändern kann. Doch wie verbringe ich das Leben nach dieser Vergewaltigung? Traumatisiert in ständiger Angst? Hier ist es also sinnvoll, das Leid zu umarmen um weiterzugehen?
    Hier wird ein Widerspruch gesucht, wo es keinen gibt.
    Es ist leicht, den Guru anzupatzen, der nicht leidet. Aber wieso soll ich dann auf meinen Therapeuten hören, der genauso leicht reden hat? Jeder, der mein Leid gerade nicht teilt hat immer “leicht reden”.
    Ich argumentierte auch mal so. Heute habe ich Frieden. :-)

  • Meine heutiger Stand der Erkenntnis ist, dass nichts, aber auch wirklich nichts von mir gewählt wurde. Ich bin Teil des Geschehens, aber es gechieht nicht mir. Ich kann es mir anziehen und sagen, schau, dies alles ist MEIN Erleben. Das ist möglich. Aber ist es wahr? Es ist nur eine Geschichte, die ICH mir ausgedacht habe, die mir gefällt, weil sie MEINES Erachtens so ist. Es ist nur eine Geschichte! Schade oder Gott sei dank!

  • Wir sind es gewohnt, alles ständig zu bewerten und zu beurteilen, in Gut und Böse einzuteilen, in Gutes und Schlechtes. Ich glaub, das ist auch Teil unseres Leidens, weil es uns innerlich hin und her reißt, immer zwischen zwei Polen, das Gegenteil von Gelassenheit und Gleichmut. Und ich meine jetzt nicht große Geschehnisse, die uns traumatisieren, sondern Kleinigkeiten. Die ganze Zeit haben wir (naja, der Großteil von uns) bewertende Gedanken, wodurch wir Trennung zu unserer Umgebung erleben. Mir gefällt der Film “Awake”, da sagt einer, drei Worte machen den Unterschied “just like me” (so wie ich auch). Bei jeder Bewertung wie “oh she is so beautiful” oder “oh she is so stupid” oder “oh it’s so boring here”, immer dranhängen “just like me”. Dadurch sind wir nicht mehr getrennt vom Ganzen. Und es funktioniert…
    Manchmal erleben wir Traumen, und wenn wir dann Jahre später darüber reflektieren, sehen wir erst, wie sehr wir daran gewachsen sind, wie wir dadurch vielleicht sogar bereichert wurden und unseren Weg in eine andere Richtung lenkten. Ich muss das Leid ja nicht in dem Moment, wo es geschieht, umarmen, aber ich kann vielleicht gelassener damit umgehen, zumindest nach einiger Zeit. Und wenn es gar zuviel wird, kann man es etwas Höheren übergeben, man muss die Last nicht alleine tragen…

  • “selbstregulierende Systeme…” genau das. und deshalb brauchen wir keine Götter und kein Karma-Gebrabbel und keine selbsternannten Erleuchteten. wir brauchen die Selbsterkenntnis, dass wir alles in der Hand haben und selbst entscheiden können, was mit unserem Leben geschieht. Opferebene verlassen und Ziele setzen. Selbstverantwortung übernehmen und nicht “es kommt wie es kommen muss”- Philosophien, die mir ganz schwer nach Selbstaufgabe klingen. Guter Artikel – gefällt mir und werde ich teilen.

  • Vier interessante Lebensweisheiten, die dann doch irgendwie alle das Gleiche meinen, eben nur aus einem anderen Blickwinkel. In schwierigen Situationen ist es zwar schwer daran zu glauben, aber ich glaube auch daran, dass alles was passiert seinen Sinn hat und das Höhere-Ich einem immer den richtigen Ball zuspielt.

    Gruß
    Eugen

  • Diese 4 Gesetze kann man ebenso in ein einziges “Gesetz” zusammenfassen: Lebe im Hier und Jetzt.

    Karma, Wiedergeburt, Schicksalsschläge… Freude, Urlaub, Highlights unseres Lebens… Yin und Yan… Resonanzgesetz…

    Ich glaube alles will uns eine Richtung lehren: Lebe im Hier und im Jetzt. Denn nur im Hier und im Jetzt kann ich wahrnehmen wie es in mir aussieht, was mir gut tut, was mir nicht gut tut und so Dinge verändern und auch die “kleinen Dinge” des Lebens schätzen. Aus der eigenen Mitte heraus leben mit allem was man ist. Nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft, sondern Jetzt. Im Augenblick. Und schon sieht die Welt wieder etwas anders aus ;-)

  • Mich würde interessieren, was der Autor unter einer “Placeboheilung” versteht.
    Heilung ist doch Heilung, oder nicht?
    Wen interessiert das Zustandekommen, wenn es doch das Resultat ist, das zählt?

    Der “Placeboeffekt” wird leider von Laien viel zu oft als minderwertig oder unecht bezeichnet. Was für ein Humbug!

    Die wenigsten wissen offenbar, daß es ebenso wie den Placeboeffekt auch den Noceboeffekt gibt.

    Placebo = ich glaube an die Wirkung eines an sich wirkungslosen Mittels und es hilft.
    Nocebo = ich glaube nicht an die Wirkung eines wirksamen Mittels und es hilft nicht!

    Was ist es also, was heilt? das Mittel, oder die innere Einstellung?

    Wer abschätzig vom Placeboeffekt spricht, verkennt das Wesen von Heilung und viel schlimmer, er säht Zweifel dort, wo Glauben hilfreich wäre.

  • Diese 4 Grundsätze helfen mir in schweren Zeiten über Wasser zu bleiben, es ist eine Art die Dinge zu akzeptieren und sich selbst nicht immer Vorwürfe zu machen.

  • So ist es, Thomas Pfitzer, Kummer und Leid sind Bestandteile des Lebens wie Liebe und Glück, ganz meine Meinung. Und was wir in den Fokus nehmen, wird stärker. So versuchen wir es nicht nur, nein wir tun es auch. Wir nehmen das Leid an und wir haben auch Mitgefühl (berühren das Leid des Anderen mit unserem Sein) und weil Liebe und Dankbarkeit doch immer etwas mitschwingen in unserem Seinszustand, löst sich das (niedrig schwingende) Leid (in den höher schwingenden Energien von Liebe, Mitgefühl, Dankbarkeit …) auch ständig etwas auf. Auf Intuition besser zu achten und auch dem Impuls des „seltsamen Gefühls“ folgen ist auch ein guter Top, finde ich.

    Nun ist das Leid einmal da, besser gesagt die enorme Schicht an negativen Mustern auf unserer Erde, die Leid bewirken. Und wer hat das geschaffen? Neuerdings wissen wir ja sogar aus der Quantentheorie, dass alles Energie und Information ist und unser Seinszustand mit entsprechenden Gedanken und einer entsprechenden Art der Sprache erschafft entsprechende Muster neu, bzw. gleicht bestehende aus. Nun werden wir irgendwo hineingeboren und dann auch sogleich zügig beladen mit den Mustern, ob es nun Resonanz gibt zu früheren Leben und wir deshalb Situationen anziehen oder nicht. So ist es doch stimmig, dem Leid (Opferdasein) die Bedeutung (Fokus) zu entziehen und möglichst viel unser Licht in Wertschätzung, Liebe und Dankbarkeit strahlen zu lassen, anstatt mit gleichartigen negativen Mustern und einer Art zornigem Umsichschlagen jegliche überlieferte Weisheit anzugreifen, weil gerade eben mal die geeignete Sichtweise fehlt.

    Im Grunde wissen wir es. Wir wissen eben fast nichts. Und wir bestimmen auch fast nichts mit unserm Verstand. Nicht einmal den Partner wählen wir bewusst, auch wenn wir dies denken. Nein, die gegenseitige Anziehung ist einfach konditioniert und sorgt dafür dass die Gedanken fokussiert werden auf eine passende Weise. Wir dürfen dann dem Gefühl zustimmend folgen, aber „Entscheiden“ nenne ich dies dann doch nicht aus der Perspektive heraus, die ich hier meine. Hin und wieder hat unser Verstand Zugriff auf die enorme Weisheit der Seele und wir nennen das dann vielleicht „Offenbarung“. Manche Menschen haben öfter Zugriff und sehen auch vergangene Leben. Mit der Überlieferung haben wir dann Weisheiten im Angebot, die manche Menschen mit ihrer Sichtweise „unbewiesene Theorie“ nennen. Auf jeden Fall sind solche Weisheiten aber Angebote für unser Glaubenssystem, das wir eben dann doch benötigen, um zu innerem Frieden zu kommen und wie vorgeschlagen möglichst viel Leid durch Liebe und Dankbarkeit auflösen zu können. Und im tiefsten Inneren wissen wir es auch. Wir werden immer aufgefangen, egal was kommt.

  • Beim Leiden kommt es darauf an, wie wir damit umgehen.

    Wenn wir keine Ahnung von den universellen Gesetzen haben, verurteilen wir alles und jeden, was uns innerlich zunehmend verhärten lässt.

    Bewusstes Leiden hingegen, hat eine ganz andere Qualität, denn wir legen die innere Abwehrhaltung ab und gehen hinüber zur Annahme.

    Erst dadurch kann sich das Leid wandeln und uns zu mitfühlenden Wesen voller Liebe werden lassen………….

    Dies erklärt ganz gut, warum ich mir diese “Zustände” imaginär erschaffe, wobei das mit meinem Verstand im Sinne von Emphatieentwicklung sogar sinnvoll ist………….. auch mein Rückzug.

    Ich brauche das solange, bis ich es eben nicht mehr brauche.

    Danke :-)

  • Ein bisschen erinnert mich die Haltung des Autors an einen Mann, der auf seiner Wanderung ein Unwetter herauf ziehen sieht. Er hadert, schimpft und meint, sich verteidigen zu müssen. Er sieht nicht ein, dass er das bewirkt haben könnte. Und er meint, die Wetterleute würden ihm Schuld geben, und würden glauben, er habe das Gewitter angezogen. Dabei sollte die Welt gefälligst gerecht sein und ihn auch behandeln, wie die Leute, die früher unterwegs waren und dem Unwetter entgehen.

    Ich meine, das Wetter kümmert sich gar nicht um den Wanderer. Und die “Gurus” auch nicht. Sie sagen nur, das Wetter kommt und geht, ob ich mich nun ungerecht behandelt fühle, oder vor Wut schäume, oder ob ich Nässe und Wind ertrage und dabei schon Vorfreude auf die warme Stube habe.

    Gleichwohl kann ich Impulsen folgen und mich vorher einstimmen auf einen glücklichen Verlauf. Ich könnte mich auch mit Ängsten und Zweifeln quälen, werten, rechnen, hin und her … in der Kneipe warten und dann doch zu spät loslaufen. Auch hier würde ich nicht sagen, ich sei selber schuld. Ursachen sind die Ängste und die Muster, die schlechte Energie um mich, die Gewohnheit, auf den Verstand zu setzen. Wo ich dies her habe? Wer will hier mit dem Finger auf einen Ur-Verursacher zeigen?

  • “Mit Karma kann ich dann auch der tränen-überströmten Mutter erklären, dass ihr totgefahrenes Kind soviel positives Karma im letzten Leben angehäuft hat …”

    deine überlegungen,Thomas, zum thema karma sind nicht korrekt.

    wäre es tatsächlich so,dass das kind soviel gutes karma angesammelt hätte,
    dann wäre es nicht derart brutal und wohlmöglich qualvoll,
    wie durch einen unfall, gestorben!

    da würde ein tod ohne leid & qual,
    etwa das durch sanftes “entschlummern” im heimischen bett,
    sinn machen

  • Du bist dort wo Deine Gedanken sind.
    Sieh zu das Deine Gedanken da sind wo Du sein möchtest!

  • Ich bin der Meinung das Glaube die Lösung ist, für mich!

    Mein Glaube macht mich stark, ich glaube, dass mein Gott ein gnädiger Gott ist, ich habe ihn einige male erfahren, im Kleinen aber auch im Grossen.
    Mein Glaube macht Leid auch ertragbar, das war ein weiter Weg bis dahin, Leid anzunehmen, im Kleinen und im Grossen.
    Mein Glaube ist Vertrauen, Vertrauen in einen Gott, der mich führt, der mir einen Weg auch aufzeigt.

    Sind wir Ehrlich, einen Beweis für die Richtigkeit Indianischer Gesetze oder Regeln nach denen Lamas oder andere geistliche leben und handeln gibt es nicht, es sind von menschlichem Geist verfasste Worte und Sätze. Es sind Regelwerke, die Sozialkompetenz ermöglichen, die es möglich machen, ein Teamplaner zu sein.

    Es gibt auch keinen sichtbaren, oder greifbaren Beweis dass es Gott gibt, aber hierfür ist der Schlüssel Vertrauen.

    Vertrauen in eine Macht, die all das herrliche was wir hier um uns herum sehen geschaffen hat.
    Vertrauen in eine Kraft die mich auch diesen Unfall hätte haben lassen können, aber ich physikalisch unmöglich mit dem Motorrad in einer Kurve wie von einer Hand gedrückt aufrecht weiter gefahren bin und nichts passierte.
    Vertrauen in ein Licht das mir einen Weg zeigt, wenn ich echt am Boden bin und um Hilfe bitte, rein “zufällig” spürbare Beweise einer Reaktion auf meine Bitte schickt und aufzeigt.
    Vertrauen in mich, dass ich gar kein Loser bin, weil ich Teil der Schöpfung bin, Teil dieser unglaublich detailverliebten Evolution, mit mehr Gehirnzellen als gesichteten Sternen im All.
    Vertrauen in…
    Vertrauen!

  • Hallo Thomas,

    vielleicht ist dein Zustand ja mittlerweile nicht mehr ganz so zornerfüllt gegenüber den sogenannten Gurus und gewissen überlieferten Weisheiten. Doch frage ich mich, wie ich persönlich so viele der niedergeschriebenen Auffassungen ganz anders aufgefasst haben kann. Und dann sind wir und mit dem letzten Satz wieder einig. Mehr noch, in dem Satz ist der Kern der Antworten auf deine Anklagen zu finden:

    „Ich meine damit lediglich, dass man den Versuch starten könnte, das Leid zu umarmen, es anzunehmen als Teil des Lebens, um es in Liebe und Dankbarkeit aufzulösen“.

    Fangen wir mal an:

    Du sagst, es gibt das Leid einfach und es gibt Liebe und Dankbarkeit, womit wir das Leid auflösen können. Ich würde noch gern ergänzen, dass wir selbst alle diese Zustände verstärken und abschwächen können, durch Bewusstheit und Absicht. Und wir erfahren die Möglichkeiten des „Auflösens“ (und Vergebens). Ansonsten ist es wie es ist.

    Thema Schuld: Der Guru sagt, es gibt keine Schuld, so gibt er dir auch nicht schuld, jemand angezogen zu haben. Es gab nur Konditionierungen, die eben waren wie sie waren. Du kannst deine Macken auflösen. Du kannst sie aber auch behalten.

    Thema Recht auf Rache (die Pest an den Hals …): Kein Guru sagt, du hättest kein Recht, so zu denken. Sie sagen nur, dass das nicht gut für dich ist, diese Energie und Muster aufzubauen (ist nicht wissenschaftlich bewiesen). Scheinbar triffst du damit die Ex-Partnerin, doch du triffst dich selber damit. Manche nennen diese Energie „Karma“ und glauben an das mögliche Anhaften über Leben hinweg, bis du dieses Leid wieder auflöst – in Liebe und Dankbarkeit. Hast du diese Erfahrung gemacht, dann BIST du dankbar. Bist du dankbar, dann passen die Ereignisse dazu. Sollen tust du gar nix.

    Thema „gerechte Welt“: Die Gurus sagen die Welt ist wie sie ist, weder gerecht noch ungerecht. Es liegt an DIR, Leid aufzulösen in Liebe und Dankbarkeit (und mit Vergebung). Du kannst dies auch lassen.

    Thema „spirituelle Gesetze“: Du hast den Kontext vergessen. Die Gesetze gelten immer nur für den Augenblick. Zu diesem Augenblick geschieht, was geschehen muss, eben entsprechend dessen was (konditioniert) IST. Du kannst an deiner Konditionierung arbeiten, um immer wieder einiges in Liebe und Dankbarkeit aufzulösen. Du kannst aber auch einfach deinem Zorn folgen und deinem Ego, das nicht an Synchronizitäten glaubt. Irgendwann wirst du es schon anders erfahren. Vielleicht im nächsten Leben … Denn diese Weisheit hast du auch vergessen: Wir kommen ausnahmslos alle an.

    LG Richard

  • Guru ist ein Titel, eine Bezeichnung und hat nichts, mit Bewusstsein zu tun. Es ist ein Dogma.

    Leid ist nicht Bestandteil des Lebens, wenn , dann Bestandteil eines Lebens.

    deines? ihres? …? meines jedenfalls nicht.

    Beste Grüße,
    Stephan

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