|5. Februar 2013 07:15

Der Weise, der in einer Hütte lebte – eine kurze Geschichte

Ein Mann wollte einen großen Weisen besuchen. Er fragte, wo er ihn finde könne, und man führte ihn zu einer schäbigen Hütte am Stadtrand. Drinnen befanden sich nur ein kaputtes Bett und ein Tisch voller Bücher, die ein alter Mann studierte. Der Besucher war erschüttert. „Wo wohnt der Weise?“ fragte er.

„Ich bin es, den du suchst“, sagte der Alte. „Warum bist du so verstört?“

„Ich verstehe das nicht. Ihr seid ein großer Weiser mit vielen Schülern. Euer Name ist überall im Land bekannt. Es gehört sich doch nicht, dass Ihr in einer solchen Hütte lebt. Ihr solltet in einem Palast wohnen!“

„Und wo wohnst du?“ fragte der alte Mann.

„In einer Villa mit vielen schönen Möbeln.“

„Und womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?“

Der Mann erklärte, er sei Geschäftsmann und reise zweimal im Jahr in eine Großstadt, um Waren zu kaufen und an die örtlichen Händler weiterzuverkaufen. Der Weise hörte aufmerksam zu und fragte, wo er in der Stadt wohne.

„In einem kleinen Zimmer einer kleinen Herberge“, antwortete er.

„Wenn jemand dieses kleine Zimmer betreten würde, könnte er doch fragen: ,Warum wohnst du als reicher Geschäftsmann in einem solchen Zimmer?‘ Und du würdest antworten: ,Ich bin nur kurz hier, darum brauche ich nicht mehr. Komm in mein wahres Heim, und du wirst sehen, dass es ganz anders ist.‘ Nun, mein Freund, das Gleiche gilt für mich. Ich bin ebenfalls unterwegs. Diese materielle Welt ist nur eine Straße. Und mein Heim sieht ebenfalls ganz anders aus. Komm in mein spirituelles Heim, und du wirst sehen, dass ich in einem Palast lebe.“

 

Gefunden bei: chabad.org

 

Photo: Ian Sane

3 Kommentare

  • Über diese Geschichte lohnt es sich länger nachzudenken!

    • Hi Kerstin, ja, das finde ich auch. So einfach die Message vielleicht ist (auf den ersten Blick), so tiefgründig ist sie und so viel folgt aus ihr. Freut mich, dass sie Dir auch gefällt! LG Tim

  • Ich würde sagen, dass dies eine in das extreme Gegenteil gedrehte Sicht des materialistischen Denkens und überspitzt gemeint ist.

    Doch wir leben in einer physischen Welt, in der Geist Materie angenommen hat. Du kannst dich nicht trennen vom Physischen und Materiellen. Diese körperlichen Dinge sind zugleich geistiger Natur. Und die Dinge, die du um dich hast, gehören zu dir auch in einem geistigen Sinn. Du pflegst und wertschätzt dich nicht wirklich, wenn du die Dinge um dich vernachlässigst.

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