|24. Juni 2013 08:31

Der schmutzige Samurai, der Hölle und Himmel kennenlernte – Eine kurze Geschichte

Die Hölle ist in uns, der Himmel auch.

Ein großer, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. "Mönch", sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, "lehre mich etwas über Himmel und Hölle!". Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: "Dich etwas über Himmel und Hölle lehren?

Überhaupt nichts kann ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen."

Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen.

"Das ist die Hölle", sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden.

"Und das ist der Himmel", sagte der Mönch sanft.

Gefunden auf: kusunoki.de

 

Photo: Angelo Gonzales

7 Kommentare

  • Hallo Tim, ich liebe Deine kurzen Geschichten. Eine schöne Woche Liebe Grüße Sabine

  • Schön. Gut. Wahr .

  • Gut gesagt.Echt wahr!

  • eine wunderbare Geschichte.
    Vieles kann nicht erklärt, aber erfahren werden.

  • Hallo Tim,
    diese Geschichte ist super … gerade deshalb, weil sie so kurz ist und trotzdem auf den Punkt bringt, wie wichtig und einfach es ist, die Welt über unsere Gefühle zu erfahren. Und als nächster Schritt wäre dann wohl in Betracht zu ziehen, wie man(n)/frau mit den unterschiedlichen Arten der Gefühle “umgeht”, oder?
    Herzliche Grüße
    Thorsten

    • Hey Thorsten,

      ich liebe diese kurzen Geschichten auch!

      Weiß gar nicht, ob man hier unbedingt einen Schritt gehen muss, oder ob die Geschichte nicht von selbst dazu führt, dass in einem etwas VORgeht, Tropfen für Tropfen.

      Aber wenn ich mir dazu ne Frage stellen würde, dann wäre es entweder die Deinige oder diese:

      Woher kommen diese Gefühle, und wohin gehen sie?

      LG

      Tim

      • Hallo Tim,
        vielen Dank für dein Feedback.
        Besonders “aufgefallen” sind mir Deine Worte “Tropfen für Tropfen” … diese Sichtweise macht mich noch einmal aufmerksam darauf, “behutsam” vorzugehen, wenn es um Wissen geht, das mit einem “erweiterten Weltbild” verknüpft ist. Dein Blog ist ein super gutes Beispiel dafür, dass diese Strategie “wirkt” … Klasse.
        Herzliche Grüße
        Thorsten

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