Der Indianer und die Grille – eine kurze Geschichte | myMONK.de
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|31. Januar 2013 13:32

Der Indianer und die Grille – eine kurze Geschichte

Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste Mal seinen weißen Bruder in der Großstadt.

Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Straßenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstraße mit den großen Schaufenstern spazierten, blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf.

"Was hast du", fragte ihn sein Freund. "Ich höre irgendwo eine Grille zirpen", antwortete der Indianer. "Das ist unmöglich", lachte der Weiße. "Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen."

Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen. Sie kamen zu einem älteren Haus dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter und tatsächlich: Da saß eine große Grille.

"Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör", sagte der Weiße im weitergehen. "Unsinn", erwiderte sein Freund vom Land. "Ich werde Dir das Gegenteil beweisen". Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden. Ein leises "Pling" ließ sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten.

"Siehst Du mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen können oder nicht, liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit. Was Du hörst, sagt mehr darüber aus wie Du denkst, als was Dich umgibt."

(Indianische Weisheit)

Was wir hören zeigt uns manchmal mehr über unsere innere Welt als über das, was im Außen passiert.

Was hörst Du?

 

Gefunden bei: Jürgen Götz

 

Photo: pranav

10 Kommentare

  • Und, wie hört sie sich für Dich an?

  • Jetzt im Frühling ganz viel Gezwittscher der Vögel.. Aber die sind ja auch nicht gerade leise ;) aber herrlich… LG Birgit

  • Nun ich lebe fast im Wald, stehe ich auf meiner Terrasse höre ich Wasser, verschiedene Vögel, im Sommer die Grillen, abends eventuell ein Wildschwein grunzen oder auch schmatzen, Rehe den Hang raufklettern, im Herbst die Hirsche röhren. Nachbars Pferde wiehern ab und zu … eben Natur pur … bis auf die paar Autos, die natürlich auch mal an unserm Haus vorbeifahren, aber die gehen meist vom Geräusch her unter.
    Im Moment höre ich die Tastatur meines Computers, unsere beiden Wellensittiche die sich in den Schlaf zwitschern und unsern Kamin knistern.
    Und das alles hört sich gut für mich an und ich möchte auch mit niemandem tauschen :-) … obwohl, ich fahre gern ans Meer wenn ich Urlaub habe, ich liebe die Gezeiten … das hört sich halt doch noch anders an als unsere kleinen Rinnsale hier vor Ort.

    • Wow, das klingt toll. Vor allem das mit den grunzenden Wildschweinen :) – nein, mal ganz im Ernst, die Natur tut einfach der Seele gut. Und das sagt einer, der einst Naturmuffel ohne Ende war. Da hast Du’s wirklich gut!

  • Nun ich könnte mir vorstellen für einen Stadtmenschen ist so etwas anfangs sicher gewöhnungsbedürftig und es ist nicht für jeden das Richtige ;-). Aber mir geht es andersherum genauso. Ein paar Tage Stadtleben geniessen, aber dann ist es auch genug, leben würde ich nicht in einer wollen … trotzdem hat man wie auch in der Geschichte geschildert Einfluss darauf WAS man hört. Ärgere ich mich in der Stadt über den Autolärm, oder entdecke ich den Spatz der gerade in irgendeiner Rabatte vom Parkplatz sitzt und pickt und vielleicht mit einem Artgenossen lautstark fangen spielt … oder die Taube die irgendwo sitzt und gurrt … so etwas gibt es schließlich auch in der Stadt. Es gibt da wie ich finde so eine tolle Werbung (von wem die ist habe ich vergessen und ist ja auch nicht wichtig denke ich). Es regnet in Strömen, eine Mutter (oder Vater?) mit Kind hasten durch die Stadt. Obwohl der/die Erwachsene drängelt weiterzugehen bleibt der Junge stehen weil er einen Regenwurm gesehen hat, nimmt diesen hoch und bringt den Wurm ins Grüne in Sicherheit. Welcher Erwachsene würde den Wurm überhaupt erst wahrnehmen? Kinder machen uns vor auf was es im Leben wirklich ankommt … bis sie es in der Regel mit den Jahren abtrainiert bekommen …

  • Hörst du die Musik – im Gesang der Vögel, pure Freude verkündend?
    Im sanften Rauschen der Blätter, bewegt von unsichtbarer Kraft
    mit liebkosender Leichtigkeit?

    Spürst du das Leben – im sanften Lufthauch, zärtlich streichelnd?
    In den wärmenden Sonnenstrahlen, die Dein Herz anfüllen
    mit barmherziger Stille?

    Riechst du diese Fülle – im Duft der Blumen und Gräser, dem Atem Gottes,
    der Dein Herz mit ehrfürchtiger Dankbarkeit durchströmt
    und ein Lächeln in Deine Seele zaubert?

    Siehst du das Licht – im hellen Schein der Sonne, eingebettet in unendlichem Blau?
    Im Schein des Mondes und der zahllosen Sterne –
    so weit weg und doch zum Greifen nah?

    Es gibt Zeiten, in denen meine Wahrheit scheinbar in weiter Ferne liegt.
    Doch wenn ich ganz still werde, dann erinnere ich mich – an die Musik, das Leben, die Fülle, das Licht.
    Ich erinnere mich daran, dass ich Eins bin mit dieser Welt – losgelöst von Zeit und Raum.
    Dann spüre ich meine Verbundenheit mit ALLEM.

  • Ich höre die Musik deiner Seele, während du dies hier gerade liest und deine Tränen, noch bevor du sie geweint hast. Und das ist keine Metapher!

  • Ich höre wie eine Fledermaus… Echolot Geräusche, Lärm der zu laut scheint, Vögel in Bäumen.

    Als ich schwerhörig aufwuchs und mi 27 eine erfolgreiche Ohren Operation (meine 3.) hatte, konnte ich wieder sehr gut hören. Was sich wie ein Erfolg anhört, war ein Desaster zunächst für mich.

    Wie ein Blinder, der plötzliche sehen kann hatte ich mit einer Reizüberflutung in einem Ausmass zu tun, wo ich meine Ohren nicht einfach wieder zumachen konnte. Ich hatte permanent Kopfschmerzen zu Beginn und fand die Hässlichkeiten, die viele Menschen sprachen grausam. Sie bohrten sich wie Giftpfeile von überall in mein Herz. Wegrennen wollte ich, vor dem Lärm der giftigkeiten und Krach an Citylärm.

    Es ist 15 Jahre her und ich kann besser damit umgehen. Aber immer noch tun mir schlimme Worte direkt im Ohr weh, wie ein Seismograf. Ich höre kleinste Dinge sehr deutlich, Nebengeräusche wie normal Lautstärke, habe noch immer Problem mich in einer lautstarken Umgebung zu Konzentrieren und bekomme Beklemmungen, selbst wenn ich total frei stehe, nur wegen der Lautstärke.

    Die Welt für mich ist zu laut, darum ziehts mich oft in die Wälder, in die Ruhe, machen Klangheilungen und Meditation…

    Und ich höre Schwingungen von Menschen, die ich in Worten spüren kann, was unausgesprochen im Raum schwebt… meist das, was sie nicht wagen zu sagen und nach heilung sucht…

    Das ist, wie ich das Hören wahrnehme, wie ein Sehen mit Tellergrossen Ohren – eben wie eine Fledermaus mit Echolot…

  • Hi Annakee. Danke für dein Teilen. Ich kann das nachvollziehen. Bestimmt hast du die “Giftigkeiten” auch schon gehörlos wahrgenommen, erspürt. Du hattest “aussersinnliche” Wahrnehmung kultiviert. So hast du wahrgenommen über die Energieströme zwischen den Auren. Und über das 3. Auge. Wir wissen heute, dass sogar Pflanzen das tun. Gedanken erfassen, über ausgesendet und reflektierte Moleküle.

    Ich kannte einen Mann, der wusste, wann jemand starb und sterben würde in seinem Umfeld. Es war ihm zu viel und so hat er es sich “entwöhnt”, es verlernt. Hochsensible Menschen spüren auch mehr als andere Menschen, brauchen dann mehr Abstand und mehr Zeit, das zu verarbeiten.

    Spirituell fortgeschrittene Menschen und Heiler haben auch eine erhöhte Wahrnehmung. Die eigene Reinigung und der eigene Schutz gehören hier zum “Programm”. Z.B. mit Visualidierung, wie ein klarer Wasserfall alles harte und schmutzige wegschwemmt.

    Oder Visualisierung und damit Aufbau einer energetischen Schutzhülle, die dann 6 Stunden lang Schutz gegen schlechte Energie bietet. Besonders Erzengel Michael mit seiner bläulichen Energie hilft hier. Erzengel Zadkiel hilft bei der Reinigung. Du musst sie nur einladen, wenn du hierfür offen bist.

    Ich würde auch erwägen, bewusst ein Stück in Richtung Gehörlosigkeit zu gehen. Ein Knopf im Ohr ist ja heute nichts Ungewöhnliches.

    LG Richard

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