|5. März 2013 11:07

8 befreiende Wahrheiten über das Scheitern

Das alte Scheitern, nennen wir es Scheitern 1.0, stank uns. Als hätten wir uns an unseren Fehlern und Niederlagen verbrannt und als würde uns der Geruch unseres verbrannten Fleischs in die Nase steigen, wie der der Verurteilten und Verdammten im Mittelalter, der Hexen auf dem Scheiterhaufen. Das alte Scheitern hieß: schlecht zu sein und bestraft zu werden, mit dem Tod. Das alte Scheitern ist ein gefährlicher Feind, die Hölle, der wir um jeden Preis entkommen müssen. Indem wir uns verstecken, klein machen und bloß keinen Fehler riskieren.

Das neue Scheitern, das Scheitern 2.0, ist eine Erlösung, der Himmel. Es befreit uns von den Qualen des alten Scheiterns. Das neue Scheitern umgibt ein frischer Duft. Es riecht nach Leben und Lernen und Wachsen und Blühen. Es ist erstrebenswert, etwas Zauberhaftes, Abenteuerliches, Wunderbares. Ein Freund und ein Lehrer … vermutlich der beste, den Du haben kannst.

Was ist das Geheimnis der Anhänger des neuen Scheiterns?

Sie kennen die folgenden acht befreienden Wahrheiten. Diese können Dich befreien von einer Mehrfamilienkloake voller Ängste, Zweifel und Selbstvorwürfe, in der wir so oft schwimmen.

  1. Scheitern ist nichts als eine Idee, eine Vorstellung, eine Bewertung. Sie existiert nur in Deinem Kopf. Die Rückmeldung, die Du als Scheitern bezeichnest, ist von sich aus weder gut noch schlecht, Du machst sie erst dazu. Du selbst.
  2. Ohne Scheitern gibt es keine Erfolge, nur die Reue. Nur das leise, kleine Leben eines Menschen, der nie seinen Träumen gefolgt ist – und an den sich nach seinem Tod kaum jemand erinnern wird. Risiken (sind es denn welche, verglichen mit dem Leben voller Reue?) und das Scheitern lassen Dich wachsen, machen Dich größer, zeigen Dir neue Wege. Scheitern macht ge-scheiter. Auch, wenn Du die Lektion manchmal erst Jahre später begreifst.
  3. Scheitern ist eine Etappe auf dem Weg zum Ziel und oft viel näher am Ziel, als wir denken. Scheitern ist der Preis, den wir zahlen und zugleich der Preis, den wir erhalten, wenn wir angekommen sind. Warst Du nicht immer nach den anstrengenden Kämpfen besonders glücklich und stolz?
  4. Du bist nicht Dein Scheitern. Wenn Du scheiterst, bekommst Du eine Rückmeldung, die Du selbst verursacht hast. Aber Du bist nicht das Scheitern selbst. Denk‘ an ein Kind, das lernt, Fahrrad zu fahren und stürzt. Ist das Kind der Sturz?
  5. Scheitern hat immer einen Grund, manchmal ist es sogar ein guter. Scheitern gibt Dir die Chance, neu zu beurteilen, wie wichtig DIR das Ziel wirklich ist. Manchmal bewahrt und das Scheitern davor, das Falsche zu tun.
  6. Alles, was Du brauchst für Dein Glück liegt in Dir selbst, nicht in der äußeren Welt. Du kannst Dich zu jedem Zeitpunkt auf das konzentrieren, was Du hast, und was Du geschafft hast, oder auf das, was Dir vermeintlich fehlt und entgangen ist. Daran kann Dich das Scheitern erinnern.
  7. Scheitern kommt Dir im ersten Moment vielleicht dramatisch vor, als ein mächtiges Gewitter, das alles davonspült, wofür Du Dich angestrengt hast. Als eine Sintflut, als das Ende. Dabei waren es oft nur ein paar dunkle Wolken, die bald vorbei gezogen sind.
  8. Nach dem Regen kommt die Sonne. Deine Tränen werden trocknen, Deine Verzweiflung wird verfliegen. Du wirst neue Kraft und neuen Mut schöpfen, immer wieder.

Nun ist es an Dir.

Bekennst Du Dich zu diesen Wahrheiten? Oder willst Du das Scheitern weiter als Deinen Feind betrachten … und Dich damit um Deine Träume und das Abenteuer Deines Lebens betrügen?

 

P.S.: Ich habe mir die acht Wahrheiten soeben ausgedruckt und es unterschrieben. Als Akt der Bekenntnis, ein Schwur mir selbst gegenüber. Ich glaube, das könnte Dir auch helfen. Hier kannst Du sie herunterladen (natürlich kostenlos).

Photo: geir tønnessen

7 Kommentare

  • Das gefällt mir wirklich sehr gut. Nur wer es niemals versucht, wird niemals scheitern.

    Schöne Seite! :)

    Grüße

    Tim

  • Was hier über das Scheitern geschrieben wurde, habe ich in seiner Essenz schon viele Male gelesen. Es ist eine, finde ich, durchaus gesunde Sichtweise und ich finde sie hilft auch … wenn Du das Scheitern akzeptiert hast. Denn wenn Du feststellen musst, dass Du mit Deinem Lebenskonzept an fast allen Punkten gescheitert bist, dann hilft fast gar nichts mehr. Dann hilft es nur, wenn Du mittlerweile gelernt hast, dass Du eine unerschütterliche Mitte, Würde, ein Rückgrat, ein geschenktes Leben als Lernchance o.Ä. hast und Dich daran erinnern kannst. Und wer hat das schon/ kann das? Denn wenn Du gescheitert bist, kannst Du dich vor lauter Schmerz an fast nichts mehr erinnern. Und es ist leichter zu entscheiden aus diesem Leben auszutreten als weiter zu machen. Wenn Du gescheitert bist brauchst Du zuerst Mitgefühl und Trost. Und erst danach Worte die Deinen Kampfgeist entfachen. Ja, so empfinde ich das Manifest. Ein vor Optimismus strotzendes Manifest zur Entfachung des Kampfgeistes. Fast so wie eine paradoxe Intervention. Das setzt aber voraus, dass derjenige nicht wirklich am Ende seines Alphabets angelangt ist und nicht in den tiefsten Niederungen des Gefühls des Scheiterns verweilt. Ich bin überzeugt, dass harte Worte für weichgekochte Seelen noch niemals helfen konnten. Worte die den Geist ansprechen, an die Vernunft appellieren, die den Zeigefinger nochmals auf Dich -der/die Gescheiterte- halten, erreichen ihr Ziel nicht. Hast Du Schreiber schon mal Worte voller Güte und Mitgefühl gehört? Solche Worte wünsche ich mir von Dir als Hilfestellung für Gescheiterte, kein Manifest.

  • Hatte mich ob der Ueberschrift schon gewundert… Dann aber gesehen, dass man es doch auf die eigenen Empfindungen zurueckfuehrt…

    Was heisst denn eigentlich scheitern?
    In keinem Fall meines Lebens bin ich jemals gescheitert… Wenn der eine oder andere dies so sehen mag, dann hies es fuer mich schlichtweg “ich wollte nicht” – warum auch immer… Hab ich etwas wirklich gewollt, bin ich auch nicht gescheitert…

  • Und das Scheitern gibt uns wieder eine Chance. Wirst du liebevoll zu dir selber sein und dich trotz allem wertvoll fühlen können und einfach weiter gehen? Oder Warst du verbissen, das Gelingen wäre wichtig gewesen und Du fühlst dich niedrig? Dann laufen alte Programme, die überflüssig sind auf der Festplatte. Schau ihnen eine weile zu, ohne ihnen Bedeutung zu geben. Sie werden so an Energie verlieren.

    Alles Liebe Euch und einen guten Rutsch,
    Richard

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