Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.
– Charlie Chaplin

Ein richtig guter Tag ist für mich der, an dem man annimmt, was ist; an dem man lacht und an dem man liebt – und diese Liebe ausdrückt, sich selbst und anderen gegenüber. Wie man Liebe an andere verschenkt, darüber habe ich schon geschrieben unter 10 unbezahlbar schöne Dinge, die Du jederzeit verschenken kannst (selbst wenn Du pleite bist). Heute sind wir endlich mal selbst dran!

Hier sind 40 Wege, einen richtig guten Tag zu haben:

  1. Ein paar Minuten eher aufstehen. Deinen Kaffee oder Tee in aller Ruhe genießen, am Fenster stehend oder in einem Buch lesend. (Siehe auch 5 Gründe, um 5 Uhr morgens aufzustehen)
  2. Dir nach dem Wachwerden sagen: „Heute ist ein verdammt guter Tag.“
  3. Spazieren gehen in einem Park oder Viertel, in dem Du noch nie spaziert bist. Das Neue liegt nicht nur am anderen Ende der Welt.
  4. Einen alten Menschen ansprechen, der im Park Gassi geht und mit ihm über früher reden (sollte man nicht im Dunkeln tun, er könnte Angst bekommen und seinen Dackel auf Dich hetzen).
  5. Medien-Blitz-Diät: kein TV. Kein Radio. Keine Zeitschriften. Kein Internet. Keine Kriege im nahen oder fernen Osten; keine Stars, die fürs Dünnsein kotzen. Nur Du und Dein Tag.
  6. Die dreifache Dankbarkeitsübung: nenne drei Dinge, für die Du dankbar bist. Dreimal täglich.
  7. Zahnseide benutzen (wenn sie nicht zu Deinem Standardprogramm gehört). Frühjahrsputz im Mund.
  8. Ein Bad nehmen mit duftenden Badezusätzen. Die Flusen aus dem Bauchnabel waschen.
  9. Ein Yoga-Video für Beginner anschauen (z.B. auf Youtube) und nachmachen, was man da sieht. Kein Stress, jede vorsichtige Bewegung und jedes bewusste Atmen ist unendlich besser als nichts.
  10. Prince(ss) Charming: mach Dir selbst immer wieder Komplimente über den Tag. Was gefällt Dir besonders an Dir? Was kannst Du gut? Worauf bist Du stolz?
  11. Einen neuen Glaubenssatz in Deinem Kopf säen, indem Du ihn immer wieder wiederholst.
  12. Einen alten, hinderlichen Glaubenssatz loslassen.
  13. Dir eine Stunde für Dein Hobby gönnen – (fast) ganz gleich, was die Leute für Dich vorgesehen haben.
  14. Eine neue Atemtechnik oder eine alltagstaugliche Meditation lernen, die Dir mehr Ruhe und Gelassenheit schenkt.
  15. Drei neue Wörter erfinden und zum Teil Deines Vokabulars machen.
  16. Eine längere Pause mehr machen als an anderen Tagen.
  17. Ruhiger und langsamer atmen, sprechen und bewegen, je größer die Hektik um Dich herum wird.
  18. Achten, was diesen Tag anders macht als andere Tage. Je älter wir werden, umso mehr wirken die Dinge tendenziell wie ein Einheitsbrei auf uns. Dabei unterscheidet sich jeder Tag in vielen kleinen und so manchen großen Ereignissen. Sie wahrzunehmen heißt, auch den einzigartigen Moment wahrzunehmen.
  19. In Dich investieren. Die einzige Investition ohne Verlustrisiko und mit unbegrenzten Renditemöglichkeiten. Vielleicht Audioprogramm für eine neue Sprache, Speedreading oder die Anmeldung bei einem Erste-Hilfe- oder Selbstverteidigungskurs?
  20. In Dein Wohlbefinden investieren. Der olle Schal ist Dir schon länger peinlich? Du wolltest schon ewig mal eines dieser Home-Zahnaufhellungs-Produkte ausprobieren? Heute ist Zeit, etwas zu tun, das Dich wohliger fühlen lässt.
  21. Bequeme Schuhe tragen. Es ist schwierig, gut drauf zu sein, wenn Schmerz und Ärger schon an den Zehenspitzen beginnen.
  22. An etwas arbeiten, das Dir viel bedeutet. Ein Business-Plan, ein Kunstwerk? Etwas, das Du schon seit viel zu langer Zeit vor der herschiebst und das Dir im Magen liegt, obwohl es eigentlich keine soo große Sache ist?
  23. Mindestens einmal Dein Bestes geben.
  24. Einen Blog starten. Könnte der Beginn von etwas Großem sein.
  25. Gefühle annehmen, aber nicht sofort nach ihnen handeln.
  26. Ein paar neue Witze lernen, die Dich schmunzeln lassen, wenn Du an sie denkst.
  27. Lächeln, ohne Grund.
  28. Eine Blume, eine Wolke, einen Vogel betrachten und schön finden (dafür gibt’s genügend Gründe).
  29. Ein paar Fotos schießen und sie wahlweise mit einer App wie Instagram verhunackeln.
  30. Hilfe annehmen, die man sonst abwehrte.
  31. Problemgedanken einfangen („Boah, ist das Mist“) und immer wieder auf die Lösung konzentrieren („Wie kann ich den Mist zu Gold machen?“).
  32. Ehrlicher sein als gewöhnlich. Wir alle lügen. Und wir alle tun es fast täglich.
  33. Nein sagen, wo man sonst ja sagte und nein meinte.
  34. Sein, wie man (noch) nicht ist, aber gern wäre. Einem Fremden herzlich „Hallo“ sagen. Die Treppe nehmen anstelle des Fahrstuhl. Das Geschirr gleich wegräumen, wenn man gegessen hat. Auf der Straße pfeifen oder singen (und nicht aufhören, nur weil man dafür in einer Zwangsjacke gelandet ist – die Menschen hierzulande mögen keine allzu offene Lebensfreude). Schnell vergeben, wenn ein anderer nicht die eigenen Erwartungen erfüllt hat. Tanzen (das muss nun wirklich nicht auf offener Straße sein, Mensch!).
  35. Altes wegwerfen, Platz schaffen für neue Dinge oder neue Leere.
  36. Ein Traum-Album anlegen. Mit Bildern von Orten ausstatten, die Du gern mal bereisen möchtest, Aktivitäten, die Du gern mal ausüben würdest und Dingen, die Du gern mal besitzen oder mieten würdest.
  37. Ein neues Rezept ausprobieren. Oder ein neues Obst oder Gemüse.
  38. Gedichte lesen, wenn Du das seit der Grundschule nicht mehr getan hast.
  39. Den Nachthimmel anschauen. Notfalls auch aus dem Fenster. Ist nicht nur was für Romantiker, machen auch Wissenschaftler gern mal.
  40. Früh schlafen gehen mit frischer Luft im Zimmer, frischer Wäsche im Bett und neuer Frische am nächsten Morgen.

Freu mich über Deine Nummer 41, wenn Du was ergänzen magst.

So, dann mach’s mal gut, lieber Leser. Verdammt gut.

Und falls es doch nicht so gut wird, dann helfen Dir vielleicht die Worte von Ryokan:

Wenn du einem Unheil begegnest, ist es gut, dem Unheil zu begegnen.
Wenn du stirbst, ist es gut, zu sterben.
Dies ist die wunderbare Weise, dem Unheil zu entrinnen.

 

Photo: Brad Hammonds