|28. Oktober 2012 11:03

17 Gedanken zu Liebe und Selbstliebe (v. Thomas Pfitzer)

Es folgt ein Gastbeitrag von Thomas Pfitzer.
 

Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, über Liebe zu schreiben, ohne sich nicht den Unmut derer zuzuziehen, die Liebe ganz anders definieren. Liebe ist nun einmal etwas sehr emotionales und daher wird es keine zwei gleichen Meinungen dazu geben.

Was mir bei meiner Arbeit auffällt, ist die fehlende Selbstliebe vieler Menschen und die damit einhergehende Verlustangst. Diese widerum führt zu Stress. Wenn ein Mensch nun schon Stress am Arbeitsplatz hat, wird die Verlustangst in der Beziehung eine Stress-Spirale anstossen, aus der man nur schwer aussteigen kann. Liebe kann Stress heilen oder aber Stress erzeugen.

Ich lade Sie ein, in einer ruhigen Minute die folgenden Aussagen zu prüfen und sich die Fragen ehrlich zu beantworten. Machen Sie sich frei von dem, was andere von Ihnen erwarten. Seien Sie bei der Beantwortung ehrlich zu sich selbst.
Sie müssen nicht jeder dieser Aussagen zustimmen, denn nicht immer entsprechen Lebensweisheiten unseren Werten oder passen zu dem Thema, das wir gerade haben. Es geht nur darum zu ergründen, ob wir das auch LEBEN, was wir auf unsere Fahne geschrieben haben.

17 Fragen und Behauptungen zur Liebe und Selbstliebe:

  • Man kann nur von anderen Menschen geliebt werden, wenn man Liebe ausstrahlt. Sie kommt von innen und beginnt mit der Liebe zu sich selbst.
     
  • Selbstliebe ist KEIN Egoismus, sondern gesunder Menschenverstand und die Grundvoraussetzung andere lieben zu können. Wer sich selbst nicht leiden kann, mag auch den anderen nicht. Wer den anderen nicht mag, will ihn ändern, passend machen und dann an sich binden. Ist das die Liebe, von der Sie sprechen?
     
  • Abhängigkeit führt zu Verlustangst. Diese Angst führt zu Eifersucht. Welche positiven Dinge können aus einer Sucht entstehen?
     
  • Eifersucht ist kein Beweis für Liebe. Sie ist lediglich der Beweis für Angst und ein geringes Selbstwertgefühl.
     
  • Wer seinem Partner die Freiheit lässt, zeigt sein Vertrauen und sein Selbstbewusstsein. Der Verzicht auf Machtspiele erschafft das Gefühl der Freiheit. Freiheit löst Angst auf.
     
  • Man sollte sich der Liebe hingeben, aber nicht einem Menschen. Die Liebe ist als Idee perfekt, ein Mensch niemals. Wenn der Mensch geht, bleibt die Liebe als perfekte Idee bei mir. So kann sie schmerzfrei weiter existieren.
     
  • Dankbarkeit erhält die Liebe. Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für das, was Ihnen Ihr Partner gibt?
     
  • Lieben macht glücklich. Zu lieben, stärkt uns. Wenn wir wirklich lieben, tun wir also etwas für UNS – nicht für andere. Daher ist der Vorwurf: „Ich habe dir soviel gegeben. Ich habe dich so sehr geliebt“, eine Lüge.
     
  • Wir sprechen von Liebe und meinen Sex, Schutz, Versorgung, Schmückung. Wenn Sie gerne mit einer Frau Hand in Hand durch die Stadt laufen, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn die anderen Männer mir neidische Blicke zuwerfen.“
     
  • Wenn sie es toll finden, dass er soviel Geld verdient und Ihnen den Urlaub bezahlt, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn du mich so verwöhnst.“ Es ist ehrlicher. Wenn es wirklich Liebe ist, ist Diplomatie nicht nötig und wenn es Freundschaft ist, schon gar nicht.
     
  • Nur zwei unabhängige, starke Persönlichkeiten können eine reiche Beziehung erschaffen, die beiden Freiraum gewährt und Weiterentwicklung ermöglicht. Abhängigkeit und Besitzanspruch in der Zweisamkeit ist nichts anderes als Sklaverei.
     
  • Distanz schafft Vertrauen. Ängste, Eifersucht und Misstrauen entstehen aus einem Mangel an Selbstliebe und Selbstbewusstsein.
     
  • Liebe schafft keine Probleme – nur unser Fordern, Wünschen und Denken über die Liebe.
     
  • Wenn wir uns nur dann gut fühlen wenn jemand uns liebt, machen wir uns abhängig – wir sind Süchtige. Wir bekommen etwas Stoff vom anderen, aber nur, weil der wiederum hofft etwas Stoff von uns zu bekommen. Beide glauben, der andere wäre ein Dealer mit einem großen Vorrat. Die Beziehung endet, wenn der tatsächliche, winzige Vorrat beider aufgebraucht ist.
     
  • Liebe einzufordern, sich nach ihr zu sehnen, bedeutet zwangsläufig zu leiden – denn wahre Liebe kann nur gegeben werden.
     
  • Wir haben kein Anrecht geliebt zu werden. Wir haben nur das Anrecht auf persönliches Glück. Lieben, ohne zu fordern, macht glücklich. Wenn man nichts zurückbekommt, macht einem das nichts aus. Man kann ja immer noch gehen.
     
  • Haben Sie es nötig um Liebe zu betteln?
     
  • Liebe für die Ewigkeit zu verlangen, heißt Liebe vorhersagen zu wollen. Liebe lässt sich nicht vorhersagen und nicht einfordern.
     
  • Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.
     
  • Wenn es wirklich wahre Liebe, ohne Forderung und ohne Anspruch war, wie konnte daraus nach der Trennung Hass, Enttäuschung und üble Nachrede entstehen? Weil es nur Besitz und Abhängigkeit war? Worüber trauern Sie dann? Über den Verlust Ihres Eigentums?

 

Text von und herzlichen Dank an:

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
Tel.: 0176 96 255 796 oder 0621 592 48 92
http://wingwave-rhein-neckar.de
coach@wingwave-rhein-neckar.de

 

 

Photo: Amanda Nicole Betley

13 Kommentare

  • Genialer Artikel, den ich mehr als stimmig finde. Bis zu diesen Erkenntnissen war es für mich eine “lange oft schwierige Reise “, die mit vielen Irrwegen verbunden war, doch es lohnt sich !

    Sylvia

  • wow, bei diesem artikel kam ich aus dem staunen nicht raus! liebe in dieser art erklären und so auf den punkt bringen ist echt genial!!! großes kompliment!!

  • Lieber Thomas,

    danke für die schöne Zusammenfassung!
    Seit ein paar Monaten nun beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema “romantische Liebe” und schaue mir dabei ganz genau auf die Finger bzw. die Glaubenssätze. Je tiefer ich dabei zu mir selbst vordringe, umso schockierter bin ich darüber, wie verseucht mein Geist ist von all dem, was mir seit meiner Erdenzeit hier über Liebe von außen vermittelt wurde und was ich als “mein Denken und Fühlen” übernommen habe. Gruslig! Allein Hollywood leistet da ganz hervorragende Arbeit darin, uns zu suggerieren, wie die ganz, ganz große Liebe denn aussehen würde.

    Jeder von uns hat die Wahl. Ich habe mich für die Liebe entschieden. Die echte. Und dazu gehört ein nicht immer einfacher Loslassprozess. Denn ein Teil von mir hängt nun mal an diesen romantischen Vorstellungen. Ich schaffe es aber, ich weiß, dass ich das kann. :)

    Alles LIEBE dir, genieße die Liebe und dein Sein!
    Silvia Maria Engl

  • Ja, ich finde auch, das ist eine sehr schöne Übersicht zu dem Thema, die den Kern der Problematik anspricht. Ich würde gern noch ein paar Sätze relativieren, bzw. ergänzen:

    Im Grunde geht es darum, bedingungslose Liebe leben zu können, insbesondere unabhängig von erdgebundenen Dingen, aber auch unabhängig davon, selbst geliebt zu werden. Ist die Liebe an Bedingungen geknüpft, nehme ich dem Partner schon die Freiheit, zu sein wie er ist und die Liebe kann sich so nicht so leicht im Zustand des Sich Frei Fühlens aus dem Herzen heraus entwickeln. Geht es darum, meine Liebe zu leben oder geht es darum Liebe, Jemanden oder etwas Haben zu wollen, damit ich mich besser fühle und diese elende Angst/Einsamkeit verschwindet? Daraus entsteht die beschriebene Abhängigkeit und dann auch Eifersucht. Natürlich bewirke ich mit bedingungsloser Liebe auch im Anderen das Aufleben von Liebe. Doch sehr oft liegen gar dicke Schichten von Ängsten darüber, die sich nur langsam auflösen, so das die Liebe darunter vielleicht nur erahnt werden kann.

    Ich selbst bin der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich brauche auch dringend meine Selbstliebe, die Fähigkeit über gewisse Dinge an mir hinwegzusehen. So kann ich auch zu Dankbarkeit finden. Natürlich ist das kein Egoismus, hat aber auch nichts mit dem denkenden Verstand zu tun. Denn bedingungslose Liebe funktioniert nicht mit Denken.

    Liebe hört auch nicht auf, wenn sich die bedingungslose Herz zu Herz Beziehung eingestellt hat. Dies wird immer weiter bestehen und wir tun gut daran die Gefühle nicht wegzuschieben. Trotzdem muss ich nicht alles gut finden, was mir der Partner bietet und so muss ich ihn auch nicht (länger) bei mir haben, mich quälen oder opfern. Und ich kann mich auch für eine neue Beziehung öffnen. Die Schuldgefühle hierzu sind uns anerzogen, doch schaden sie uns nur, mir selber und auch dem Partner.

    LG Richard

  • 16 mal Ja. :) Allerdings bei diesem Statement hab ich etwas Bauchweh:

    - Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.

    Die ersten beiden Sätze unterschreibe ich. Aber Liebe ist etwas
    Wunderbares und für mich endet sie nicht. Die Umstände, mein Leben,
    ich, der Andere können sich ändern, aber wenn es Liebe ist, dann
    bleibt das Gefühl.

    Die Liebe wünscht sich das Glück und den Frieden des Anderen, wie
    immer das auch aussehen mag und ob es mir und meinem kleinen Ego
    gefällt oder nicht. :)

    Wenn sie endet, dann war es eine Erscheinung, ja, aber dann eben
    keine Liebe.

    Liebe ist.

    Herzliche Grüße
    Ela

  • hsllo thomas,

    auf den punkt gebracht, direkt. danke!

    es ist immer wieder sehr gut und eine große bereicherung, solche artikel zu lesen- um sich gewisse dinge wieder ins bewusstsein zu rufen.

    liebste grüße

  • Mit folgenden Sätzen kann ich viel anfangen:

    Man kann nur von anderen Menschen geliebt werden, wenn man Liebe ausstrahlt. Sie kommt von innen und beginnt mit der Liebe zu sich selbst.

    Selbstliebe ist KEIN Egoismus, sondern gesunder Menschenverstand und die Grundvoraussetzung andere lieben zu können. Wer sich selbst nicht leiden kann, mag auch den anderen nicht. Wer den anderen nicht mag, will ihn ändern, passend machen und dann an sich binden. Ist das die Liebe, von der Sie sprechen?

    Abhängigkeit führt zu Verlustangst. Diese Angst führt zu Eifersucht. Welche positiven Dinge können aus einer Sucht entstehen?

    Eifersucht ist kein Beweis für Liebe. Sie ist lediglich der Beweis für Angst und ein geringes Selbstwertgefühl.

    Wer seinem Partner die Freiheit lässt, zeigt sein Vertrauen und sein Selbstbewusstsein. Der Verzicht auf Machtspiele erschafft das Gefühl der Freiheit. Freiheit löst Angst auf.

    Man sollte sich der Liebe hingeben, aber nicht einem Menschen. Die Liebe ist als Idee perfekt, ein Mensch niemals. Wenn der Mensch geht, bleibt die Liebe als perfekte Idee bei mir. So kann sie schmerzfrei weiter existieren.

    Dankbarkeit erhält die Liebe. Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für das, was Ihnen Ihr Partner gibt?

    Wenn sie es toll finden, dass er soviel Geld verdient und Ihnen den Urlaub bezahlt, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn du mich so verwöhnst.“ Es ist ehrlicher. Wenn es wirklich Liebe ist, ist Diplomatie nicht nötig und wenn es Freundschaft ist, schon gar nicht.

    Nur zwei unabhängige, starke Persönlichkeiten können eine reiche Beziehung erschaffen, die beiden Freiraum gewährt und Weiterentwicklung ermöglicht. Abhängigkeit und Besitzanspruch in der Zweisamkeit ist nichts anderes als Sklaverei.

    Distanz schafft Vertrauen. Ängste, Eifersucht und Misstrauen entstehen aus einem Mangel an Selbstliebe und Selbstbewusstsein.

    Liebe schafft keine Probleme – nur unser Fordern, Wünschen und Denken über die Liebe.

    Wenn wir uns nur dann gut fühlen wenn jemand uns liebt, machen wir uns abhängig – wir sind Süchtige. Wir bekommen etwas Stoff vom anderen, aber nur, weil der wiederum hofft etwas Stoff von uns zu bekommen. Beide glauben, der andere wäre ein Dealer mit einem großen Vorrat. Die Beziehung endet, wenn der tatsächliche, winzige Vorrat beider aufgebraucht ist.

    Liebe einzufordern, sich nach ihr zu sehnen, bedeutet zwangsläufig zu leiden – denn wahre Liebe kann nur gegeben werden.

    Wir haben kein Anrecht geliebt zu werden. Wir haben nur das Anrecht auf persönliches Glück. Lieben, ohne zu fordern, macht glücklich. Wenn man nichts zurückbekommt, macht einem das nichts aus. Man kann ja immer noch gehen.

    Haben Sie es nötig um Liebe zu betteln?

    Liebe für die Ewigkeit zu verlangen, heißt Liebe vorhersagen zu wollen. Liebe lässt sich nicht vorhersagen und nicht einfordern.

    Mit diesen Sätzen kann ich allerdings nicht viel anfangen:

    Lieben macht glücklich. Zu lieben, stärkt uns. Wenn wir wirklich lieben, tun wir also etwas für UNS – nicht für andere. Daher ist der Vorwurf: „Ich habe dir soviel gegeben. Ich habe dich so sehr geliebt“, eine Lüge.
    -> Wenn wir in einer Liebe etwas tun, muss das nicht zwangsläufig für uns sein. Eine Beziehung geht doch auch durch schwere Zeiten, die einer der Partner einbringt. Und was, wenn ein Partner dem anderen mehr Gefühle vorspielt, um ihn zu halten oder auszunutzen, also inauthentisch ist? Vielleicht sogar betrügt? Dann ist dieser Vorwurf, denke ich, keine Lüge, sondern Ausruf einer Enttäuschung über die Zerstörung einer Illusion, die bewusst vorgespielt wurde.

    Wir sprechen von Liebe und meinen Sex, Schutz, Versorgung, Schmückung. Wenn Sie gerne mit einer Frau Hand in Hand durch die Stadt laufen, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn die anderen Männer mir neidische Blicke zuwerfen.“
    -> Mit Liebe meine ich sicher nicht nur Sex, Schutz, Versorgung und Schmückung. Ich meine damit, sich nah sein, voneinander lernen, Freundschaft, gemeinsam sein. Einfach miteinander sein können und nichts Besonderes machen müssen, nichts besonderes darstellen müssen, sondern einfach nur zu genießen, zusammen zu sein.
    Ich würde niemals mit einem Mann zusammen sein, um materielle Vorteile durch ihn zu erhalten. Trotzdem kann ich positiven Erfahrungen, die er mit sich bringt, schätzen.

    Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.
    -> Sehr negativ. Hättest du jetzt “Verliebtsein” geschrieben – okay. Aber Liebe? Die muss nicht vergehen, ist auch nicht nur eine Erscheinung.

    Wenn es wirklich wahre Liebe, ohne Forderung und ohne Anspruch war, wie konnte daraus nach der Trennung Hass, Enttäuschung und üble Nachrede entstehen? Weil es nur Besitz und Abhängigkeit war? Worüber trauern Sie dann? Über den Verlust Ihres Eigentums?
    -> gleicher Punkt wie beim ersten, mit dem ich nichts anfangen kann.
    Ich kann darüber trauern, dass mir das, was vorgespielt wurde, was ich für echte Liebe hielt, nichts Anderes war als Illusion. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass man dann ja abhängig war, dass man Freude in der Beziehung erwartet hat, aber… mal ganz ehrlich: Wenn man nicht erwarten würde, dass eine Beziehung und echte Liebe sich irgendwie positiv auf einen auswirken würde – würde man dieses Wagnis überhaupt eingehen? Nein. Natürlich möchte man intensive Nähe, gleichzeitig Wachstum, gleichzeitig Freundschaft und Gefühle, Sex. Wenn man dann merkt, dass der Andere inauthentisch war und nur Sex wollte oder was auch immer, dann kann man natürlich traurig sein.
    Natürlich darf man daran nicht haften und den Glauben an Liebe nicht verlieren, aber wie soll man nicht traurig sein? Oder wenn den Andere aus Eifersucht einen gefangen nimmt? Wenn es einen Rosenkrieg gibt? Wenn der Partner die Kinder bei einer Trennung schlecht behandelt und gegen den Expartner einsetzt? Wie soll man sowas NICHT schrecklich finden?

    Nur so als mögliche Szenarien.
    Ich finde es nämlich gefährlich, ein Idealbild zu schaffen und Menschen, denen es dann anders geht, als “nicht-wirklich-liebend” hinzustellen…

    Liebe Grüße!
    Sonnentänzerin

  • Ich meine, dass Liebe immer da ist, immer bereit zu fließen. Wir können das bestenfalls verhindern durch die verschiedenen Arten von Ängsten im allgemeineren Sinn, wozu ich auch das Habenwollen, Hass und Eifersucht zähle. Liebe kann fließen, wenn die Ängste gering genug und die Freiheit groß genug sind.

    Liebe ich mich selbst wenig oder habe ich Vorbehalte, so muss die Liebe ggf. Erst mehr oder wenig dicke Schichten durchdringen. Gleichwohl kann Liebe dann auch weh tun. Denn unter den Schichten ist meistens Schmerzhaftes verborgen.

    Doch mit genug Freiheit und der Bereitschaft, die eigenen Ängste bei mir zu belassen, muss Liebe nichts Kompliziertes sein. Denn erst die Erwartungen machen das Ganze schwierig. Ohne sie kann ich einfach Liebe verströmen und in mich aufnehmen, wenn sie zurückkommt.

    Natürlich sollte ich mich auch genug schützen und ggf. auch auf Abstand gehen, wenn ich zu viel Energie zu verliere und nicht mehr in meiner Mitte bin.

  • Sehr schöner Artikel. Ich wünsche mir bei solchen Beiträgen immer auch, dass der Begriff Selbstliebe noch einmal klar vom Narzissmus abgegrenzt wird, wie er in unserer Gesellschaft ziemlich häufig anzutreffen ist.
    Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung führt freilich, ganz anders als Selbstliebe, zu Beziehungsproblemen. Unsere heutige Arbeitsgesellschaft fördert leider nicht nur den gesunden Narzissmus, sondern auch den problematischen. Wenn davon betroffene Personen als Hilfe zur Selbsthilfe stetig die Selbstliebe als Schlagwort angeboten bekommen, ohne sich über ihre narzisstische Persönlichkeit im Klaren zu sein, kann das zu fatalen Verwirrungen führen.

    AT

    • Finde ich auch, Andre. Eine stärkere Fokussierung der Liebe auf eine Person oder auf mich selbst sind auch Erscheinungen, die eine Beratung einschließen sollte. Oft ist es ein krankhaftes Festkrallen. Dahinter sehe ich auch unsere Ängste und Dramen, genauso wie bei stärker ausgeprägter Eifersucht.

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