17 Gedanken zu Liebe und Selbstliebe | myMONK.de
|28. Oktober 2012 11:03

17 Gedanken zu Liebe und Selbstliebe

 

Es folgt ein Gastbeitrag von Thomas Pfitzer.

Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, über Liebe zu schreiben, ohne sich nicht den Unmut derer zuzuziehen, die Liebe ganz anders definieren. Liebe ist nun einmal etwas sehr emotionales und daher wird es keine zwei gleichen Meinungen dazu geben.

Was mir bei meiner Arbeit auffällt, ist die fehlende Selbstliebe vieler Menschen und die damit einhergehende Verlustangst. Diese widerum führt zu Stress. Wenn ein Mensch nun schon Stress am Arbeitsplatz hat, wird die Verlustangst in der Beziehung eine Stress-Spirale anstossen, aus der man nur schwer aussteigen kann. Liebe kann Stress heilen oder aber Stress erzeugen.

Ich lade Sie ein, in einer ruhigen Minute die folgenden Aussagen zu prüfen und sich die Fragen ehrlich zu beantworten. Machen Sie sich frei von dem, was andere von Ihnen erwarten. Seien Sie bei der Beantwortung ehrlich zu sich selbst.
Sie müssen nicht jeder dieser Aussagen zustimmen, denn nicht immer entsprechen Lebensweisheiten unseren Werten oder passen zu dem Thema, das wir gerade haben. Es geht nur darum zu ergründen, ob wir das auch LEBEN, was wir auf unsere Fahne geschrieben haben.

17 Fragen und Behauptungen zur Liebe und Selbstliebe:

  • Man kann nur von anderen Menschen geliebt werden, wenn man Liebe ausstrahlt. Sie kommt von innen und beginnt mit der Liebe zu sich selbst.
  • Selbstliebe ist KEIN Egoismus, sondern gesunder Menschenverstand und die Grundvoraussetzung andere lieben zu können. Wer sich selbst nicht leiden kann, mag auch den anderen nicht. Wer den anderen nicht mag, will ihn ändern, passend machen und dann an sich binden. Ist das die Liebe, von der Sie sprechen?
  • Abhängigkeit führt zu Verlustangst. Diese Angst führt zu Eifersucht. Welche positiven Dinge können aus einer Sucht entstehen?
  • Eifersucht ist kein Beweis für Liebe. Sie ist lediglich der Beweis für Angst und ein geringes Selbstwertgefühl.
  • Wer seinem Partner die Freiheit lässt, zeigt sein Vertrauen und sein Selbstbewusstsein. Der Verzicht auf Machtspiele erschafft das Gefühl der Freiheit. Freiheit löst Angst auf.
  • Man sollte sich der Liebe hingeben, aber nicht einem Menschen. Die Liebe ist als Idee perfekt, ein Mensch niemals. Wenn der Mensch geht, bleibt die Liebe als perfekte Idee bei mir. So kann sie schmerzfrei weiter existieren.
  • Dankbarkeit erhält die Liebe. Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für das, was Ihnen Ihr Partner gibt?
  • Lieben macht glücklich. Zu lieben, stärkt uns. Wenn wir wirklich lieben, tun wir also etwas für UNS – nicht für andere. Daher ist der Vorwurf: „Ich habe dir soviel gegeben. Ich habe dich so sehr geliebt“, eine Lüge.
  • Wir sprechen von Liebe und meinen Sex, Schutz, Versorgung, Schmückung. Wenn Sie gerne mit einer Frau Hand in Hand durch die Stadt laufen, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn die anderen Männer mir neidische Blicke zuwerfen.“
  • Wenn sie es toll finden, dass er soviel Geld verdient und Ihnen den Urlaub bezahlt, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn du mich so verwöhnst.“ Es ist ehrlicher. Wenn es wirklich Liebe ist, ist Diplomatie nicht nötig und wenn es Freundschaft ist, schon gar nicht.
  • Nur zwei unabhängige, starke Persönlichkeiten können eine reiche Beziehung erschaffen, die beiden Freiraum gewährt und Weiterentwicklung ermöglicht. Abhängigkeit und Besitzanspruch in der Zweisamkeit ist nichts anderes als Sklaverei.
  • Distanz schafft Vertrauen. Ängste, Eifersucht und Misstrauen entstehen aus einem Mangel an Selbstliebe und Selbstbewusstsein.
  • Liebe schafft keine Probleme – nur unser Fordern, Wünschen und Denken über die Liebe.
  • Wenn wir uns nur dann gut fühlen wenn jemand uns liebt, machen wir uns abhängig – wir sind Süchtige. Wir bekommen etwas Stoff vom anderen, aber nur, weil der wiederum hofft etwas Stoff von uns zu bekommen. Beide glauben, der andere wäre ein Dealer mit einem großen Vorrat. Die Beziehung endet, wenn der tatsächliche, winzige Vorrat beider aufgebraucht ist.
  • Liebe einzufordern, sich nach ihr zu sehnen, bedeutet zwangsläufig zu leiden – denn wahre Liebe kann nur gegeben werden.
  • Wir haben kein Anrecht geliebt zu werden. Wir haben nur das Anrecht auf persönliches Glück. Lieben, ohne zu fordern, macht glücklich. Wenn man nichts zurückbekommt, macht einem das nichts aus. Man kann ja immer noch gehen.
  • Haben Sie es nötig um Liebe zu betteln?
  • Liebe für die Ewigkeit zu verlangen, heißt Liebe vorhersagen zu wollen. Liebe lässt sich nicht vorhersagen und nicht einfordern.
  • Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.
  • Wenn es wirklich wahre Liebe, ohne Forderung und ohne Anspruch war, wie konnte daraus nach der Trennung Hass, Enttäuschung und üble Nachrede entstehen? Weil es nur Besitz und Abhängigkeit war? Worüber trauern Sie dann? Über den Verlust Ihres Eigentums?

 

P.S.: Das waren Thomas’ – wie ich finde, sehr interessante – Gedanken. Hier findest Du 15 Gedanken zu Liebe und Selbstliebe von mir.

 

 

Text von und herzlichen Dank an:

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
Tel.: 0176 96 255 796 oder 0621 592 48 92
http://wingwave-rhein-neckar.de
coach@wingwave-rhein-neckar.de

 

 

Photo: Amanda Nicole Betley

24 Kommentare

  • Genialer Artikel, den ich mehr als stimmig finde. Bis zu diesen Erkenntnissen war es für mich eine “lange oft schwierige Reise “, die mit vielen Irrwegen verbunden war, doch es lohnt sich !

    Sylvia

  • wow, bei diesem artikel kam ich aus dem staunen nicht raus! liebe in dieser art erklären und so auf den punkt bringen ist echt genial!!! großes kompliment!!

  • Lieber Thomas,

    danke für die schöne Zusammenfassung!
    Seit ein paar Monaten nun beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema “romantische Liebe” und schaue mir dabei ganz genau auf die Finger bzw. die Glaubenssätze. Je tiefer ich dabei zu mir selbst vordringe, umso schockierter bin ich darüber, wie verseucht mein Geist ist von all dem, was mir seit meiner Erdenzeit hier über Liebe von außen vermittelt wurde und was ich als “mein Denken und Fühlen” übernommen habe. Gruslig! Allein Hollywood leistet da ganz hervorragende Arbeit darin, uns zu suggerieren, wie die ganz, ganz große Liebe denn aussehen würde.

    Jeder von uns hat die Wahl. Ich habe mich für die Liebe entschieden. Die echte. Und dazu gehört ein nicht immer einfacher Loslassprozess. Denn ein Teil von mir hängt nun mal an diesen romantischen Vorstellungen. Ich schaffe es aber, ich weiß, dass ich das kann. :)

    Alles LIEBE dir, genieße die Liebe und dein Sein!
    Silvia Maria Engl

  • Ja, ich finde auch, das ist eine sehr schöne Übersicht zu dem Thema, die den Kern der Problematik anspricht. Ich würde gern noch ein paar Sätze relativieren, bzw. ergänzen:

    Im Grunde geht es darum, bedingungslose Liebe leben zu können, insbesondere unabhängig von erdgebundenen Dingen, aber auch unabhängig davon, selbst geliebt zu werden. Ist die Liebe an Bedingungen geknüpft, nehme ich dem Partner schon die Freiheit, zu sein wie er ist und die Liebe kann sich so nicht so leicht im Zustand des Sich Frei Fühlens aus dem Herzen heraus entwickeln. Geht es darum, meine Liebe zu leben oder geht es darum Liebe, Jemanden oder etwas Haben zu wollen, damit ich mich besser fühle und diese elende Angst/Einsamkeit verschwindet? Daraus entsteht die beschriebene Abhängigkeit und dann auch Eifersucht. Natürlich bewirke ich mit bedingungsloser Liebe auch im Anderen das Aufleben von Liebe. Doch sehr oft liegen gar dicke Schichten von Ängsten darüber, die sich nur langsam auflösen, so das die Liebe darunter vielleicht nur erahnt werden kann.

    Ich selbst bin der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich brauche auch dringend meine Selbstliebe, die Fähigkeit über gewisse Dinge an mir hinwegzusehen. So kann ich auch zu Dankbarkeit finden. Natürlich ist das kein Egoismus, hat aber auch nichts mit dem denkenden Verstand zu tun. Denn bedingungslose Liebe funktioniert nicht mit Denken.

    Liebe hört auch nicht auf, wenn sich die bedingungslose Herz zu Herz Beziehung eingestellt hat. Dies wird immer weiter bestehen und wir tun gut daran die Gefühle nicht wegzuschieben. Trotzdem muss ich nicht alles gut finden, was mir der Partner bietet und so muss ich ihn auch nicht (länger) bei mir haben, mich quälen oder opfern. Und ich kann mich auch für eine neue Beziehung öffnen. Die Schuldgefühle hierzu sind uns anerzogen, doch schaden sie uns nur, mir selber und auch dem Partner.

    LG Richard

  • 16 mal Ja. :) Allerdings bei diesem Statement hab ich etwas Bauchweh:

    - Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.

    Die ersten beiden Sätze unterschreibe ich. Aber Liebe ist etwas
    Wunderbares und für mich endet sie nicht. Die Umstände, mein Leben,
    ich, der Andere können sich ändern, aber wenn es Liebe ist, dann
    bleibt das Gefühl.

    Die Liebe wünscht sich das Glück und den Frieden des Anderen, wie
    immer das auch aussehen mag und ob es mir und meinem kleinen Ego
    gefällt oder nicht. :)

    Wenn sie endet, dann war es eine Erscheinung, ja, aber dann eben
    keine Liebe.

    Liebe ist.

    Herzliche Grüße
    Ela

  • hsllo thomas,

    auf den punkt gebracht, direkt. danke!

    es ist immer wieder sehr gut und eine große bereicherung, solche artikel zu lesen- um sich gewisse dinge wieder ins bewusstsein zu rufen.

    liebste grüße

  • Mit folgenden Sätzen kann ich viel anfangen:

    Man kann nur von anderen Menschen geliebt werden, wenn man Liebe ausstrahlt. Sie kommt von innen und beginnt mit der Liebe zu sich selbst.

    Selbstliebe ist KEIN Egoismus, sondern gesunder Menschenverstand und die Grundvoraussetzung andere lieben zu können. Wer sich selbst nicht leiden kann, mag auch den anderen nicht. Wer den anderen nicht mag, will ihn ändern, passend machen und dann an sich binden. Ist das die Liebe, von der Sie sprechen?

    Abhängigkeit führt zu Verlustangst. Diese Angst führt zu Eifersucht. Welche positiven Dinge können aus einer Sucht entstehen?

    Eifersucht ist kein Beweis für Liebe. Sie ist lediglich der Beweis für Angst und ein geringes Selbstwertgefühl.

    Wer seinem Partner die Freiheit lässt, zeigt sein Vertrauen und sein Selbstbewusstsein. Der Verzicht auf Machtspiele erschafft das Gefühl der Freiheit. Freiheit löst Angst auf.

    Man sollte sich der Liebe hingeben, aber nicht einem Menschen. Die Liebe ist als Idee perfekt, ein Mensch niemals. Wenn der Mensch geht, bleibt die Liebe als perfekte Idee bei mir. So kann sie schmerzfrei weiter existieren.

    Dankbarkeit erhält die Liebe. Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für das, was Ihnen Ihr Partner gibt?

    Wenn sie es toll finden, dass er soviel Geld verdient und Ihnen den Urlaub bezahlt, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn du mich so verwöhnst.“ Es ist ehrlicher. Wenn es wirklich Liebe ist, ist Diplomatie nicht nötig und wenn es Freundschaft ist, schon gar nicht.

    Nur zwei unabhängige, starke Persönlichkeiten können eine reiche Beziehung erschaffen, die beiden Freiraum gewährt und Weiterentwicklung ermöglicht. Abhängigkeit und Besitzanspruch in der Zweisamkeit ist nichts anderes als Sklaverei.

    Distanz schafft Vertrauen. Ängste, Eifersucht und Misstrauen entstehen aus einem Mangel an Selbstliebe und Selbstbewusstsein.

    Liebe schafft keine Probleme – nur unser Fordern, Wünschen und Denken über die Liebe.

    Wenn wir uns nur dann gut fühlen wenn jemand uns liebt, machen wir uns abhängig – wir sind Süchtige. Wir bekommen etwas Stoff vom anderen, aber nur, weil der wiederum hofft etwas Stoff von uns zu bekommen. Beide glauben, der andere wäre ein Dealer mit einem großen Vorrat. Die Beziehung endet, wenn der tatsächliche, winzige Vorrat beider aufgebraucht ist.

    Liebe einzufordern, sich nach ihr zu sehnen, bedeutet zwangsläufig zu leiden – denn wahre Liebe kann nur gegeben werden.

    Wir haben kein Anrecht geliebt zu werden. Wir haben nur das Anrecht auf persönliches Glück. Lieben, ohne zu fordern, macht glücklich. Wenn man nichts zurückbekommt, macht einem das nichts aus. Man kann ja immer noch gehen.

    Haben Sie es nötig um Liebe zu betteln?

    Liebe für die Ewigkeit zu verlangen, heißt Liebe vorhersagen zu wollen. Liebe lässt sich nicht vorhersagen und nicht einfordern.

    Mit diesen Sätzen kann ich allerdings nicht viel anfangen:

    Lieben macht glücklich. Zu lieben, stärkt uns. Wenn wir wirklich lieben, tun wir also etwas für UNS – nicht für andere. Daher ist der Vorwurf: „Ich habe dir soviel gegeben. Ich habe dich so sehr geliebt“, eine Lüge.
    -> Wenn wir in einer Liebe etwas tun, muss das nicht zwangsläufig für uns sein. Eine Beziehung geht doch auch durch schwere Zeiten, die einer der Partner einbringt. Und was, wenn ein Partner dem anderen mehr Gefühle vorspielt, um ihn zu halten oder auszunutzen, also inauthentisch ist? Vielleicht sogar betrügt? Dann ist dieser Vorwurf, denke ich, keine Lüge, sondern Ausruf einer Enttäuschung über die Zerstörung einer Illusion, die bewusst vorgespielt wurde.

    Wir sprechen von Liebe und meinen Sex, Schutz, Versorgung, Schmückung. Wenn Sie gerne mit einer Frau Hand in Hand durch die Stadt laufen, sagen Sie nicht: „Ich liebe dich.“ Sagen Sie: „Ich liebe es, wenn die anderen Männer mir neidische Blicke zuwerfen.“
    -> Mit Liebe meine ich sicher nicht nur Sex, Schutz, Versorgung und Schmückung. Ich meine damit, sich nah sein, voneinander lernen, Freundschaft, gemeinsam sein. Einfach miteinander sein können und nichts Besonderes machen müssen, nichts besonderes darstellen müssen, sondern einfach nur zu genießen, zusammen zu sein.
    Ich würde niemals mit einem Mann zusammen sein, um materielle Vorteile durch ihn zu erhalten. Trotzdem kann ich positiven Erfahrungen, die er mit sich bringt, schätzen.

    Liebe ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung. Liebe ist ein Phänomen. Ein Phänomen ist eine Erscheinung. Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer.
    -> Sehr negativ. Hättest du jetzt “Verliebtsein” geschrieben – okay. Aber Liebe? Die muss nicht vergehen, ist auch nicht nur eine Erscheinung.

    Wenn es wirklich wahre Liebe, ohne Forderung und ohne Anspruch war, wie konnte daraus nach der Trennung Hass, Enttäuschung und üble Nachrede entstehen? Weil es nur Besitz und Abhängigkeit war? Worüber trauern Sie dann? Über den Verlust Ihres Eigentums?
    -> gleicher Punkt wie beim ersten, mit dem ich nichts anfangen kann.
    Ich kann darüber trauern, dass mir das, was vorgespielt wurde, was ich für echte Liebe hielt, nichts Anderes war als Illusion. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass man dann ja abhängig war, dass man Freude in der Beziehung erwartet hat, aber… mal ganz ehrlich: Wenn man nicht erwarten würde, dass eine Beziehung und echte Liebe sich irgendwie positiv auf einen auswirken würde – würde man dieses Wagnis überhaupt eingehen? Nein. Natürlich möchte man intensive Nähe, gleichzeitig Wachstum, gleichzeitig Freundschaft und Gefühle, Sex. Wenn man dann merkt, dass der Andere inauthentisch war und nur Sex wollte oder was auch immer, dann kann man natürlich traurig sein.
    Natürlich darf man daran nicht haften und den Glauben an Liebe nicht verlieren, aber wie soll man nicht traurig sein? Oder wenn den Andere aus Eifersucht einen gefangen nimmt? Wenn es einen Rosenkrieg gibt? Wenn der Partner die Kinder bei einer Trennung schlecht behandelt und gegen den Expartner einsetzt? Wie soll man sowas NICHT schrecklich finden?

    Nur so als mögliche Szenarien.
    Ich finde es nämlich gefährlich, ein Idealbild zu schaffen und Menschen, denen es dann anders geht, als “nicht-wirklich-liebend” hinzustellen…

    Liebe Grüße!
    Sonnentänzerin

    • Guten Morgen Sonnentänzerin,

      du sagst: Mit folgenden Sätzen kann ich viel anfangen:

      Man kann nur von anderen Menschen geliebt werden, wenn man Liebe ausstrahlt. Sie kommt von innen und beginnt mit der Liebe zu sich selbst.

      Irrglauben liebe Sonnentänzerin;
      Liebe strahlt nicht, sie ist. Sie benötigt keine Erwartungshaltung. Sie kommt auch nicht von innen und beginnt auch nicht in oder zu sich selbst.

      Du beschreibst eine formlose Substanz, die es nicht gibt.

      Du bist Liebe. Liebe IST

  • Ich meine, dass Liebe immer da ist, immer bereit zu fließen. Wir können das bestenfalls verhindern durch die verschiedenen Arten von Ängsten im allgemeineren Sinn, wozu ich auch das Habenwollen, Hass und Eifersucht zähle. Liebe kann fließen, wenn die Ängste gering genug und die Freiheit groß genug sind.

    Liebe ich mich selbst wenig oder habe ich Vorbehalte, so muss die Liebe ggf. Erst mehr oder wenig dicke Schichten durchdringen. Gleichwohl kann Liebe dann auch weh tun. Denn unter den Schichten ist meistens Schmerzhaftes verborgen.

    Doch mit genug Freiheit und der Bereitschaft, die eigenen Ängste bei mir zu belassen, muss Liebe nichts Kompliziertes sein. Denn erst die Erwartungen machen das Ganze schwierig. Ohne sie kann ich einfach Liebe verströmen und in mich aufnehmen, wenn sie zurückkommt.

    Natürlich sollte ich mich auch genug schützen und ggf. auch auf Abstand gehen, wenn ich zu viel Energie zu verliere und nicht mehr in meiner Mitte bin.

  • Sehr schöner Artikel. Ich wünsche mir bei solchen Beiträgen immer auch, dass der Begriff Selbstliebe noch einmal klar vom Narzissmus abgegrenzt wird, wie er in unserer Gesellschaft ziemlich häufig anzutreffen ist.
    Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung führt freilich, ganz anders als Selbstliebe, zu Beziehungsproblemen. Unsere heutige Arbeitsgesellschaft fördert leider nicht nur den gesunden Narzissmus, sondern auch den problematischen. Wenn davon betroffene Personen als Hilfe zur Selbsthilfe stetig die Selbstliebe als Schlagwort angeboten bekommen, ohne sich über ihre narzisstische Persönlichkeit im Klaren zu sein, kann das zu fatalen Verwirrungen führen.

    AT

    • Finde ich auch, Andre. Eine stärkere Fokussierung der Liebe auf eine Person oder auf mich selbst sind auch Erscheinungen, die eine Beratung einschließen sollte. Oft ist es ein krankhaftes Festkrallen. Dahinter sehe ich auch unsere Ängste und Dramen, genauso wie bei stärker ausgeprägter Eifersucht.

    • Hi Andre,

      selbstgefällige Menschen, oder um das Wort Narzismus zu nutzen, ist lediglich der Ausdruck einer sehr hohen Anspruchshaltung, an andere und sich selbst gegenüber.

      Sie ist keineswegs eine Persönlichkeitsstörung, sondern der momentane Bewusstseinszustand jener Person. Wie sonst sollte sie sich ausdrücken und darstellen können.

      Das Etikett Persönlichkeitsstörung, erhält man verliehen. Von wem jedoch?
      Von einem anderen Bewusstseinszustand. Deines? meines? …

      Es ist das Leiden, sich selber und seiner Umwelt entfremdet zu fühlen. Es ist daher keine Störung, sondern ein Leiden.

      Beste Grüße,
      Stephan

  • Ich stimme 17mal zu. So gut hätte ich meine Gedanken dazu allerdings nicht ausdrücken können :-) Danke für diesen Artikel.

  • Der Artikel spricht mir aus der Seele. Wunderschön und so wahr!!! Ich nehme mir vor danach zu handeln, denken und fühlen.

  • Und doch fehlt mir etwas hier. Ich denke, es liegt daran, dass eben “nur” Gedanken dargestellt sind. Liebe geschieht. Gedanken können hier auch schaden. Und wenn das Gefühl mit einem Geschenk hervorgerufen wurde, so ist es eben doch da. Die Frau fühlt sich vielleicht auch geliebt durchaus Geschenk. Und das Gefühl ist das größere (Gegen-)Geschenk. Und warum soll ich den Moment nicht mit einem “ich liebe dich” ausdrücken, mich gar als “Lügner” bezeichnen?

  • “Was du liebst lass frei. Kommt es zu dir zurück gehört es dir – für immer.” – Konfuzius

    Ein guter Artikel, erst, wenn wir Liebe Raum geben, sich zu entfalten, werden wir sie wirklich spüren können.

    Liebe Grüße

    Tobias

  • Hm….also viele hier schreiben, dass sie davon beeindruckt sind was hier geschrieben steht….hm…teilweise finde ich es auch interessant und richtig…ABER … SORRY…wir sind NUR Menschen, und was da so steht ist dann schon eher übernatürlicher Natur….weil ich denk wer sich wirklich selbst liebt und die Liebe als ganzes so mächtig ausstrahlt und Freiheit usw(was hier noch so alles steht) praktiziert…tja der kann ja dann locker lässig alleine bleiben…benötigt dann ja eh keinen anderen Menschen und noch dazu ist er Mutter Theresa in Reinkarnation…hm….also ich denk ein bisschen am Teppich sollte man als Mensch schon bleiben…aber schön für die Menschen unter uns die das oben beschriebene alles schaffen, Übermenschen dann eben!!!

    • ;) Ich meine, der Text findet genug Zustimmung, weil viele Menschen hier ihre Gedanken, ihre Verzweiflung, ihren Zorn und ihren Schmerz finden. Ich sehe mich hier recht wenig als Kopfmensch und das eingestreute extreme Vokabular ist nicht stimmig für mich, zum Teil befremdlich. Es feuert nur das Ego an.

      Töne, die besser weiterhelfen würden aus meiner Sicht, könnten z.B. durch das Attribut “bedingungslos” eingeführt werden. Die Spiele der Egos und des Wollens gibt natürlich. Doch sollte das nicht indirekt als Teil der Liebe angeführt werden.

  • • Jeder strahlt Liebe aus. Ist sie wenig wahrnehmbar und tief vergraben, so ist der Weg etwas weiter, aber umso mehr Heilung kann geschehen.

    • Selbstliebe geschieht im Zustand der Liebe, in dem ich auch großzügig mit mir selber sein kann. Ich bin es oder ich bin es nicht und dann auch schwerlich mit anderen. Der Verstand kann hier nur stören.

    • Angst kann zu Festkrallen und Abhängigkeit führen. Solche Ängste gehen oft aus Gefühlen von Unwertsein und Schuld hervor. Liebe auf Dauer kann auch dies heilen. Doch geht es im Grunde um tiefere Ursachen, die jeder selber heilen muss. Doch alle Liebe wird meistens doppelt zurückgegeben.
    • Mut zu Vertrauen, Offenheit und Freiheit werden möglich, umso mehr die Ängste geheilt werden. Dieser Mut kann den Weg frei machen für eine tiefe Verbindung der Herzen.

    • Jemanden leidenschaftlich zu lieben, muss nicht heißen, ihn haben zu wollen. Du kannst ihn einfach weiter lieben, ohne ihn bei dir haben zu müssen. Nur Haben Wollen und EGO schmerzen, vielleicht auch die Vorstellung, die Liebe dürfe nicht (mehr) sein, aber nicht die Liebe selbst.

    • Im Zustand der Dankbarkeit bin ich auch im Zustand der Liebe. Und so ein Zustand breitet sich meistens auch aus und überträgt sich.
    • Der Zustand der Liebe ist ein Zustand der Heilung. Wo Liebe ist, haben Ängste und Unwertgefühle wenig Platz. Enttäuschung und Vergleiche sind Spiele der EGOs, die immer den anderen herabsetzen wollen. Hast du vielleicht aus einem Wollen Heraus viel gegeben, wolltest etwas ändern, etwas nicht lassen wie es war. Etwas hat von Anfang an nicht gestimmt für dich?

    • Sex, Schutz, Versorgung, Schmückung sind oft Aspekte von Haben Wollen und möglicherweise von Ängsten. Diese gibt es meist zugleich neben der Liebe. Sie schließen die Liebe nicht aus. Im Gegenteil, werden ein paar dieser Dinge befriedigt, kann sich oft der Mensch für die Liebe öffnen. Das Gefühl und das „Ich liebe Dich“ kann sich spontan und ehrlich einstellen. Leider ist so manches EGO unersättlich, kann heuchlerisch auftreten und damit die Liebe vertreiben.

    Soweit meine Gedanken zu den ersten 8 Punkten.

    LG Richard

  • • “Ich will nur deine Liebe und einen starken Mann, egal ob du arm oder reich bist”. Ja, das gibt es auch. Es gibt auch Geschichten und Märchen, in denen sich ein reiche Männer verkleiden, um herauszufinden, ob es ihr um die “Liebe” geht. Doch spielt das EGO in der Regel wesentlich mit. Ob nun der eine sie gewinnen will mit dem bezahlten Urlaub, oder ob sie ihm Augen macht, weil sie etwas Haben Will. Ich denke oft passen die beiden schon zusammen. Dann leben sie eben ihr EGO aus und befriedigen sich gegenseitig ihre Bedürfnisse. Doch das EGO ist auf Dauer eher der Liebe im Weg, denke ich.

    • Weiterentwicklung findet immer statt. Am meisten, wenn es weh tut. Denn es tut weh, gerade weil wir nicht perfekt sind. Jeder wird einmal einfach darüber hinweg sehen und es erfahren, wie Vergebung wirkt und sich Dankbarkeit einstellt. Beziehung ist DAS Mittel der Weiterentwicklung, besonders dann, wenn sich die EGOs aneinander reiben und schließlich doch etwas weniger werden.

    • Geringer Freiraum kann einen Menschen dabei behindern, seinen Sehnsüchten und seiner Mission zu folgen. Besonders bei maskulin geprägten Menschen kann dies aber so wichtig sein, dass die Unterdrückung die Liebe lähmt. So erfahren gerade Menschen, die mit vielen Ängsten oder geringem Selbstwert leben, dass sie die Liebe verlieren, an die sie sich in ihrer Angst so sehr klammern. Liebe braucht Vertrauen, auch wenn die Aufarbeitung schmerzhaft sein sollte.

    • Fordern, Wünschen und Denken über die Liebe ist Sache von Verstand und EGO. Diese können sehr hinderlich sein und unseren natürlichen Zustand der Liebe überdecken.

    • Jeder braucht Liebe, solange er nicht „ganz“ und erleuchtet ist. So heben wir in der Beziehung unseren Zustand gegenseitig an, erleben befreiende und heilende Extase, fühlen uns aufgefangen, usw. Alles gleicht sich irgendwie aus und Liebe kommt auch zurück. Wenn ich dabei die Opferrolle erfahre, kann ich zwar Ursachen in mir vermuten, doch tue ich auf Dauer niemandem viel Gutes, wenn ich nicht authentisch lebe. (Co-) Abhängigkeiten entstehen, wenn ich es einmal zugelassen habe. Doch dies muss nicht für alle Zeiten stimmen für mich.

    • Liebe Fordern ist Kopfsache. Sie kann der Liebe nur im Wege stehen. Doch sollte ich mich schon auch öffnen für die Liebe, was oft auch ein Sehnen und einen Schmerz bedeuten kann. Liebe tut auch manchmal weh, besonders in eine Phase, in der sie nicht erwidert wird.

    • Nur in Momenten der Bedingungslosigkeit tritt die Liebe voll hervor. Liebe ist unser Geburtsrecht, sie braucht weder Objekt noch Bedingung. Doch Wollen wir oft die Liebe anders, verdecken sie gar mit unseren Erwartungen.
    • Wollen wir das Öffnen und die Sehnsucht in den Augen nun „betteln“ nennen? Klar hilft so manches Bedrängen nicht weiter.
    • Versprechen haben die Situation des Augenblickes als Kontext. Trotzdem sollte meine Absicht in die Zukunft wirken. Und diese Absicht, so sie Tiefe hat, kann ich versprechen und sie kann auch beim Durchschreiten von so manchen Tälern helfen, genauso wie Vertrauen.

    • Liebe bewirkt eine Herz zu Herz Verbindung, die ihre Auswirkung hat auf die Beziehung und die nicht getrennt werden kann. Wir können sie nur aus dem Bewusstsein verdrängen, so dass die Liebe nicht weiter „erscheint“. Die sexuelle Anziehung lässt in der Regel nach einigen Monaten der Sättigung und Heilung nach, so dass dieses Bedürfnis dann weniger die rosarote Brille bewirkt. Genauso ist es mit der Befriedigung von „Phänomenen“ von EGO und Verstand-Denken, nur dass diese dann neue Bedürfnisse entdecken.

    • Bei Hass, Enttäuschung und übler Nachrede spielt sich nur das EGO auf. Das hat mit dem Kern des Menschen nichts gemein.

    Beinahe habe ich den Facebook Link als Aufforderung aufgefasst, das zu Ende zu bringen, Tim.

    Wie dem auch sei. Es fühlt sich gut an für mich.

    LG Richard

  • Die Gedankengänge kommen mir sehr bekannt vor aus “Wahre Liebe lässt frei” von Robert Betz… Schöne Zusammenfassung

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