|20. September 2012 08:15

12 “Gesetze” für persönliche Weiterentwicklung und innere Freiheit


Es folgt ein Gastbeitrag von Thomas Pfitzer.

Aus den Ergebnissen der Gehirnforschung lassen sich Schlüsse ziehen, oder sagen wir „Grundregeln“ erstellen, die wichtig sind für unser Denken über die Welt, über uns und andere Menschen. Hält man sich an diese 12 Spiel-Regeln, erreicht man Gelassenheit und eine innere Zufriedenheit, die den Weg ebnet für ein glückliches Leben. Viele dieser Regeln sind im Buddhismus und im hawaiianischen Huna schon lange bekannt, aber erst seit kurzer Zeit durch die Neurowissenschaften belegt worden.

1. Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit.

Jeder Mensch hat auf Grund eigener Wahrnehmungsfilter, die durch Erfahrung und Erziehung entstehen, eine eigene individuelle Wahrheit. Diese eigene „Wahrheit“ ist aber nicht wirklich „wahr“, sondern die Folge von Denkmustern und Sichtweisen. Andere von der eigenen Wahrheit überzeugen zu wollen ist daher nicht nutzbringend. Ein Wechsel der Sichtweise (Perspektive) bringt Nutzen.

2. Es liegt nicht in unserer Macht andere Menschen zu ändern.

Mit etwas Übung kann man sich selbst ändern. Sich selbst ändern heißt auf lange Sicht auch Veränderungen an anderen Personen zu erwirken. Das eigene veränderte Verhalten wird Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Konfliktpartners haben. Er bekommt dadurch die Möglichkeit und den Impuls sich und seine Handlungsweise zu überdenken.

3. Halte dich fern vom Machtbereich anderer Menschen.

Wer sich in den Machtbereich anderer Menschen einmischt hat nur Kummer und Ärger.
Man muss sich immer die Frage stellen: „Liegt es in meiner Macht es zu ändern?“
Falls es in meiner Macht liegt, sollte ich es dann auch direkt angepacken.

4. Was mich an anderen stört oder ärgert, ist mein eigener Charakterzug.

Wenn man eine Eigenschaft oder ein Verhalten an anderen nicht mag und sich darüber ärgert, dann nur weil man diese Eigenschaft in irgendeinem Kontext selbst in sich trägt und das Unterbewusstsein das durch Aggression mitteilt. Man bekommt sozusagen vom eigenen Unterbewusstsein den Spiegel vorgehalten. Wir ziehen solange Menschen mit dieser Eigenschaft in unser Leben, bis wir diesen Charakterzug in uns aufgelöst haben.

5. Was man bekämpft – ob körperlicher oder seelischer Schmerz – wird stärker.

Jede Emotion braucht ihren Raum, hat einen Sinn und bringt einen Nutzen. Was man als Teil von sich anerkennt und respektiert, kann durch ein „sich selbst verzeihen“ aufgelöst werden. Bekämpfe ich Charakterzüge, Krankheit oder Schmerz, fokussiere ich mich darauf. Dadurch nehme ich es besonders deutlich und intensiv wahr.

6. Die Summe aller Energien bleibt gleich.

Alles was ich für mich fordere, mir wünsche oder als Ziel definiere, hat einen Preis. Was ich an einer Stelle dazu gewinne, muss ich an anderer Stelle abgeben. Es ist wichtig, die Frage zu klären, ob ich zu dem „Verlust“ an anderer Stelle bereit bin. Ebenso muss geprüft werden, ob durch meinen Gewinn ein anderer Mensch etwas verliert. Hierfür trage ich die Verantwortung. Wir leben in verschiedenen Systemen (Familie, Beruf, Hobby, Freundeskreis usw.), die sich gegenseitig beeinflussen. Veränderungen in einem System haben auch Auswirkungen in allen anderen Systemen.

7. Es gibt keine Schuld.

Da wir alle ständig Manipulationen ausgesetzt sind und unser Verhalten das Ergebnis unserer Erziehung und unserer Erfahrungen ist, sind wir nicht Schuld an diesem Verhalten. Ebensowenig diejenigen, die uns beeinflusst haben. Wer andere erniedrigt und ihnen Schuld zuweist, erniedrigt sich selbst, da er nicht fähig ist sich selbst zu erhöhen indem er versteht und verzeiht.

8. Jeder trägt für sein Verhalten und sein Leben die volle Verantwortung.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass es keine Schuld gibt wird deutlich, dass wir nur selbst unser Leben und Denken ändern können. Wir tragen die alleinige Verantwortung dafür, unsere Glaubenssätze, Ängste und Vorurteile nicht an andere weiterzugeben, sondern sie in uns aufzulösen um den Kreislauf zu durchbrechen.

9. Es gibt nur das „Jetzt“. Das „Jetzt“ ist der Moment der Veränderung.

Wir bewirken nichts mit dem Nachdenken über die Vergangenheit und dem sorgenvollen Denken an die Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht veränderbar und das Grübeln darüber führt nur zu Schuldzuweisungen. Die Zukunft steht nicht fest, sondern wird beeinflusst durch unsere Entscheidungen im „Jetzt“. Also lebe ich auch immer nur im „Jetzt“. Meine Lebensqualität ist die Folge meiner Entscheidungen im früheren „Jetzt“. Vergangenheit und Zukunft sind gedankliche Illusionen und ohne Bedeutung. Stellen sie sich bei sorgenvollen Gedanken diese beiden Fragen: „Was fehlt in diesem Moment?“. „Welches Problem habe ich tatsächlich im Jetzt?“

10. Das „Wie“ ist wichtiger als das „Was“.

Es spielt keine Rolle was man tut. Es ist nur wichtig, dass man es mit Hingabe, Liebe und voller Konzentration im „Jetzt“ tut. Einer der seinen schlecht bezahlten Job mit Freude tut, wird glücklicher sein als einer der, von Selbstzweifeln erfüllt, mit Aktienspekulationen viel Geld verdient. Mit der Frage: „Möchte ich tauschen?“ kann man klären ob man das für sich Richtige tut. Beispiel: Immer wenn sie sich über einen Politiker ärgern, stellen sie sich diese Frage. Wenn sie die Frage mit nein beantworten, was sehr oft der Fall sein wird, stelle ich ihnen jetzt eine Frage: Warum regen sie sich über Leute auf, die ihnen eigentlich leid tun sollten?

11. Kein Glück ohne Selbstliebe und Selbstvergebung.

Wer sich selbst nicht liebt, kann andere nicht lieben.
Wer sich selbst nicht vergibt, kann anderen nicht vergeben. Die Schuldzuweisung an andere führt mich in die Opferebene. Die Schuldzuweisung an mich führt mich zum schlechten Gewissen und zum Schmerz.

12. Achte auf deine Gedanken – sie erschaffen deine Wahrheit – deine Welt.

Das, woran wir denken, erschafft unsere Fokussierung. Die Fokussierung bestimmt, welche Teile der Welt wir wahrnehmen. Das, was wir wahrnehmen erzeugt unsere Überzeugungen, unsere Wahrheiten. Diese wiederum erzeugen unsere Laune, unsere Ausstrahlung, die wir von anderen Menschen zurückgespiegelt bekommen. Wir sind also allein dafür verantwortlich wie man uns behandelt!

Text von und herzlichen Dank an:Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
Tel.: 0176 96 255 796 oder 0621 592 48 92
http://wingwave-rhein-neckar.de
coach@wingwave-rhein-neckar.de

 

Photo: Vinoth Chandar

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3 Kommentare

  • Wow!
    Das schreibe ich mir in mein “schlaues Buch für alles” :)
    Schöner Artikel. Psychologisch, philosophisch und spirituell echt wertvoll!

  • Top Beitrag! Alles auf dem Punkt gebracht. Wenn wir uns alle daran ausrichten würden, dann würde etwas Großes mit uns und unserer Gemeinschaft enstehen. Ich wünsche mir das von ganzem Herzen und möchte dazu gerne beitragen.

  • Danke für diese eindrucksvolle Zusammenfassung, die uns wieder ein Stück helfen kann, uns dieses Uralte wissen ins Bewusstsein zu rufen. Doch wie so oft scheiden sich die Geister in der Interpretation und Umsetzung. Die Punkte zu verinnerlichen, kann mir wohl helfen, selbst möglichst oft in Zustände von Akzeptanz, Liebe, Dankbarkeit, Wertschätzung … zu gehen und mich selber, den anderen, meine Arbeit, die Situation .. aus solchen Zuständen heraus zu “sehen”. Dann wird sich auch leichter eine Haltung einstellen, in der ich den Punkten gerechter werden kann. Und die Ereignisse werden auch öfter solche sein, die zu den Zuständen passen. Negative Muster lösen sich auf in entsprechend positiven Zuständen, nicht durch rein geistiges “Schalterumlegen” und Kraftaufwand. Ich kann nicht erwarten, dass sich so die Zustände und damit die Wirkungen einstellen werden.

    Regeln zu erhalten (am besten auch durchnummeriert), mit der Aussicht und Illusion, belohnt zu werden, ist etwas für das Ego und verkauft sich (leider) immer noch am besten. Doch wenn ich mir die “Regeln” rein gedanklich vornehmen wollte, bevor ich diese Zustände annehme, veranstalte ich nur einen temporär funktionierenden Verschiebebahnhof im Unterbewusstsein für meine Glaubenssätze und Muster und das Tief wird recht oft einem ersten (von Illusionen getragenen) Hoch folgen.

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