Wenn uns das Leben über den Kopf wächst, müssen wir es an irgendeiner Stelle abtragen, damit wir wieder klare Sicht haben.

Ein möglicher erster Schritt: Von Ballast befreien, der schon viel zu lange Raum belagert hat in der Wohnung und im Kopf.

Courtney Carver vom Minimalismus-Blog Be More with Less empfiehlt, die folgenen zehn Dinge zuerst loszuwerden, wenn wir uns das große Entrümpeln erleichtern wollen.

  1. Klamotten, die Du nicht trägst. Mit 70 muss man keinen Minirock mit Reißverschluss hinten mehr haben. Mit 40 keing Baggy Pants. Mit 30 keine Hello Kitty Shirts. Mit 20 keinen Strampelanzug. Und in keinem Alter Sachen mit Mottenlöchern drin. Oder solche, die als Mottenfutter noch am besten geeignet sind. Oder die einem vermutlich nie wieder passen werden.
  2. Nicht identifizierbare Dinge in Deinen Schränken. Wenn ich früher in meinen Kommoden stöberte, stieß ich auf Gegenstände, die mich ungläubig den Kopf schütteln ließen. Was ist das, wie kam es dahin, und kann es beißen? Alles, was keinen Namen hat und keinen Platz, kann weg.
  3. Lotionen und Arzneimittel. 20 offene Duschgels, Hundertschaften an Körpercremes und Parfüms. Was davon hast Du im letzten Monat benutzt? Alles andere kann verduften (Tatütattaa, Wortspiel-Alarm). Ebenso jene Medikamente, die so alt sind, dass sie uns inzwischen wahrscheinlich krank machen oder umbringen würden.
  4. Vereinsamte Gegenstände. Socken und Handschuhe, denen das Gegenstück fehlt. Tupperware ohne Deckel, Hundespielzeug ohne Hund (anders herum bitte nicht, ein Hund sollte auch bleiben dürfen, wenn sein Zubehör fehlt).
  5. Zeug von Deinen Kindern. Vielleicht spielt Dein 15-Jähriger nun echt nicht mehr mit dem Playmobil. Oder Deine Abiturienten-Tochter nicht mehr mit Poly Pocket. Warte nicht drauf, dass sie’s selbst entsorgen, die Wette verlierst Du.
  6. Abgelaufenes Essen. Falls es Deine Kinder nicht mehr wollen. Der Käse, der am Anfang noch kein Blauschimmelkäse war. Die Raider-Riegel (die heißen jetzt Twix, eigentlich schon seit ein paar Jahrzehnten).
  7. Überflüssiges Geschirr. Toll, dieses dritte, zweihundertteilige Service, wenn mal Gäste kommen. Ähhh … und wann kommen sie? Na, vielleicht kann das ja ein Anderer besser gebrauchen.
  8. Das Zeug anderer Leute. Deine Wohnung ist nicht der Schrottplatz für anderer Menschen Sachen. Frag sie, ob sie’s wiederhaben wollen. Wenn nicht: auf Wiedersehen! (Basti, falls Du das liest, ich hab noch die Hälfte Deines Zelts, seit acht Jahren.)
  9. Dinge, die Dich runterziehen. Ein Liebesbrief vielleicht, von Monika, von damals, bevor sie mit dem schönen Schweine-Schlachter Schorsch durchgebrannt ist. Oder alte Fotos, die Dich an nichts erinnern als Schmerz.
  10. Dein schlechtes Gewissen. Nichts, was man anpacken könnte – aber etwas, das uns oft packt. Das schlechte Gewissen, kein einziges Mal auf dem Home-Trainer für 3.000 Euro gewesen zu sein. Oder dass wir nie Sushi zubereitet haben, trotz der teuren Messer. Wir haben schon genug gebüßt mit Geld und Platz. Wir dürfen uns davon befreien.

Also, weg mit dem alten Schmodder.

Man muss es ja nicht übertreiben. Ja, wir essen zu viel und wir kaufen zu viel. Aber wenn wir das Essen immer wieder loswerden, heißt das Magersucht. Und wenn wir zu sehr darum kreisen, welche Gegenstände wir loswerden sollten, kann das eine Magersucht der Dinge werden.

Entspannt reduzieren. Ich glaube, das ist der beste Weg.

Eine gute Gewohnheit könnte sein, jeden Tag einen Gegenstand weniger als am Vortag zu haben. Ein Ding loswerden, und wenn wir was Neues kaufen, dann an diesem Tag zwei Dinge loswerden. Probier’s aus für 30 Tage am Stück, kostet Dich vielleicht jeweils eine Minute und wird schon bald zu einem festen Ritual, das wie von selbst Platz macht für das Wesentliche.

 

Mehr dazu unter 4 Gründe, Dich endlich vom Gerümpel zu befreien (und wie Du das schaffst) und unter 42 Wege, Dein Leben wieder einfacher zu machen.

 

Photo: Kim Love