Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Die drei Mails, die unbedingt noch rausmüssen, sofort. Die sonstigen Deadlines im Job. Die grelle In-die-Fresse-Werbung für die neueste Mode und den neuesten Technik-Kram. Die Breaking News, fünfzig Mal am Tag. Der Anruf, auf den wir noch reagierten sollten und all die Anforderungen von weiß Gott wem. Unsere eigenen Triebe und Gelüste …

… sie alle drängen sich auf, sind dringend, sind kurzfristig. Sie alle schreien:

HIER! SCHAU HER! BEACHTE MICH! NA LOS!

Woran man das wirklich Wichtige im Leben erkennt?

Daran, dass es nicht schreit. Daran, dass es sich nicht aufdrängt. Daran, dass es nicht dringend ist, scheinbar, nicht kurzfristig.

Das wirklich Wichtige flüstert eher und ist ziemlich geduldig. Höflich wartet es darauf, dass wir uns ihm widmen:

… dem Partner endlich mal wieder ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, ohne Smartphone in der Hand, Zeit mit unseren Kindern, Zeit für Stille, Zeit für unsere Gefühle und für die Frage, was wir mit unserem Leben noch anfangen wollen, Zeit für unsere Gesundheit.

Weil es so leise ist und so höflich, denken wir: „Ach, ja, komm, dafür hab ich heute keine Zeit, da kümmere ich mich morgen drum.“

Und morgen wird zu übermorgen, wird zu nächstes Jahr, wird weggeschoben, verschwindet womöglich ganz aus unserem Blick. Doch die Quittung dafür kommt natürlich trotzdem, wenn auch sehr spät, das Fass läuft über, die Kacke dampft, ein Bereich unseres Lebens explodiert oder zerfällt. Und dann schreien wir und wundern uns, wie wir die Warnsignale nur so lange übersehen konnten.

Das muss nicht passieren, wenn wir das Laute und Drängelnde nicht mit dem Wichtigen verwechseln, zumindest nicht immer wieder. Wir können eine bewusste Entscheidung treffen und sagen:

DU FLÜSTERST, ABER ICH KÜMMERE MICH UM DICH.

Viele unserer dringenden Probleme würden sich sogar auflösen, kümmerten wir uns mehr um die wirklich bedeutsamen Dinge.

Lasst uns also nicht einreden, wir hätten keine Zeit für das Wichtige. Sondern daran denken, was Laotse gesagt haben soll:

„Zeit ist etwas, das wir erschaffen. Zu sagen: ‚Ich hab keine Zeit’ ist dasselbe wie ‚Ich will nicht.’“

Siehe auch: Die Vorteile von Minimalismus: 7 Gründe, Dein Leben zu entrümpeln sowie Forschung: Stille ist wichtiger für Dein Gehirn, als Du denkst. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben können wir uns zur Gewohnheit machen, sie zu einem festen Teil unseres Tages machen. Mehr dazu im myMONK-Buch: 12 Gewohnheiten, die Dein Leben verändern.

Photo: pedro alves | Inspiriert von: BecomingMinimalist