Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Es folgt ein Gastbeitrag von Gregor Iwanoff.

 

Dankbarkeit fällt uns nicht in den Schoss. Wir müssen sie üben und praktizieren. So finden wir mehr Frieden und spüren, wie viel Schönes das Leben uns gibt.

Ich bin gut darin, Dinge zu erreichen. Ich bin nicht gut darin, mich über das Erreichte angemessen zu freuen und dankbar zu sein. Viel zu schnell vergesse ich kleine Errungenschaften, schöne Begebenheiten, wunderbare Situationen, Ziele, für die ich gekämpft habe, Wunderbares, das ich im Alltag erlebt habe, Geleistetes, für das ich mich einsetzen musste. Es ist eine Schande, denn die Schönheit des Lebens ergibt sich aus den Momenten, an denen man sich erfreut.

Warum Dankbarkeit so wichtig ist

Wer sich weniger freuen kann und weniger dankbar ist, lebt weniger erfüllt. Und Dankbarkeit ist ganz und gar keine Frage des Geldes. Doch wie wir auf Fotos Momente festhalten und uns auch lange Zeit später noch an diesen erfreuen, so können wir auch Freuden festhalten und uns in Dankbarkeit üben, um uns unsere Freuden bewusst zu machen und dankbar für Momente zu sein.

Wir tun uns einen Gefallen, wenn wir dankbar sind. Dankbarkeit schafft uns Frieden. Ruhezonen auf dem Schlachtfeld unseres Lebens. Wir sind im ständigen Kampf mit uns und mit unserer Welt. Wir hadern mit unseren Entscheidungen, wir zweifeln an unseren Leistungen, wir misstrauen, wir neiden, wir verurteilen, wir verleugnen.

Durch Dankbarkeit aber können wir uns Ruhezonen auf diesem Schlachtfeld schaffen. Kleine Oasen, die uns Kraft geben und durch die wir mit der Welt wieder ins Reine kommen. Dankbarkeit fällt uns aber nicht in den Schoss. Wir müssen sie üben und praktizieren. Dann gelingt es uns innezuhalten und an dem, was uns an Positivem widerfahren ist, zu erfreuen. Andernfalls laufen wir Gefahr auf die Jahrzehnte zurückzublicken und das Gefühl zu haben, sie seien im Flug vergangen, ohne dass wir spüren, was sie uns eigentlich an Schönem gegeben haben.

Ein einfacher Trick: Das Glas Wunderbar

Mir hilft dieser einfache Trick: In meinem Wohnzimmer steht ein großes Glas. Ich nenne es Glas Wunderbar. Wenn mir etwas Schönes widerfahren ist, das kann auch eine Kleinigkeit sein, notiere ich dieses auf einen kleinen Zettel, falte ihn und stecke ihn in das Glas Wunderbar. In diesem Glas sind die vielen kleinen und großen Dinge enthalten, für die ich dankbar bin.

Immer wenn mir danach ist, fische ich ein paar der bunten Zettel aus dem Glas. Ich lese die Notizen, einige sind schon Jahre alt, von kleinen Siegen, die ich erreicht habe, von schönen Momenten, Erlebnissen, von Glück oder Freundschaften. So mache ich mir diese Momente bewusst, viele von ihnen hätte ich längst vergessen, und erinnere mich daran, was ich geleistet habe, was mir wiederfahren ist und ich merke, wie viele besondere und schöne Momente der Alltag hat.

 


Autor:

gregor iwanoff 2Gregor Iwanoff war schwer krank und depressiv. Mit dreißig Jahren nahm er all seinen Mut zusammen und begann den kompletten Wandel seines Lebens. Heute ist Gregor erfolgreicher Ultra-Ausdauerathlet, authentischer Redner, Regierungsberater und beliebter Blogger.


Photos: Gregor Iwanoff