Stress

Stress ist allgegenwärtig. Ob als kurzfristige oder dauerhafte Belastung, ob als Ursache von Krankheiten oder als Statussymptom („Hach, bin ich gestresst, ich muss echt wichtig sein!“), ob im Privatleben oder im Beruf – Stress begleitet fast alle von uns. Der Grund: das moderne Leben fordert (zu) viel von uns. Und zwar häufig auf eine Art, die uns nicht gut tut. Stress entsteht, wenn unsere inneres Leben nicht mit unserem äußeren Leben zusammenpasst. Etwa dann, wenn wir andere Bedürfnisse oder Fähigkeiten haben, als wir sie tatsächlich erfüllen bzw. einsetzen können. Und das geht vielen so. Ein Beweis: immer mehr steigen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen an. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Ausfalltage fast verdoppelt, so zum Beispiel das Ergebnis einer Studie der AOK.

Was ist Stress?

Stress ist ein recht neues Wort. Erst in den 1930 Jahren prägte Hans Selye, der Österreich-Kanadier und Pionier der Stressforschung, den Begriff.

Bei Stress handelt es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers auf Herausforderungen oder Gefahren. In der Steinzeit konnte nur der überleben, dessen Körper beim Jagen oder Gejagdwerden vollständig auf Kampf oder Flucht vorbereitet war. Und genau dazu führt Stress: im Körper werden Stresshormone ausgeschüttet, um in kürzester Zeit zusätzliche Energie bereitzustellen und blitzschnelle Reaktionen zu gewähren, der Körper läuft zur Höchstform auf.

Die Entstehung von Stress liegt also in der Evolutionsbiologie begründet.

Was bei Stress im Körper geschieht

Im Kampf-oder-Flucht-Modus schaltet der Körper in einen höheren Gang. Das sympathische Nervensystem reagiert, der Hypothalamus (ein Teil des Gehirns) aktiviert die Hirnanhangdrüsen, diese führen ein Hormon in den Blutkreislauf, das ACTH (adrenocorticotropes Hormon). ACTH erreicht die Adrenaldrüsen, die darauf hin mehr Adrenalin (Epinephrin) und Glukortikoide wie Cortisol prodzieren.

Diese Reihe an biochemischen Vorgängen sorgt für die folgenden Veränderungen im Körper:

  • Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt – mehr Blut wird durch die Muskeln und in die Lunge gepumpt
  • Wir atmen schneller, durch das Flackern der Nasenlöcher erhöht sich die Sauerstoffversorgung.
  • Das Blut wird von der Haut und den inneren Organen weg, hin zu Gehirn und Skelettmuskeln geleitet.
  • Die Muskeln spannen sich an.
  • In der Leber wird Glykogen in Glukose umgewandelt, die Glukose verbindet sich mit freien Fettsäuren, damit der Körper schnell mit Energie versorgt wird.
  • Die Pupillen weiten sich, damit wir besser sehen können.
  • Das Blut gerinnt schneller, sodass eventuell beschädigte Aterien rascher repariert werden können.
  • Die Verdauung wird verlangsamt, da die Energie anderweitig benötigt wird.

Warum ist Stress heutzutage problematisch?

Hervorgerufen wird Stress sowohl durch äußere als auch durch innere Reize.

Anders als unsere Vorfahren geht es heute nur selten um Leben und Tod, sondern meist um sozialen und psychischen Druck. Beides würde eigentlich keine immensen Stressreaktionen verlangen, unser Körper reagiert aber dennoch so, als würde uns gerade ein riesiges, wütendes Mammut hinterherlaufen.

Und: ebenfalls anders als früher enden die Stresssituationen jedoch meist nicht mehr in Kampf oder Flucht und damit reichlich Bewegung, während der die Stresshormone abgebaut werden. Wir bleiben einfach sitzen. Und mit uns die Anspannung und der innere Druck. Das Ventil Bewegung fehlt.

So kann ein dauerhaft hoher Stresspegel im Körper entstehen, der zu körperlichen oder psychosomatischen Erkrankungen wie dem Burn-out führen kann.

Positiver und negativer Stress

Nicht jeder Stress ist schlecht. Neben dem negativen Disstress gibt auch positiven Stress, den Eustress. Positiver Stress erhöht unsere Motivation, Aufmerksamkeit Leistungsfähigkeit auf eine gesunde Weise, sodass wir Aufgaben besser erledigen können. Haben wir sie dann gemeistert, werden Glückshormone ausgeschüttet und das Selbstvertrauen gestärkt.

Der weit verbreitete Traum vom komplett stressfreien Leben ist daher eigentlich gar nicht so verlockend.

Stress wird erst dann negativ, wenn er zu stark oder zu lang anhaltend und ohne körperlichen Ausgleich stattfindet. Diesen Disstress erleben wir als überfordernd und bedrohlich. Überfordert uns eine Aufgabe oder hetzen wir ohne Pausen von einer Anforderung zur nächsten, kann Stress krank machen – irgendwann ist alle Kraft verbraucht.

Stress-Symptome

Dauerstress macht krank. Typische Symptome von übermäßigem Stress sind:

  • Sinkende Konzentrationsfähigkeit
  • Sinkende Leistungsfähigkeit
  • Gereiztheit
  • Burn-out
  • Albträume
  • Geschwächtes Immunsystem, häufigere Infekte
  • Magen-Darm-Probleme
  • Herzerkrankungen
  • Lungenkrankheiten

Früher hat Stress uns das Leben gerettet. Heute gefährdet er es.

Stress bewältigen

Wer Stress bewältigen will, muss einen Ausgleich finden und / oder ein entspannteres Leben anstreben. Zum Stressabbau, also als Ventil für den Druck aus Stress-Situationen, können zum Beispiel Sport oder Entspannungstechniken dienen.

Es gibt viele Wege zu einem entspannteren Leben. Eines haben sie alle gemeinsam: das äußere Leben wird den inneren Bedürfnissen und den Fähigkeiten angepasst.
 

Stress
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Wie uns Stress krank macht
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