Kennst Du schon den neuen Podcast? Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Wenn Du glaubst, Dein Leben sei nicht gut genug …

Irgendwie haben wir – ich und viele andere auch, soweit ich das beurteilen kann – angefangen zu glauben, dass im Leben immer alles bergauf gehen müsste, von Höhepunkt zu Höhepunkt.

Das ist lebensfeindlich. Und mit so einer Erwartungshaltung scheitern wir sehr regelmäßig und schmerzhaft an der Realität.

Wenn wir gelassener werden wollen, wenn wir lernen wollen, das Leben fließen zu lassen, haben wir vor allem eine Aufgabe: Wir müssen aufhören, es betonierte Kanäle zu zwängen, die wir in unserer Fantasie in Richtung „Alles wird immerzu besser und besser“ gelegt haben.

Es geht um das Anerkennen der Polarität, um die Gegensätze des Lebens, den Wandel, das Hin und Her, Auf und Ab, das dazugehört wie die Butter aufs Brot und das Brot in den Mund und der Mund in den Kopf.

Das taoistische Bild vom Yin und Yang ist ja äußerst bekannt. Schwarz und Weiß ergeben ein Ganzes, einen vollkommenen Kreis, der Leere und Fülle, Innen und Außen sowie Kälte und Hitze symbolisiert.

Was mir bis vor kurzem aber nicht so klar war, weil ich nie genau hingeschaut hab, ist folgende Bedeutung.

Im Weißen gibt es ja einen schwarzen Punkt und im Schwarzen einen Weißen Punkt, und zwar ist der weiße Punkt genau an der Stelle, wo der schwarze Teil am größten ist und anders herum.

Soll heißen, dass im größten Höhepunkt des einen schon wieder der Beginn des anderen, die nächste Phase liegt … ein ewiger Kreislauf – so wie das Leben zum Tod wird und Platz macht für neues Leben.

Diesen Kreislauf gibt es in allem, was wir tun und erleben: Gesundheit wird zu Krankheit, eine besonders produktive Lebensphase (oder Woche, oder Minute) geht über in eine, wo wir vielleicht erschöpft sind und nichts gebacken kriegen, eine Wahnsinns-Idee, die die Zukunft verändert, wird irgendwann zum Alten und zur Vergangenheit, Ebbe zur Flut und zurück, der Tag, die Nacht, die Lichter, die Dunkelheit.

Genauso, wie wir Phasen erleben werden, in denen wir nach außen drängen … und solche, in denen wir uns mehr zurückziehen, ins Innere unserer Wohnung oder unseres Geistes.

Wie gut wäre das Gute ohne das Böse?

Wie groß das Große ohne das Kleine?

Wie weiblich das Weibliche ohne das Männliche?

Das eine gibt es nie ohne das andere, so wie Süßes auf Dauer nicht mehr Süß schmecken würde, wenn wir nur noch Dominosteine essen, das ganze Jahr über, und verlernen, was salzig bedeutet, oder sauer, oder bitter.

Ein Lebensmittel wird ja auch nicht erst immer reifer und dann verwandelt es sich in Gold und dann in noch Wertvolleres. Nein, entweder es vergammelt oder es wird verzehrt und hinten raus zu was Braunem, und das Braune geht auch wieder in die Natur über. (Es heißt ja, dass keine Energie im Universum je einfach so verschwindet, sie verändert nur ihre Form, wobei ich nicht sicher weiß, wo hinein sich Kacke-Energie verwandelt).

Wie glücklich ist das Glück ohne das Unglück?

Mehr zum Thema findest Du auch im myMONK Podcast:

Photo (oben): keith ellwood, Lizenz: CC BY 2.0