Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Es folgt ein Gastbeitrag von Gregor Iwanoff.

Wie ich mich getraut habe, meinen Job zu kündigen, meine Frau fürs Leben fand, eine Firma gründete und von einer Couchpotato zum Abenteurer wurde? Die „Cold-Shower-Challenge“ hat mir dabei sehr geholfen.

Wenn wir als Menschen wachsen wollen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen, wenn wir Ziele erreichen oder glücklich werden wollen, müssen wir bereit sein, unsere Komfortzone zu verlassen. Wir müssen bereit sein, uns aus unserem weichen, warmen Kokon zu schälen, unseren Kopf in den rauen Wind zu strecken und etwas zu wagen.

Das ist mühsam, ungewohnt, ungewiss, riskant, schwer, angsteinflößend, intensiv oder kompliziert. Doch es gibt keinen anderen Weg. Wenn wir uns wirklich weiterentwickeln wollen, müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Anders geht es nicht.

Ich bin einer der größten Angsthasen dieser Welt und das Letzte, was ein Angsthase gerne macht, ist, aus dem warmen Hasenbau zu hüpfen und sich neuen oder unangenehmen Dingen zu stellen. Weil ich aber weiß, dass ein Leben außerhalb des engen Hasenbaus nicht nur freier ist, sondern weil ich da draußen auch meine Träume wahr werden lassen kann und weil es letztlich nur Angst und Gemütlichkeit ist, die mich im warmen Hasenbau hält, musste ich einen alltagstauglichen Weg finden, um zu lernen meine Komfortzone zu verlassen. Ich fand ihn: Ich habe kalt geduscht.

Die Herausforderung: 30 Tage kalt duschen

Du hast Angst vor Unannehmlichkeiten? Wenn du dich daran gewöhnen willst, mit Unannehmlichkeiten umzugehen, kannst du 30 Tage eiskalt duschen.

Ich habe eiskalt geduscht und es war fürchterlich. Ich stand verkrampft unter der Dusche, ich wimmerte, ich kreischte, ich windete mich unter dem kalten Wasser. Es war kein Spaß. Wenn ich aus der Dusche kam, war aber alles wieder ok. Ehrlich gesagt war es sogar viel besser als das: Ich fühlte mich absolut frisch und belebt.

Über 30 Tage habe ich eiskalt geduscht und mir ist etwas sehr Interessantes aufgefallen:

Alle Entschuldigungen, die mir durch den Kopf gingen, bevor ich den Hahn auf „kalt“ gedreht habe, waren genau dieselben Entschuldigungen, die ich machte, als ich meinen Job nicht gekündigt hatte, obwohl ich das eigentlich tun wollte. Es waren genau dieselben Entschuldigungen, die ich mein ganzes Leben über hatte, für all die Dinge, die ich nicht getan habe, obwohl ich sie tun wollte.

Ich begann zu verstehen, dass all diese Geschichten und Ausreden nicht die Dinge waren, die mich wirklich vom kalten Duschen abhielten. Was mich wirklich vom kalten Duschen abgehalten hat, war meine Entscheidung, dass ich keine Unannehmlichkeit erfahren will. Als ich aber die Idee akzeptiert habe, dass Unannehmlichkeiten für mich in Ordnung sind und ich mich entschied, bereit zu sein, Unangenehmes zu erfahren, haben kalte Duschen mir viele Barrieren im Leben genommen. Sie haben mich mich neue Dinge im Leben probieren lassen. Und haben sie mich dazu gebracht, den Mut zu finden und die Entscheidungen zu fällen, mit denen ich mein Leben verschönern konnte.

Warum kaltes Duschen funktioniert

Warum das funktioniert ist einfach: Jeden Tag springst du unter die Dusche. Fast automatisch drehst du den Hahn auf „warm“. Das ist leicht, normal und angenehm. Es ist eine Entscheidung, aber es ist nicht die einzige Entscheidung. Du kannst das Gegenteil machen, den Hahn in die andere Richtung drehen und eine kalte Dusche nehmen.

Das macht nicht viel Spaß und kaum jemand tut das. Aber du kannst es tun, wenn du dich bewusst dafür entscheidest. Du kannst dich von den Ausreden abhalten lassen, sie für echte Gründe, für bare Münze halten, ihnen glauben. Oder du kannst dich dafür entscheiden, dass die Entschuldigungen und Geschichten keine Bedeutung haben. Du kannst dich dazu entscheiden, unabhängig von den Entschuldigungen, die als Gedanken in Deinem Kopf aufsteigen.

Ich dusche nun seit vielen Jahren immer wieder kalt. Ich mache es jedes Mal, wenn ich eine Extra-Portion Stärke oder Mut benötige, um durch etwas zu gehen, das hart oder schwierig ist. Ich habe kalt geduscht, als ich Vorträge vor vielen Menschen halten sollte, ich habe es gemacht, bevor ich zu meinem Chef ging, um meinen Job zu kündigen, in den ich viele Jahre lang eine Menge Mühe und Zeit investiert hatte. Ich habe es auch in der Phase gemacht, als ich mich von meiner Freundin getrennt habe und Mut brauchte, weil ich Angst hatte, dass ich mich einsam fühlen werde und eine falsche Entscheidung treffe.

In diesen und vielen anderen schwierigen Zeiten habe ich in den Spiegel geblickt und mir gesagt:

„Wenn du nicht bereit bist, etwas Unangenehmes zu erfahren und für einige Minuten unter der kalten Dusche zu stehen, mit dem einzigen negativen Ergebnis, dass dir dabei kalt ist … wie willst du dann jemals die Courage haben, etwas auszuwählen, das unangenehm ist, in einer Situation mit viel bedeutenderem Ergebnis?“

Nun habe ich eine Aufgabe für dich. Anstatt morgen früh, wenn du unter die Dusche gehst, den leichten Weg zu nehmen, anstatt den komfortablen Weg zu nehmen, anstatt zu tun, was die meisten Menschen tun würden, mach das Gegenteil!

Dreh den Hahn auf „kalt“ und dusche für mindestens zwei Minuten. Wähle das Unangenehme aus und schau was passiert. Mein Leben hat es verändert.

Wie Du etwas verändern willst in Deinem Leben – in kleinen Schritten und vor allem dauerhaft, dann wird Dir das myMONK-Buch helfen: 12 Gewohnheiten, die Dein Leben verändern. Siehe auch Ein 15-Minuten-Morgen-Ritual, das Deinen ganzen Tag verändert.

 


Autor:

gregor iwanoff 2Gregor Iwanoff war schwer krank und depressiv. Mit dreißig Jahren nahm er all seinen Mut zusammen und begann den kompletten Wandel seines Lebens. Heute ist Gregor erfolgreicher Ultra-Ausdauerathlet, authentischer Redner, Regierungsberater und beliebter Blogger.


Photo (oben): Dale Simonson