|23. Juni 2012 11:30

Yoga, Tanzen und Ashrams – Interview mit Catrin Müller

Catrin Müller ist Tanz- und Theaterpädagogin sowie Yogalehrerin. Was Yoga mit dem Tanzen zu tun hat und was sie auf Ihren Reisen durch Indien gelernt hat, erzählt sie uns im Interview.

Möchten Sie sich und Ihren Weg kurz vorstellen?

Ich habe von Mitte Zwanzig bis Mitte Dreißig in vielen Tanzprojekten und Theaterkleinkunstbühnen mitgewirkt und die Kombination von Ausdruckstanz, Körperarbeit und Rollenspiel ist bis heute an meiner Seite. Die Tätigkeit als Tanzpädagogin/Theaterpädagogin übe ich bis heute als Ausbilderin aus, in Form von Seminaren die ich Bundesweit gebe und im Rahmen eines Institutes für Kommunikation und Berufsqualifikation seid über 10 Jahren tätig bin. Parallel neben diesem wirken, befinde ich mich seid 20 Jahren auf  Yogaweg und leite das Shakti-Yogaloft in Berlin mit Yogalehrerausbildung in Berlin.

Was hat Yoga mit Tanzen zu tun?

Um zu tanzen brauchen wir bewussten Atem, Aufrichtung, Körpertraining und vor allem Körperbewusstsein, Awareness,. Wissen um meine Innenräume wie die Seele schwingt, welche Bilder möchte ich tanzen, durch welche Räume möchte ich mich ausdrücken und genau an dieser Stelle unterstützt Yoga in Kombination z.B. mit Vinyasa Yoga, ein sehr fließender Yogastil, der in den Abfolgen Bewegung und Atem und sich dessen Bewusstsein zu sein im Unterricht schult. Dieser ist ein wunderbarer Yogastil um sich für andere Tanzformen  zu öffnen und zu kombinieren.

Sie waren 1997 für 5 Monate in einem indischen Ashram. Was sind die zwei wichtigsten Dinge, die Sie dort gelernt haben?

Ich bin 5 Monate durch ganz Indien gereist, d.h. ich war davon immer im Wechsel an verschiedenen Orten Indiens und habe im Süden den Bhaktiyoga mit der Amma in Amritapuri einige Wochen erfahren, der Bhakti-Yogaweg ist über Gesang und Mantra eine Yogapraxis zur Öffnung des Herzens. Ein sehr heilsamer Ansatz im Yoga, denn über das Herz erfahren wir die Verbindung zu unserem wahren inneren Selbst und allen Seinsformen des Lebens.

Auf der Reise, die eine spirituelle Pilgertour war, ganz besonders im Süden Indiens sind sehr viele Yogazentren mit Hatha-Yoga nach Sivananda, das eine sehr klare Yogaform ist mit Yogaübungsabfolgen, Atempraktiken und Meditation.

Auseinandersetzung mit Philosophie und Ernährung und gab mir eine gute Struktur in Hatha-Yoga. Von dort nach Auroville, „die Stadt der Morgenröte“, gegründet von Mira Alfassa und Sir Aurobindo hat eine wunderbare Vision, Menschen aus aller Welt leben und teilen die Form der Community .Die Reise ging weiter in  den Norden Indiens nach Dharamsala, in das Zentrum des Dalai Lamas und hatte teil an  einem Buddhistisches Meditationsretreat ,in einer Gemeinschaft mit den Schwerpunkt auf Stille Meditation. So hatte ich viele Begegnungen auf meiner Reise mit spirituellen Menschen und dieser Einblick, diese Erfahrung hat mich in meinen inneren Sein sehr tief berührt und meinen Yogaweg vertieft bis heute in Form von Yogareisen nach Auroville!

Was ist der Integrale Yogaweg nach Sri Aurobindo, den Sie studiert haben?

Der Integrale Yogaweg nach Sri Aurobindo betont vor allem die Integrität ein ganzheitlicher Mensch zu sein mit allen Ebenen, dh heißt wir befinden uns im Integralen auf einen Entwicklungsweg das Individuelle zum Transpersonalen Selbst, die Verbindung mit dem kosmischen Dimensionen. Das Integrale bezieht sich auf alle Ebenen des Seins und vermittelt die Übergänge des Bewusstseins in der spirituellen Praxis das auseinandersetzen mit dem „Wer bin ich“ außer meine  Person, das sich bewusst machen durch Hinwendung nach Innen zur Seele und darüber hinaus Ebenen von Bewusstsein in sich zu erfahren. Die Texte von Aurobindo sind eine klare Philosophische Praxis und Weg der dem mentalen Bereich des Bewusstsein eine Dimension eröffnet und damit diese Erfahrung in sich  finden kann.

Sri Aurobindo hat immer wieder betont , das jeder Mensch diesen Erkenntnisweg in sich erfahren kann und das „EINE“ Selbst, das grenzenloses Bewusstsein ist und in allem Leben schwingt.

Wann sind statische, ruhige Yoga-Haltungen sinnvoll, und wann sollte man besser dynamisch und fließend praktizieren?

Die dynamischen Variationen werden im klassischen Hatha Yoga am Anfang des Unterrichtes z.B. durch den Sonnengruß praktiziert, damit alle Körperstrukturen gut erwärmt sind und das Herz/Kreislauf System gestärkt wird sowie das Stoffwechsel-
System entgiften kann, was ein weitere Aspekt im Yoga ist, die innere und äußere Reinigung durch Atemübungen und Reinigungspraktiken.

Im Anschluss folgen dann meistens ruhige Yogahaltung mit Hinwendung zu einem bestimmten Thema, zB Rückbeugen und Flexibilität des Rückens oder ruhige Standposen für das Gleichgewicht. Asanas länger in Ruhe einzuüben führt zur Regenation aller Ebenen, nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern emotional, mental, geistig, wenn regelmäßig praktiziert wird.

Es kommt auf dem Yogastil an, dieser prägt natürlich den Unterricht wie zB im Ashtanga Yoga werden dynamische Übungsfolgen primär praktiziert die Verbindung von dynamischen Sequenzen mit Atemschulung und Bewegung intensiv. Das reinigt alle Ebenen des Seins, von Body , Mind, Soul!

Jedoch werden ruhige Yogahaltungen integriert und bedeuten immer das sich bewusst machen der Erfahrung und so wird das ganze feinstoffliche System auch das Chakren-System angeregt und balanciert.
Die harmonische Abfolge von fließenden Yogaübungen und integrierten ruhigen Yogahaltungen schafft eine Harmonie und lässt Raum für die Seele.

Sind Ihre Yoga-Gruppenreisen auch etwas für Introvertierte?

Yoga ist eine Weg für alle Menschen und auf einer Yoga-Reise habe ich die Möglichkeit den Rahmen der Gruppe als ein „Boot“ zu erfahren in dem jeder so sein kann wie die Person eben ist und trotzdem eine Verbindung zur Gemeinschaft.

Auf den Yogareisen verbinde ich vor allem die Telnehmer mit der Natur und den Elementen, z.B. am offenen Meer draußen Yoga zu machen ist für “Introvertierte“ wie Sie sagen, bestimmt im Rahmen einer Gruppe eine wunderbare Möglichkeit diese Offenheit des Meeres und die Weite des Raum zu erfahren und getragen zu sein im Rahmen einer Gruppe. Yoga ist ein Weg für alle Konstitutionstypen!

Was haben Sie beim Aufbau der Yogaschule Yogashakti über Menschen gelernt?

Eine Struktur zu finden in dem die Aufgaben sich in Form eines Teams verteilen.

Und eine Vision umzusetzen mit Gleichgesinnten auf dem Weg, schafft den Raum für Vertauen und Hinwendung zum Wir, zum Herzen, sich die Hände reichen.

Achtsamkeit im Umgang des Miteinander sich bewusst machen im Tun und Nicht-Tun.

Offenheit für neue Ideen, Struktur in Organisation, Begleitend sein und begleitet werden.

Eine größere Reichweite in Form von Vernetzung mit anderen Yogaschulen und Austausch und Kommunikation mit vielen anderen kreativen Bereichen wie Zb unser Event-Bereich in unserer Yogaschule öffnet den Raum für andere Künste und Yoga-Art.

Wo können Interessierte mehr über Sie erfahren?

Natürlich über unseren Newsletter unsere Homepage und dieses Jahr sind wir wieder beim Yogafestival „All in One-One in All“ in Berlin dabei, sowie mein Neues Yogapoesie & Fotokunst Buch „Erwachen im Wind“ ist nun erschienen und erhältlich über den Epubliverlag mit vielen Poesiegedichten für die Seele.

Welcome in Yoga, danke!
Catrin Müller
www.shakti-yogaloft.de

Herzlichen Dank!
 

Bilder und ein Video vom Studio findet ihr hier.



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