|3. Januar 2013 12:22

Wie Du ein Feuer in Dir entfachen kannst, das alle Widerstände niederbrennt

Wie oft hast Du schon eine Idee gehabt, ein Ziel, einen Traum, der Dich in den ersten Tagen inspiriert hat … doch schon ein paar Tage später wieder kalt lässt … Du fändest es dann zwar immer noch cool, diese Reise zu unternehmen, an die Du dachtest, endlich mit einem neuen Sport- oder Meditationsprogramm zu beginnen, Dich anders zu ernähren oder nach einem neuen Beruf umzuschauen. Aber eben nur „cool“, „das wär’s doch“, „ach ja, irgendwann“ oder „wenn dieses und jenes vorbei ist, dann ganz bestimmt“ – nicht zwingend.

Die meisten unserer Träume sind solche kurzen Stichflammen, die rasch verpuffen und nichts hinterlassen als ein bisschen verbrannte Erde – das dumpfe Gefühl, es schon wieder nicht richtig angepackt zu haben. Aus einem Bisschen verbrannter Erde wird über die Zeit ein Berg, unter dem viele große Vorhaben und viel Lebendigkeit verschüttet gehen können.

Was, wenn Du stattdessen ein Feuer in Dir hättest, das dauerhaft lodert? Wenn Du für Deinen Traum „brennen“ würdest? Würdest Du dann bereits nach ein paar Tagen aufgeben, nach ein paar Wochen oder Monaten, nach den ersten größeren Widerständen … oder nie? Weil es keine Alternative für Dich gibt, weil aus Hoffnung Sicherheit wird. Sicherheit, dass Du es schaffen musst und schaffen wirst.

Dieses Feuer ist nicht einigen wenigen auserwählten Überfliegern vorbehalten. Auch ist es kein Zufall. Es lässt sich bewusst entzünden – wie die Zigarette, der Du eigentlich schon so lange den Rücken kehren wolltest.

Der Blogger Steve Pavlina schreibt in seinem Artikel Cultivating Burning Desire von den Schritten, mit denen Du ein solches Feuer in Dir entfachen kannst. Ich greife einige dieser Punkte auf.

Jedenfalls: welchen Traum Du auch immer hast, das Feuer wird Dir helfen. Es wird Widerstände niederbrennen wie gelegentliche Unlust, Ablenkung, Hilflosigkeit und ungelegene Überraschungen. Es wird Dir helfen, Deine Ziele zu erreichen, Dein Leben in der Hand zu haben und Dich mit den Menschen und der Welt verbunden zu fühlen.

Den Traum einverleiben

Die Zündung ist Deine Idee, Dein Traum. Doch jedes Feuer benötigt stets neuen  Sauerstoff. Das Feuer in Dir benötigt Sauerstoff zum Beispiel in Form von Gedanken an Deinen Traum.

Schon Napoleon Hill, der Begründer der Selbsthilfe- und Erfolgsliteratur, hielt es für den wichtigsten Schritt der Zielerreichung, das Ziele aufschreiben und täglich morgens und abends durchlesen. Das Ziel sollte konkret sein, messbar, mit einem Termin versehen, in der Jetzt-Form geschrieben – und erreichbar.

Also nicht: Ich will irgendwann endlich irgendwann weniger fett sein.

Sondern: Ich wiege 75 Kilo am 20. Juni diesen Jahres und ich habe das auf eine gesunde Weise geschafft.

Das ist die halbe Miete.

Doch so, wie man aus der Wohnung fliegt, wenn man nur die halbe Miete zahlt, so wird auch der Traum verfliegen, wenn nicht auch noch der anderen Hälfte Rechnung trägt.

Die zweite Hälfte sind die Bilder und Gefühle. Denn das Lesen allein reicht nicht.

Wir müssen uns Bilder machen davon wie es sein wird, wenn wir den Traum verwirklicht haben. Je größer, kristallklarer, heller, leuchtender und lebendiger die Bilder sind, umso mehr Kraft haben sie.  Das ist wörtlich gemeint. Wenn Du an ein Ereignis denkst, machst Du Dir dabei zwangsläufig Bilder im Kopf. Du kannst die Eigenschaften dieser Bilder bewusst verändern.

Ein kurzer Test: Schließe Deine Augen, denke an Deinen Traum, denke daran, wie Du am Ziel angekommen bist. Was siehst Du? Nun verändere die Eigenschaften des Bildes und achte darauf, ob sich das Feuer in Dir verstärkt oder abschwächt. Was spürst Du, wenn Du das Bild größer machst? Wenn aus einem Standbild ein Film wird? Du Dich im Bild bzw. Film entweder von außen siehst oder die Szene durch Deine Augen – aus Dir selbst heraus – betrachtest? Lodert das Feuer mehr, wenn das Bild hell und leuchtender wird?

An der Beschaffenheit des Bildes herumzuschrauben heißt, das Bild anziehender machen zu können. Wie ist das Bild von Deinem Traum in Deinem Kopf beschaffen, das Dich am stärksten motiviert?

Das ist NLP, das neurolinguistische Programmieren. Ein machtvolles Set von Mental-Techniken, das aus der Beobachtung der erfolgreichsten Psychotherapeuten hervorgegangen ist. 

Wichtig ist, das Feuer mindestens ein bis zweimal täglich durch neuen Sauerstoff am Leben zu halten.

Siehe: Wie man Gewohnheiten schafft, die einen zu Glück und Erfolg tragen

Ein positives Selbstbild bekräftigen

Punkt zwei in der Kunst des mentalen Feuermachens: ein positives Selbstbild bekräftigen.

Das Selbstbild entscheidet mit darüber, ob wir uns selbst ans Bein und damit das Feuer auspinkeln – oder es flammen lassen und als Raketenantrieb nutzen.

Was könntest Du tun, um Dein Selbstbild zu stärken?

Wie siehst Du Dich, wenn Du Deinen Traum erreicht hast? Bist Du dann anders gekleidet, gründlicher gepflegt, besser frisiert? Wenn ja, warum nicht schon heute damit anfangen, dem Bild von Deinem erfolgreichen Zukunfts-Ich mehr zu entsprechen? So kann ein Engelskreis entstehen. Du fühlst Dich wohl in Deiner haut, traust Dir mehr zu, fühlst Dich noch wohler, traust Dir noch mehr zu.

Das ist ein komplexes Thema, über das Du in anderen myMONK-Artikeln mehr lesen kannst. Gute Startpunkte sind: Wie man sich selbst akzeptieren kann sowie 12 halbsbrecherische Spiele, die Dein Gehirn mit Dir spielt.

Ein positives Umfeld schaffen

Ein positives Umfeld beinhaltet Deinen Wohn- und Arbeitsort sowie die Menschen, die Dich umgeben. Versorgt Dein Umfeld Dich mit frischem Sauerstoff oder stinkigem Ammoniak? Ist letzteres der Fall, so wird es Dir helfen, die Fenster zu öffnen und zu lüften. Wortwörtlich und im übertragenen Sinn.

Wohn- und Arbeitsort: schon kleine Änderungen können Großes bewirken. Ein Zettel auf oder Schoner in Deinem Computer-Bildschirm, der Dir Dein Ziel immer vor Augen hält. Bilder von den Dingen, die Du erträumst (ein schönes Poster von einem Ort, den Du bereisen möchtest, das Auto, von dem Du träumst, die Traumfigur, die Gelassenheit oder was auch immer). Aufgeräumte Oberflächen, die Platz lassen für Kreativität. Musik im Hintergrund oder aus den Kopfhörern, die Dich freudvoll und lebendig macht.

Mitmenschen: die meisten Menschen wiegen und verdienen so viel, wie der Durchschnitt der sechs Leute, die ihnen am nächsten sind. Dies belegt eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen. Das soziale Umfeld bestimmt so sehr über Erfolg oder Misserfolg, Feuer oder Asche, wie kaum ein anderer Faktor. Das macht es so wichtig, mehr positive Menschen in sein Leben zu holen – solche, die vielleicht schon dort sind, wo man selbst hin will – und sich von permanent kraftraubenden Pessimisten und „Du-schaffst-das-nicht“-Sagern zu distanzieren. Das ist hart, keine Frage, und es muss auch nicht immer bis zum äußersten gehen, doch nur so hat man gute Chancen, das Feuer am Leben zu halten. Auf wen könntest Du zugehen, wen um Unterstützung bitten, mit wem mehr Zeit verbringen? Wenn Du gesünder leben willst, könntest Du Dich zum Beispiel einer Lauftreff-Gruppe anschließen. Wenn Du Unternehmer werden willst, zu Veranstaltungen für Unternehmer.

Siehe auch: 6(66) beißende Warnsignale, dass Deine Freunde emotionale Vampire sind

Positiver Input, jeden Tag

Fernsehen und Zeitungen und Nachrichtenseiten im Netz leben von der Angst der Menschen. Wenn es kalt ist, heißt es: „Wann werden wir alle erfrieren?“, wenn es nicht mehr kalt ist „Dieser milde Winter zeigt: der tödliche Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen“. Angst verkauft sich mindestens genauso gut wie Sex, am besten laufen vermutlich die Kombinationen mit Sexverbrechern, die ihr Unwesen treiben und Dich – ja, genau, Dich! – noch heute verfolgen könnten.

Jung und sauer und zu müde von den Zynikern (Zynikern) / Die ihre hohen Lieder singen auf unserem Niedergang“, wie Max Herre rappt.

Ebenso schädlich können tragische Filme, dauerhaft dudelnde Deprimusik etc. sein.

Die Medien vergiften uns, das ist kein Geheimnis. Das wissen wir, doch im Hinblick auf das Feuer in uns müssen wir nun endlich aktiv werden. Daran muss auch ich unbedingt weiterarbeiten. Eine Medien-Diät machen. Zum Beispiel, indem man die niederträchtigen Nachrichtenseiten, auf denen man tagsüber so surft, auf die schwarze Liste im Browser setzt, sodass sie sich nicht mehr öffnen lassen. Oder den Fernseher in den Keller bringt, zumindest einen von den fünfzehn, die den Haushalt zieren. Seit ein paar Jahren habe ich keinen Fernseher mehr im Schlafzimmer – das war eine sehr lohnenswerte Entscheidung. Seitdem schlafe ich besser und lese abends lieber noch ein paar Seiten in einem positiven, inspirierenden oder einfach unterhaltsamen Buch.

Im Zeichen der Lebensaufgabe handeln

Auch hierzu hast Du vielleicht schon einiges auf myMONK gelesen. Die Lebensaufgabe zu kennen, kann aus womöglich oberflächlichen, bedeutungs- oder zusammenhangslosen Zielen etwas machen, das Dich über Jahre und Jahrzehnte durch die Aufs und Abs des Lebens trägt und Dir immer wieder zeigt, warum Du tun musst, was Du eben tun musst. 

Mehr dazu unter: Warum Du Deine Lebensaufgabe kennen solltest

Heute beginnen

Feuer benötigt wie oben geschrieben immer wieder neuen Sauerstoff, einerseits in Form motivierender Gedanken, andererseits in Form von Taten.

Es muss nicht alles perfekt vorbereitet sein.

Ein getaner Schritt ist besser als tausend nicht umgesetzte Pläne.

Was könntest Du heute – oder sogar jetzt – tun, wie könnte Dein erster Schritt aussehen? Könntest Du Dir Sportschuhe anziehen und einfach mal zum Laufen rausgehen, einen Anruf tätigen, eine Mail schreiben? Was immer es ist, es wird Dir helfen, die Flamme in Dir heißer und unaufhaltbarer zu machen.

Siehe auch: Heute den ersten Schritt gehen

Die Brücken hinter sich abbrechen

Irgendwann ist es an der Zeit, die Brücken hinter sich abzubrechen.

Kolumbus hätte Amerika nie entdeckt, hätte er nicht trotz bedrohlich schwindender Essensvorräte weiter Kurs gehalten, anstatt umzudrehen und auf das sichere Ufer zurückzusteuern.

Mein Leben würde ich auf diese Weise nicht riskieren wollen, für keinen Traum. Doch die wenigsten mutigen Schritte erfordern eine solche Risikobereitschaft.

Die wenigsten Menschen, die ihren Job kündigen laufen ernsthaft Gefahr, nie wieder einen zu bekommen (und selbst wenn – ist es dann nicht höchste Eisenbahn, selbst etwas aufzubauen, als an einem solchen seidenen Faden zu hängen?). 

Die wenigsten Menschen, die sich trauen, auf neue Leute zuzugehen um sich einen Partner für eine Beziehung oder ein Sportprogramm zu suchen, werden von ihnen umgebracht und aufgegessen.

Die meisten Menschen überschätzen das Risiko, etwas zu tun, und unterschätzen die Gefahr, die lauert, wenn sie sich nicht trauen.

Mut kann Kräfte in Dir wecken, die Du Dir heute vielleicht noch nicht im Ansatz vorstellen kannst.

Feuer macht Mut. Mut macht Macht.
 

 

Photo: Zach Dischner

10 Kommentare

  • Lieber Tim,

    Danke für das, was Du bist!
    Ich bin ein Riesenfan Deiner Beiträge und kann immer nur bestätigen, was Du schreibst.

    Herzliche Grüße aus Kärnten mit den besten Wünschen,
    Barbara

  • Lieber Tim !
    Deine Geschichten zu Lesen ist immer wieder eine Bereicherung,man ist gewillt doch nachzudenken und vielleicht in kleinen Schritten eine Veränderung zu starten,weil man das Gefühl hat sonst kommt man nicht mehr weiter…..und es lohnt sich wirklich wenn man es umgesetzt hat das ist ein tolles Gefühl man muß nur dabei bleiben….sonst befindet man sich wieder auf der alten Schiene.Ja so muß man immer dabei bleiben und niemals aufgeben….!!!

    Liebe Grüße von Karinka

    • Hey Karinka, dankeschön! :) Auf das wir noch oft dieses Gefühl erleben dürfen, Schritte nach vorn gemacht zu haben!

  • Hi Tim,

    mir hat der “Engelskreis” besonders gut gefallen…ist das deine Wortschöpfung? Jedenfalls sehr schön :)
    Liebe Grüße Birgit

  • Leider nein, das Wort “Engelskreis” stammt woanders her, das erste Mal hörte ich es in einer BWL-Vorlesung, weiß aber nicht, wo der Ursprung liegt.

  • Hallo, ich mag deine Seite sehr – tolle Infos. Vieles weiß man schon, aber es ist gut, es immer wieder zu lesen, damit es schön in Erinnung bleibt.

    Nur eines möchte ich gerne zu diesem Satz, deines Textes erwähnen:

    “Sondern: Ich wiege 75 Kilo am 20. Juni diesen Jahres.”

    Ich für mich sage mir: Ich wiege gesund 60 kg am 30. Juni dieses Jahres.

    Man sollte nicht außer acht lassen, dass sich Wünsche immer erfüllen, egal wie. Auch wenn man schwer krank wird und plötzlich auf ganz andere und ungewollte Weise sein “Wunschgewicht” erreicht hat.

    Liebe Grüße
    Gudrun

    • Hi Gudrun, vielen Dank für diese wichtige Anmerkung! Habe den Satz gleich mal angepasst. Liebe Grüße, Tim

  • Hab den Artikel auch erst letztens bei Steve Pavlina entdeckt. Wirklich super Tipps. Thanks.

  • Genau so ist es! Nur wir selber können die Sonne in uns aufgehen lassen und ein “Feuer entfachten”. Leben bedeutet Lernen. Für den einen ist es einfacher, als für den anderen. Das wichtigste ist, man bleibt in Bewegung und hört auf sein Herz! LG

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