
BWL-Studium, danach in eine Werbeagentur, internationale Kunden betreuen. Um die ganze Welt reisen, damit die Kunden und der Arbeitgeber glücklich sind. Und man selbst? Immer weniger. So oder so ähnlich geht es vielen, egal ob in Beratungen, der Werbebranche, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder Banken.
Auch Su Busson. Die nach fünf Jahren zwischen Meetings, zwischen Hotels und Flughäfen und Key Accounts und ewig langen Arbeitstagen selbst nur noch ZWISCHEN war.
Erst verliert man die Freiheit über seine Zeit und die Tagesabläufe.
Dann die körperliche und geistige Gesundheit.
DiePresse.com schreibt über Su Busson:
„Mein Leben war genauso wie das, das Heather Locklear in der Fernsehserie „Melrose Place“ geführt hat. Und genauso wollte ich immer sein.“ Doch die Rolle der knallharten Karrierefrau hat auch ihre Tücken. Schon bald nach dem Ausklingen der ersten Euphorie beginnt sie, schlecht zu schlafen. Fängt sie an, über ihr Leben nachzudenken. Den ewigen Rhythmus zwischen arbeiten und schlafen, unterbrochen nur von unzähligen Zigarettenpausen. Zeit für Sport gibt es nicht, das Essen kommt von der Tankstelle – weil beim Verlassen des Büros schon alle Geschäfte geschlossen haben. Sie fühlt sich zunehmend unwohl, erschöpft, wird anfällig für Krankheiten.
Fünf Jahre ging das so, dann war Schluss mit der Karriere in der Werbeagentur.
So viel stand fest.
Was sie stattdessen tun sollte, wusste Sue damals noch nicht.
Sie versuchte sich als Fitness-Trainerin, bildete sich in alternativen Heilverfahren weiter und wurde zunächst Yogalehrerin.
Heute arbeitet die selbst, wie sie sagt, “fast vom Burn-out Betroffene” als Lebensberaterin und Coach für und mit Menschen, denen das eigene Leben die Luft abschnürt.
Fakt ist:
“Sie selbst, sagt sie, lebt jetzt genau das Leben, das zu ihr passt.”
Da haben wir’s wieder:
passen muss es muss passen
Das geschah bei Sue nicht mit einem Knall, der sie sofort an die für sie richtige Stelle im Leben gebombt hätte.
Wo diese, die richtige Stelle ist, konnte sie erst Stück für Stück sehen, nachdem sie sich gelöst hatte aus den alten Ketten der gewöhnlichen Jetset-Karriere.
Wenn Du Dich unwohl fühlst, wenn Dein Job Dich, Deinen Geist und Körper nur noch abfuckt – dann musst Du nicht zwangsläufig auf die perfekte Chance für einen Wandel warten.
Du weißt nicht, was Du statt mit dem nervigen Job mit Deinem Leben anfangen solltest?
Den für sich selbst richtigen Fleck auf diesem Planeten kann man oft erst dann erkennen, wenn aus dem Gefängnis ausbricht und sich damit eine freie Aussicht erkämpft.
Dass Du diesen Platz nicht sehen kannst, während die Handschellen Deine Arme wundreiben heißt nicht, dass es ihn nicht gibt.
Wir sehen uns in der Freiheit.
Photo: varun suresh
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Das ist ein schöner und sehr wahrer Bericht !
Ich würde dem gerne zustimmen und genau das machen… einfach kündigen und etwas anderes machen.
Ich finde nur das die nicht immer so einfach ist. Natürlich kann man einfach kündigen, aber wenn man finanziell schon schlecht da steht.. Dann lässt sich sowas nicht so gut in die Tat umsetzen.
Ich stimme Anni zu. Aber leider ist der Durchschnittsverdiener, oftmanls verschuldet, von daher einen Job einfach aufgeben, ist oftmals nicht möglich ohne vorher schon was anderes klar gemacht zu haben.
Da bin ich ja in einer Luxussituation
Montag habe ich meine Kündigung bekommen (betriebsbedingt) und nun steht mir die Welt offen. Ich glaube, man muss an einem bestimmten Punkt im Leben angekommen sein, um dies wirklich als Chance begreifen zu können, nicht als Bedrohung. Und es hilft, wenn die finanzielle Situation einigermaßen überschaubar ist.
Hi Stephan,
herzlich willkommen im neuen Leben.
Und … zumindest in Deiner Situation scheint es angemessen zu sein … Glückwunsch!
Was machst’n jetzt? Gibt’s etwas, dass Du schon lange vor hattest, wofür aber nie die Zeit da war?
LG und Danke für Deine News,
Tim
Hi Tim,
jetzt erstmal Urlaub und ein Umzug – dann mal weiterschauen, was sich so ergibt
Ich liebäugel gerade mit Capoeira, um endlich mein Portugiesisch und meine Knochen etwas herauszufordern. Beruflich gibt es nichts, wofür vorher nicht auch Zeit gewesen wäre.
Jetzt bleibt die Gretchenfrage – eigener Herr oder Angestellter werden/bleiben…
Die Frage nach “eigener Herr oder Angestellter” ist vermutlich nicht an mich gerichtet – meine radikale Meinung kennst Du ja
). Urlaub und Umzug klingt auf jeden Fall schon mal sehr schön! Ziehst du in eine andere statdt oder innerhalb um?
Innerhalb der Stadt. Und obwohl ich deine Meinung kenne, sollten wir vielleicht mal persönlich sprechen, um das zu vertiefen
Ich habe mir gestern morgen genau diese Frage gestellt. Heute bekomme ich als erstes diesen Artikel angezeigt. Ist das Schicksal, Zufall oder schon ein Wink mit dem Zaunpfahl? Was auch immer es ist, danke jedenfalls für die Inspiration!
Ich danke Dir, Saskia! Freu’ mich, Dich hier begrüßen zu dürfen. Bin sehr gespannt, wovon Du beruflich träumst, magst Du das kurz hier mit uns teilen? Wenn Dir das zu privat ist dann auch gern per Mail an mich (info@mymonk.de). Fänd es schön, mehr von Dir zu erfahren. Thx, LG, Tim