|25. Mai 2012 07:07

Vom Industriejob über Costa Rica zu sich selbst und der eigenen Berufung

Doris hat in ihren ausführlichen Kommentaren unter Walter’s Beitrag mit uns geteilt, wie sie vom Industriejob + Studium über Costa Rica zu sich selbst und ihrer Berufung gefunden hat. Weil Kommentare meist recht schnell untergehen, ich ihre Geschichte aber sehr interessant und inspirierend finde, haben Doris und ich uns gemeinsam entschlossen, ihren Erfahrungen noch mal in einem gesonderten Artikel Platz einzuräumen … und hier ist er, der Artikel – viel Spaß beim Lesen!

Zunächst schreibt Doris:

Hatte im Büro gearbeitet, in der Automobil-Zulieferindustrie, und neben dem herausfordernden 40 Std.-Job Management und Marketing im Abendstudium abgeschlossen. Gegen Ende dieser Zeit hab ich mit Yoga begonnen (das Interesse in die Richtung war bei mir schon immer da, habe mich mit 13 Jahren schon für Reinkarnation, Buddhismus etc interessiert).

Dann war ich 5 Monate in Costa Rica, und es wurde bald klar, dass eine Rückkehr in die Wirtschaft in dem Sinne kein Weg mehr für mich ist – und das nach einem frisch abgeschlossenen Wirtschaftsstudium.. das haben nicht alle in meinem näheren Umfeld verstanden – einige schon.

Ich habe fast 2 Jahre lang “nichts” gemacht und in den letzten 6 Jahren sehr langsam und gemächlich meine Selbständigkeit als Yogalehrerin (+ Aura-Soma + Matrix Color) aufgebaut.

Es ist in gewisser Weise ein Wunder, wie das überhaupt so gegangen ist, und auch dieser Weg war nicht nur leicht – aber auch ich bereue nichts und würde auf jeden Fall wieder so entscheiden.

myMONK fragt nach:

Liebe Doris,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht, in dem ich mich gut selbst wiedererkenne. Umso mehr freue ich mich, dass Dein Mut Dich ins Glück geführt hat. Was war denn der Anlass für Deine 5monatige Costa-Rica-Zeit? Und kannst Du die 2 Jahre lang “Nichts”-Tun (im Sinne der allgemeinen, blinden Gehetztheit) empfehlen? Geht das ohne große finanzielle Rücklagen?

Lieber Tim,

ich habe erst nach dem Schreiben meines Kommentars deinen persönlichen Bericht gelesen und musste auch schmunzeln, weil mir alles sehr ähnlich vorkam.

Mit Costa Rica das war so, dass ich ganz generell ein reisefreudiges Wesen bin und auch schon bevor ich mich ziemlich ausgebrannt fühlte, nach Abschluss des Studiums mal länger reisen gehen wollte. Wie der Zufall so will habe ich dann im Urlaub jemand kennengelernt und daraus hatte sich eine mehrjährige Beziehung entwickelt – dieser Partner hatte ein Haus in Costa Rica, er lebt seit Jahren so, dass er ein halbes Jahr in Ö arbeitet und Geld verdient und das winterliche Halbjahr ohne Arbeiten im Paradies verbringt. Ich hatte ein bisschen Rücklage ja, aber keine große.

Ich würde bestimmt nicht jedem 2 Jahre Auszeit empfehlen, jedoch war es für mich persönlich der einzig richtige Weg. Ich konnte in der Zeit sehr gut Heilen auf verschiedensten Ebenen und bis weit in die Tiefe. Ich glaube noch immer, dass es dafür schon sehr viel Zeit und Raum benötigt.

Ganz allgemein ist mein Rhythmus bis jetzt ein sehr entspannter und ich arbeite eher wenig, lebe einfach, jedoch sehr gut und nicht asketisch. Dazu gehört ein ständiges Sich-Rückverbinden, ins Gottesvertrauen gehen – und dann geht das auch, kann aber auch mal herausfordernd sein. Dann jedoch fügen sich die Dinge, so haben wir (mein jetziger Partner und ich) zB viel Glück mit unserer Mietwohnung.

Wir haben zu zweit nur ein kleines Auto, das zu dem Preis ebenfalls ein “Geschenk” war und es reicht, da wir es beide nicht zum in die Arbeit fahren benötigen.

Hoch qualitative Lebensmittel sind uns zB. sehr wichtig und die können wir uns auch leisten, Kleidung jedoch steht bei mir seit Jahren hintenan, ist aber ok und geht jetzt schon besser als in den letzten Jahren. Im Urlaub sind wir gerne mit Auto und Zelt unterwegs.

Ich hatte vor dieser Zeit sehr gut verdient und gerne ausgegeben, und hatte dann eine Phase in der es wirklich sehr knapp war aber nie richtig “bedrohlich” – habe in der Zeit aber wirklich gesehen und gelernt, was ich alles nicht brauche wenn ich durch ein Geschäft gehe. Jedoch bin ich auch froh und dankbar, dass es aktuell wieder etwas lockerer ist und die Tendenz insgesamt aufwärts geht – nicht zuletzt weil man ganz einfach nicht mehr soviele Dinge benötigt und tatsächlich ein anderes Gefühl von Fülle bekommt.

Aber wie gesagt, Wege sind verschieden und können sich außerdem ändern.

Sandra fragt daraufhin:

Du klingst so entspannt. Mich würde mal interessieren, ob du in irgendeiner Weise Gewissensbisse hattest/hast, von wegen, man muss doch arbeiten, um fleißig und wertvoll zu sein, und ob du ggf. ein Mittel dagegen weißt. Ich mache Yoga zur Entspannung, und theoretisch weiß ich ganz genau, dass ich 1. sehr viel tue und 2. auch gut mal nichts tun darf. Aber gerade beim Aufwachen an Wochentagen nagt allzu oft ein blödes Gefühl an mir.

Und Doris antwortet:

Es war eine große Herausforderung für mich, wenn Menschen in meinem näheren Umfeld, von denen ich gerne Bestätigung und Anerkennung für meinen “neuen” Weg bekommen hätte, da gar nicht so begeistert waren. Ich habe mich sehr oft unverstanden gefühlt und dieses Thema hat in mir mehr als einmal “gewurlt”.

Ich wusste aber auch, dass genau das auch zu meinem Weg gehört – unabhängig(er) zu werden von der Bestätigung im Außen, leider auch manchmal gerade nahestehender Menschen – die das ja auch wirklich überhaupt nicht böse meinten sondern ganz einfach nicht das Verständnis dafür hatten oder sich sogar wirklich sorgten um meine Zukunft. Auch konnte ich es in den “intensiveren” Phasen ja selbst noch kaum formulieren was ich so vorhabe und wieso ich tue oder nicht was ich tue oder nicht.

Aus der yogischen Sicht ist es ja auch “nur” das Ego, das Bestätigung wünscht. Dies habe ich mir immer wieder wie ein Mantra selbst erklärt.

Dann ist es so, dass ganz einfach durch den Prozess, durch alles was ich gemacht habe, Yoga, Seminare, Ausbildungen.. das Unterrichten selber, sich das Bewusstsein wirklich verändert – und ob man jetzt direkt an einem Thema arbeitet oder nicht, bei mir war es oft so, dass sich verschiedenste Thematiken selbst geklärt/gereinigt haben mit der Zeit, und so war es auch damit. Also einfach weiter etwas zur Bewusstseinsentwicklung tun, auf welchem Weg auch immer, und es wird sicher besser.

Mehr über Doris erfahrt ihr auf ihrer Website doris-presch.at.

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1 Kommentar

  • Ah, Tim, das ist ja eine sehr gute Idee, diesen Austausch und Doris’ inspirierende Geschichte nochmal in einem gesonderten Blogpost hervorzuheben! Faszinierende Frau von der man vieles lernen kann, wirklich!

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