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1942. Viktor Frankl hörte ein Klopfen an seiner Tür. Die Nazis standen davor. Sie nahmen ihn mitsamt seiner Frau und seinen Eltern mit. Ins Konzentrationslager Theresienstadt.

Schon vier Jahre zuvor untersagten sie ihm aufgrund seiner jüdischen Herkunft, „arische“ Menschen zu behandeln. Bis dahin hatte er sich als Oberarzt im Psychiatrischen Krankenhaus in Wien um selbstmordgefährdete Frauen gekümmert. Anschließend leitete er das letzte Krankenhaus Wiens, in dem noch jüdische Patienten behandelt wurden.

Im KZ angekommen erwartete ihn das Grauen. Sein Vater starb dort 1943. Seine Mutter wurde später nach Auschwitz gebracht und in der Gaskammer ermordet. Seine Frau im KZ Bergen-Belsen. Er überlebte als Einziger seiner Familie und wurde 1945 von der US-Armee befreit.

Die Zeit in der Hölle nahm ihm jedoch nicht nur alles, sie gab ihm auch etwas. Einen neuen Einblick in die menschliche Psyche. Er lernte, warum manche Menschen selbst unter den furchtbarsten Umständen nicht aufgaben, während andere zerbrechen. Seine Eindrücke verarbeitete er in dem Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen – Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“. Außerdem begründete er psychotherapeutische Richtung der Logotherapie und Existenzanalyse.

Viel drehte sich in seiner Arbeit um das Thema „Sinn“. Und um die Kraft, die uns dieser geben kann.

Hier 20 Zitate von Viktor Frankl:

„Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muss. Und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll. Und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich will.“

„Je geformter eine Maschine ist, um so besser ist sie. Je genormter jedoch der Mensch – je mehr er einer Durchschnittsnorm entspricht – um so abtrünniger ist er der ethischen Norm.“

„Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.“

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

„Das Schicksal gehört zum Menschen wie der Boden, an den ihn die Schwerkraft fesselt, ohne die aber das Gehen unmöglich wäre. Zu unserem Schicksal haben wir zu stehen wie zu dem Boden, auf dem wir stehen – ein Boden, der das Sprungbrett für unsere Freiheit ist.“

„Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, viel mehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.“

„Die Frage ist falsch gestellt, wenn wir nach dem Sinn des Lebens fragen. Das Leben ist es, das Fragen stellt.“

„Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, muss auch Leiden einen Sinn haben. Es kommt nicht darauf an, was man leidet, sondern wie man es auf sich nimmt.“

„Wir müssen zwischen Leiden und Verzweifeln unterscheiden. Ein Leiden mag unheilbar sein, aber der Patient verzweifelt erst dann, wenn er im Leiden keinen Sinn mehr sehen kann.“

„Der Selbstmord ist ein Nein auf die Sinnfrage.“

„Es ist nicht nötig, Dich deiner Tränen zu schämen. Tränen zeugen davon, dass auch ein Mann großen Mut besitzt, Mut um zu leiden.“

„Anscheinend verträgt der Mensch auf Dauer die absolute Unbeschwertheit im psychologischen Sinne ebenso wenig wie die absolute Schwerelosigkeit im physikalischen Sinne. Und anscheinend kann er im sinnlosen Raum ebenso wenig wie im luftleeren Raum existieren.“

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“

„Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch – entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person – sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation.“

„Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.“

„Selbst ein Leben, das wir anscheinend vertan haben, lässt sich noch rückwirkend mit Sinn erfüllen, indem wir gerade durch diese Selbsterkenntnis über uns hinauswachsen.“

„Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“

„Das Ich wird Ich erst am Du.“

„Was der Mensch wirklich will, ist letzten Endes nicht das Glücklichsein, sondern ein Grund zum Glücklichsein.“

„Wer sich der Torschlusspanik hingibt, der vergisst, dass sich neue Tore öffnen, während sich die alten schließen.“

Es sind natürlich nicht die Zitate selbst, die uns Sinn und Kraft geben können. Sie zeigen nur auf den Weg, den wir dafür vielleicht gehen müssen: den Weg der Sinnsuche.

Mehr dazu findest Du unter 5 Wege, dem Leben Sinn zu geben (und was „Sinn“ wirklich bedeutet) und unter 20 Zitate vom Dalai Lama, die das Leben leichter machen.

Photo: Nature reading / Shutterstock