Wenn uns das Leben umschmeißt, gibt’s nur eins: an das denken, was Robert Frost gesagt hat: „Es gibt drei Wörter, die alles beschreiben, was ich über das Leben gelernt habe: Es geht weiter.“ Und wieder aufstehen.

Während manche von uns jedoch recht schnell zurück auf die Beine kommen (vielleicht auch gar nicht erst so schnell umfallen) tun sich andere schwerer damit. Auch kleinere Schläge des Schicksals sind dann für sie, als hätte eine Horde Hooligans auf sie eingedroschen.

Was den Unterschied macht?

„Resilienz“, die Widerstandskraft eines Menschen gegenüber Stress und Anpassungsfähigkeit an ein Unglück.

Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, die man entweder hat oder leider nicht. Sondern eine Fähigkeit, die jeder von uns erlernen kann. Wie wir denken, worauf wir uns konzentrieren und wie wir uns verhalten, lässt uns auferstehen oder untergehen.

Stark macht es uns, wenn wir:

  • Positive, kraftspendende Beziehungen haben
  • Pläne schmieden und entsprechend handeln können
  • Mit schwierigen Gefühlen umgehen können
  • Gut kommunizieren können

Hier sechs Dinge, die wir täglich ein bisschen üben können, um mehr und mehr mentale Stärke zu entwickeln:

1. Deine Beziehungen pflegen

Gemeinsam, das Gegenmittel zu einsam, lässt uns fast jedes Leid leichter verdauen. Beziehungen mit Menschen, die uns unterstützen sind noch immer die beste Medizin für die Seele. Egal, ob innerhalb oder außerhalb der Familie. Welche Bindungen könntest Du vertiefen und bei Bedarf: Welchem Verein, welcher Gruppe könntest Du Dich anschließen, um neue Leute kennenzulernen?

(Anmerkung: Die bloße Zahl Deiner Facebook-Freunde stärkt Dich nicht, und private Dinge zu posten kann Dich sogar schwächen.)

2. Einen Sinn finden in den Schwierigkeiten

Einen Sinn zu finden ist eine der am meisten unterschätzen Wege, mit Schmerzhaftem besser klar zu kommen. Psychologen sprechen von „meaning coping“. Gerade dann, wenn wir im Außen nichts verändern können, ist das besonders wirkungsvoll. Schwer Er-trag-bares wird leichter auf unseren Schultern, wenn wir einen Grund sehen in dem Mühsal. Etwa, dass wir eine wichtige Lektion lernen oder unseren Kurs im Leben anpassen sollten.

(Und wenn Dir einfach nichts einfallen will, die Antwort im Nebel liegt, dann kannst Du daran denken: Du weißt nie, wofür es gut ist.)

3. Optimistisch sein

Optimismus bedeutet nicht, dass wir unsere Traurigkeit oder Wut „wegmachen“ wollen. Vielmehr geht es darum, neben dem Zulassen der Gefühle im Hier und Jetzt auch nach vorn zu schauen, in Gedanken an einer besseren Zukunft zu arbeiten, die Krise nicht als Ende oder endlos zu sehen. So kann uns die Zukunft schon heute Kraft geben.

Hoffnung ist eine Entscheidung.

(Siehe: Sprich achtsam – Wie Deine Worte nachhaltig Dein Gehirn verändern.)

4. Entscheidungen treffen

So klein unser Entscheidungsspielraum auch gerade sein mag – das Bein ist gebrochen, der Goldhamster beim angestrengten Rammeln verstorben, die Beziehung in der Tonne – wir sollten ihn ausnutzen. Denn Entscheidungen zu treffen, ganz gleich, wie klein sie scheinen, verschafft uns das Gefühl, nicht komplett ausgeliefert zu sein.

Gute Fragen: Was will ich in Zukunft nie wieder tolerieren? Oder: Was kann ich mir ab heute täglich Gutes tun?

(Wenn es um größere Entscheidungen geht, kann Dir das hier helfen: Was Dein Herz Dir sagen will.)

5. Akzeptieren, dass Leben Wandel heißt

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“, sagen die Chinesen. Ich selbst neige da eher zum Mauerbau, aber so viel Beton gibt’s gar nicht auf der Welt, dass man das Leben damit abhalten könnte.

Nichts bleibt. Gutes kommt und geht, Schlechtes kommt und geht. Natürlich wollen wir alles Unangenehme vermeiden … doch ein realistischeres Ziel ist: lernen, mit dem Unangenehmen und Unvermeidlichen besser umzugehen.

6. Achtsamkeit praktizieren

Der weltbekannte Hirnforscher Prof. Richard Davidson fand heraus, dass Achtsamkeit unsere Resilienz bedeutend stärken kann. Je mehr Achtsamkeit wir praktizieren, umso widerstandsfähiger wird unser Gehirn.

Warum? Weil Achtsamkeit uns aus den Strudeln negativer Gedanken und Gefühle befreien kann. Wir sind nicht weiter Opfer der Geschichten, die sich in unserem Kopf spinnen und wiederholen, wiederholen, wiederholen, wie der blöde Kommentar vom noch blöderen Chef, der uns manchmal über Stunden oder Tage verfolgt und die Suppe versalzt. Oder wie Sorgen über Dinge, die wahrscheinlich nie eintreffen werden. Stattdessen lässt uns Achtsamkeit loslassen, was uns unnötig runterzieht. Die wohl einfachste Technik: Auf den Atem konzentrieren – „ich atme ein, ich atme aus“ – und jedesmal, wenn die Gedanken davonwandern, sie sanft zurücklenken auf den Atem.

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Photo: Nelson L.