Das Haus abgebrannt, der Job verloren, die Katze überfahren, die Gesundheit ein Scherbenhaufen, die Beziehung tot, der geliebte Mensch nicht mehr aufgewacht, das verschrumpelte Herz will schreien schreien schreien aber da kommt nichts mehr raus.

Es ist schwer, Leid zu ertragen.

Und es ist schwer, richtig zu trösten – aber nicht unmöglich.

Hier zehn Dinge, die Du sagen bzw. vermeiden solltest.

Was Du sagen kannst … wenn Du nicht weißt, was Du sagen sollst

1) Regel Nummer 1: es geht nicht um Worte und nicht um die Lösung eines Problems, es geht darum, da zu sein.

2) Was Du sagst, ist am Ende gar nicht so wichtig, sondern: wie Du‘s sagst, aufrichtig mitfühlend.

3) „Es tut mir sehr leid“ ohne großes Gelaber ist oft das Beste.

4) Präsent sein, geduldig sein, zuhören, aushalten, die Hand streicheln, wissen lassen: Du darfst Dich so fühlen, so weinen, so schreien, so reden, so schweigen.

5) Fragen: „Gibt es etwas, das ich für Dich tun kann?“ Sagen: „Ich rufe Dich morgen wieder an und am Wochenende unternehmen wir etwas zusammen.“ Abnehmen, wo man etwas abnehmen kann.

Was Du nicht sagen solltest

6) Kein „Du bist so stark“, „Du siehst gut aus“ oder „Du musst jetzt stark sein“ … denn das Signal sollte sein, dass sich der Trauernde verletzbar zeigen darf.

7) Kein „Du solltest“ oder „Du wirst bald …“ … denn es gibt keine richtige oder falsche Art zu trauern, das ist etwas sehr Persönliches, nicht vorhersehbar.

8) Kein „Ich weiß wie‘s Dir geht, letztes Jahr ist mein Lieblingspullover kaputt gegangen“, „Was glaubst Du wie‘s dem Nachbarn geht, sein abgebranntes Haus war doppelt so schön wie Deins“ sowie sämtliche andere Vergleiche … denn es geht nicht um Dich oder sontswen, und nichts ist vergleichbar, und keiner kann wirklich wissen, wie es dem Anderen geht.

9) Kein „Die Zeit heilt die Wunden“, „Wir alle haben‘s doch mal schwer“, „Später wirst Du dankbar für sein“, „Macht doch nichts, hast doch noch ein Kind übrig“ und alles andere Kleinreden … denn zumindest jetzt gerade IST es groß.

10) Kein „Er ist jetzt an einem besseren Ort“, „Es war Gottes Wille“, „Tja, Karma“ … denn der Andere glaubt vielleicht nicht an diese Dinge, oder kann es nicht mehr.

Damit jedenfalls versuch ich‘s in diesen Situationen. Mal mehr, mal weniger gut. Aber ich tue, was ich kann, und immerhin ist noch niemand aus dem Fenster gesprungen, als ich ihn trösten wollte.