Alles ätzend, alles für’n Arsch?

Wie’s der Rapper Casper ausdrückt: Nicht Dein Tag, jahrelang?

Im Buch Der Elefant, der das Glück vergaß des buddhistischen Mönchs Ajahn Brahm bin ich auf eine Geschichte gestoßen. Sie geht ungefähr so:

Früher Morgen. Zwei Hühnerbauern.

Der steht auf, schnappt sich seinen Korb und geht zum Stall, um die Erzeugnisse der letzten Nacht aufzusammeln. Er füllt seinen Korb … mit Hühnerscheiße … und lässt die Eier zum Verfaulen auf dem Boden liegen. Dann geht er zurück ins Haus – wo sein Fund ohne Ende stinkt und die Familie sehr verärgert.

Auch der andere steht auf, schnappt sich seinen Korb und geht zum Stall, um die Erzeugnisse der letzten Nacht aufzusammeln. Aber er füllt seinen Korb mit Eiern und lässt die Hühnerscheiße zum Verfaulen auf dem Boden liegen. Klar, später könnte das Dünger werden – aber zuhause hat die Kacke nichts verloren, findet er. Er kocht seiner Familie ein schönes Eierfrühstück und alle essen fröhlich zusammen.

„Wie man Sorgen, Stress und Selbstzweifel loslässt“

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Was legst Du in den Korb, wenn Du die Erzeugnisse des Tages einsammelst?

Wenn ich ehrlich bin, bringe ich oft Scheiße mit nachhause. Die nervigen Zwischenfälle, die mich angestunken haben. Ich hebe sie auf, trage sie mit mir herum und kippe sie abends lecker auf den Tisch.

Anderes blieb dafür liegen unterwegs, passte nicht mehr in den Korb, während ich meine Runden durch die wachen Stunden drehte: ein unerwartetes Lächeln, ein paar gelungene Zeilen, die Mittagspause im Sonnenschein, der stehende Applaus für meine Breakdance-Einlage im Altersheim (der Körper muss beim Tanzen eine Geschichte erzählen – wie die Fotos bei Germany’s Next Topmodel).

Ich möchte in Zukunft noch achtsamer wählen, worauf ich mich konzentriere und was ich nachhause trage. An Eiern sollte es mir doch nicht fehlen.

Mehr unter Wie man aufhören kann, genervt und verletzt zu sein (in 60 Sekunden) und unter Wie Jammern Dein Gehirn verändert (und Dich immer negativer macht).

Photo: Frau am See von Shutterstock