Unsere Kräfte sind begrenzt, unsere Tage nur 24 Stunden lang. Endlos jedoch die Reihe an Kannst-Du-mal und Mach-doch-mal und Gib-mir-mal.

Wenn’s Dir so geht wie mir, fällt es Dir nicht immer leicht, Bitten (oder Forderungen) abzulehnen, die ich nicht erfüllen kann oder will, wo ein „Ja“ zum anderen ein „Nein“ zu mir selbst wäre. Manchmal stammle ich dann, oder renne einfach stumm weg, und fühl mich irgendwie mies dabei.

Aber: Wir müssen uns und unser Nein nicht immer erklären oder rechtfertigen, und schon gar nicht immer ein schlechtes Gewissen haben.

„Lieber Kollege, Du weißt ja, heute ist Mittwoch und ich hab meinen Stammtisch, kannst Du nicht wieder meine Arbeit fertig machen, auf Dich wartet doch keiner?“

Nein.

„Ich weiß, ich schulde Dir schon ne Menge und ihr habt’s auch nicht so dicke, aber borgst Du mir noch mal n bisschen Geld?“

Nein.

„Ich kann Dich doch bestimmt mal n bisschen befummeln, ich hatte echt lange keine Frau?“

Nein.

… ist ein ganzer, ein vollständiger Satz. Und ein ziemlich guter in einer Welt mit zu vielen Leuten, die die Grenzen, die Zeit, die Bedürfnisse und Gefühle anderer nicht respektieren.

Das verschafft uns auch den Freiraum, für andere da zu sein, aus den richtigen Gründen und ohne uns verbiegen oder runterwirtschaften zu müssen.

Wozu möchtest Du heute „Nein“ sagen?

P.S.: Abgemilderte – etwas höflichere Versionen – sind „Nein, leider nicht“ oder „Nein, dieses Mal kann ich das nicht tun“ oder „Nein, das passt für mich nicht.“ Wenn Du das lernen möchtest, kann Dir der neue myMONK-Kurs helfen: STÄRKER – Mehr Selbstvertrauen in 7 Tagen. Siehe auch Wann es an der Zeit ist, NEIN zu sagen – und wie man das beste NEIN aller Zeiten hinlegt.

Photo: Luigi Morante