Für ein Experiment von Professor Jens Krause von der Leeds University sollten Freiwillige in einer großen leeren Halle hin und her laufen, wie sie wollten, jedoch ohne mit einem Anderen zu sprechen.

Ein paar Auserwählte bekamen Anweisungen von den Forschern, welche Wege sie in dieser Halle gehen sollten; auch sie durften mit niemandem sprechen.

Nach einigen Minuten folgten sämtliche Teilnehmer blind den Wenigen, die so aussahen als wüssten sie, wohin sie gingen. Die fünf Prozent der „Informierten“, wie die Wissenschaftler sie nannten, beeinflussten die Richtung der restlichen 95% – ohne, dass diesen es bewusst war, dass sie geführt wurden und nur hinterherliefen.

Dabei wäre jeder andere Weg genauso gut gewesen, oder vielleicht hätte man den Anweisungen zum Trotz sogar einfach mal stehen bleiben können.

Das lässt sich auf alles übertragen.

Der Mensch ist ein Herdentier. Er tut, was die anderen tun. Er folgt der Masse. Egal, wie sinnlos ihre Wege und Regeln sind.

 

P.S.: Das klingt deprimierend, ist es auch irgendwie, aber hoffnungslos ist es nicht: Wir alle können innehalten und hinterfragen, ob wir gerade wirklich tun, was wir für richtig halten … wir können auf unser Herz hören und unseren eigenen Weg gehen.

P.P.S.: Siehe auch: Wie die Welt funktioniert (in 10 Sätzen).

 

Photo: Stròlic Furlàn – Davide Gabino