Du bist traurig und Deine Mundwinkel und Schultern hängen runter wie nasse Lappen. Du bist stolz und machst ein breites Kreuz wie King Kong. Ganz automatisch. Das Innen spiegelt sich im Außen wider. Körpersprache funktioniert aber auch umgekehrt. Die Haltung des Körpers beeinflusst die Haltung des Geistes, Gedanken und Gefühle verändern sich mit den Muskeln.

Die Studien auf diesem Gebiet zeigen, dass wir nicht nur mit dem Gehirn, sondern auch mit dem Körper denken („verkörperte Kognition“). Das Gehirn hockt nicht isoliert in einem Glas. Es ist verbunden mit allen anderen Zellen, es ist ein Teil eines Ganzen.

Also Schluss mit der Quasimodo-isierung.

Bei Spring.org.uk hab ich zehn Körperhaltungen gefunden, die uns nachweislich stärken, besser abgrenzen oder performen lassen, verständnisvoller und glaubwürdiger machen:

  1. Selbstbewusste Pose macht selbstbewusst: Sich ausbreiten, Raum einnehmen, Arme und Beine nicht verschränken. Wer für eine Minute eine selbstbewusste Haltung einnimmt, ob sitzend oder stehend, fühlt sich nicht nur stärker, sondern hat auch ein höheres Testosteron-Level im Blut. (zur Studie)
  2. Anspannen macht Willenskraft: Mit angespannten Muskeln ertragen Menschen mehr Schmerzen, können Essen leichter widerstehen und halten unangenehme Informationen besser aus.  (zur Studie)
  3. Arme verschränken macht zäh: Du brütest über einem Problem, bist kurz davor aufzugeben? In Experimenten blieben Testpersonen mit verschränkten Armen doppelt so lang an schwierigen Rätseln und lösten entsprechend deutlich mehr von ihnen.  (zur Studie)
  4. Hinlegen macht kreativ:  Wenn die verschränkten Arme nicht helfen, leg Dich hin. In einem anderen Experiment lösten jene die schweren Rätsel schneller, die sich dazu hinlegten. Liegend haben wir mehr Zugang zu unserer Kreativität. (zur Studie)
  5. Nickerchen macht leistungsfähig: Forscher verglichen 5-, 10-, 20- und 30-minütige „Powernaps“. Für mehr Denkleistung, Elan und Wachsamkeit sind 10 Minuten ideal. 5 Minuten wirken immerhin noch halb so gut. (zur Studie)
  6. Gesten machen überzeugender: Wer seine Hände beim Sprechen benutzt, überzeugt die Zuhörer mehr. Am effektivsten sind solche Gesten, die das Gesagt untermauern – zum Beispiel nach hinten zu zeigen, wenn man über die Vergangenheit spricht. (zur Studie)
  7. Gesten machen’s verständlich: Wer beim Lernen die Hände zum Gestikulieren benutzt, merkt sich mehr. Wir denken auch mit unseren Händen. (zur Studie)
  8. Lächeln macht glücklich: Ob mit oder ohne echten Grund, mit den Mundwinkeln hebt sich die Stimmung. Personen sollten für eine Studie einen Stift im Mund halten, der die für’s Lächeln verantwortliche Muskeln aktiviert. Sie fanden Comics lustiger, die Dinge erschienen in einem helleren Licht für sie als für die Kontrollgruppe.
  9. Spiegeln macht empathisch: Wenn wir die Mimik unseres Gegenübers nachmachen, also die Körperhaltung, bestimmte Ausdrücke, die Stimme, können wir uns besser in ihn und seine Gefühlswelt hineinversetzen. Besonders empathische Menschen tun dies ohne nachzudenken. Alle anderen können es bewusst üben. Und damit em- und sympathischer werden.
  10. Spiegeln macht verständnisvoll: Wer einen unvertrauten Akzent nachzumachen versucht, versteht ihn auch beim Anderen besser. (zur Studie) Und wenn wir den Anderen weitreichender imitieren, können wir sogar mit einer stark erhöhten Wahrscheinlichkeit vorhersagen, was er tun wird. (zur Studie)

Genug der Worte. Lasset die Körper sprechen!

 

Mehr aus der Wissenschaft unter Forscher entlarven das eine Wort, das uns antreibt sowie unter Positive Affirmationen sind nutzlos und gefährlich – Was wirklich hilft. Und mehr für Körper und Geist hier: 6 Entspannungsübungen, die Dich von Stress befreien.

 

Photo: Guilherme Nicholas