Erst ging die eine Schranktür nicht mehr zu, dann die andere, dann platzte alles raus, wie aus einer überreifen Eiterbeule.

Mein ganzes Geschmeide aus feinstem Zwirn und Seide, meine barocke Morgenmantel-Kollektion, meine Ghetto-Skater-Outfits, meine Perücken … sie wurden zu viel. Ich musste was ändern.

Inzwischen hab ich nur noch ein einziges T-Shirt, mit einem riesigen myMONK-Logo drauf, vorn und hinten. Nee, stimmt natürlich nicht. Aber ausgemistet hab ich schon ziemlich.

BecomingMinimalist hat ein paar hervorragende Tipps auf Lager für alle, die auch genug davon haben, stundenlang nach einem Outfit zu suchen, die ihre 47 verschiedenen Streifen-Pullies nicht mehr sehen können oder endlich mal wissen wollen, wer oder was hinter den Klamotten tief im Schrank lebt. Und für alle, die sich sehnen nach mehr Ordnung, Klarheit, Raum, Freiheit in ihrem Zuhause und mehr Einfachheit in ihrem Leben.

Hier sind sie:

  1. Fang mit dem Leichten an. Mit den zerfetzten, den mottenlöchrigen, den ausgeblichenen Sachen. So kommst Du leichter in Schwung.
  2. Räum aus, was nicht zur Jahreszeit passt. Du hast sie über ein Jahr lang nicht getragen? Werde sie los. Den Rest kannst Du in Boxen verstaut z.B. im Keller lagern, dort, wo sie Deinen Schrank nicht zumüllen.
  3. Werde los, was Dir nicht mehr passt. Oder: Dir vermutlich nie wieder passen wird und eigentlich nur als schlechtes Gewissen im Schrank baumelt und Dein Selbstbewusstsein noch mehr quetscht als Deine Rundungen. Würde Dich der Anblick dieser Klamotten wirklich motivieren, dann würden sie Dir ja passen. Es ist okay, Du bist okay. So, wie Du bist.
  4. Lass die Suche nach fehlenden Teilen los. Ja, mit dem richtigen Oberteil oder einer richtig frechen Mütze könntest Du diesen einen Rock vielleicht mal anziehen. Aber Du willst ja nicht mehr, sondern weniger im Kleiderschrank haben, oder? Wir können in Zukunft schon beim Kauf darauf achten, dass die neuen Klamotten irgendwie zu den alten passen. (Interessant dazu: Warum wir Dinge wollen, die wir nicht brauchen) http://mymonk.de/diderot-effekt/
  5. Wie wär’s mit nur einem? Einem einzigen schwarzen Sakko und Gürtel, einer Tasche, einem Ringelshirt, jeweils das liebste Stück. So, dass wir nur noch Dinge besitzen, in denen wir uns richtig wohl fühlen.
  6. Zeitlos statt kopflos. Wie kann es sein, dass jedes Jahr etwas anderes en vogue ist? Weil die Mode-Industrie Trends erfinden muss, um uns immer aufs Neue Geld aus der Tasche zu ziehen, weil wir sonst angeblich out Statt da hinterherzurennen können wir auf jene Dinge setzen, die für uns immer tragbar sind. Du selbst kannst die Regeln festlegen.
  7. Alles muss raus, vieles nicht mehr rein. Räum alle Sachen raus aus dem Kleiderschrank. Betrachte jedes Stück, fass es an. Hänge und lege nur zurück, was Du wirklich liebst. So kannst Du Dich Stück für Stück entscheiden. Wenn Dir das zu viel auf einmal ist, nimm Dir erst nur die Bikinis vor, dann die Overalls, etc. Die meisten von uns tragen 20 Prozent ihrer Kleidung 80 Prozent der Zeit.
  8. Wenn alles andere scheitert, lege Zahlen fest. Zum Beispiel: zehn Teile aussortieren. Oder zehn Tage lang jeden Tag mindestens eins. So kannst Du sehen, dass es gar nicht so schwierig ist, dass es Dir nicht das Herz bricht, sondern Dich befreit.
  9. Experimentiere mit weniger. Nimm Dir Kartons. Nimm die Hälfte des Kleiderschrank-Inhalts und pack ihn hinein. Stell die Kartons weg, für zwei Wochen. So bekommst Du ein Gefühl dafür, wie sehr ein leererer Schrank entspannt, und wie wenig von dem ganzen Zeug Du wirklich für ein gutes Leben brauchst.

„Aber die Sachen sind doch noch in Ordnung, die kann man doch nicht einfach wegwerfen“, denkst Du vielleicht.

Musst Du ja auch gar nicht. Spende sie, verschenk sie, verkauf sie, trenn die Fäden auf und mach 100 Kilometer Zahnseide draus.

Das Wichtigste: Beginne heute, und sei’s mit einem einzigen, ersten Stück.

 

Mehr dazu unter Du willst entrümpeln? Befreie Dich von diesen 10 Dingen zuerst und bei den 2 Fragen, die Dir beim Entrümpeln helfen.

 

Photo: audrey bordes