Die belesenen Steppenwölfe und durchgeknallten Genies, die Klassenbesten und Jungfrauenletzten … warum sind intelligente Leute so oft Einzelgänger?

Weil viele Mitmenschen nichts mit ihnen anfangen können, sie für irgendwas zwischen uncool und Alien halten und einfach nicht dabei halten wollen?

Vielleicht steckt (auch) etwas anderes dahinter.

Psychologen haben in einer Langzeitstudie 18- bis 24-Jährige untersucht erschienen im British Journal of Psychology).

Das Ergebnis:

Wir sind normalerweise umso glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben, je mehr Zeit sie mit anderen verbringen. Allerdings gilt das nicht für alle von uns. Vor allem sehr intelligente Menschen werden mit mehr Kontakt eher unzufriedener. (Wie immer sind das Durchschnittswerte, es trifft natürlich nicht auf jeden zu und hängt u.a. auch davon ab, ob wir extravertiert oder introvertiert sind.)

Die Erklärung der Wissenschaftler:

  1. Mit zunehmender Intelligenz werden einem Langzeit-Ziele wichtiger und steuern mehr zur Zufriedenheit bei. Mit anderen rumzuhängen kann von diesen Zielen ablenken.
  1. Mit steigender Intelligenz kann man sich leichter an die moderne Welt anpassen. Man ist dadurch etwas weniger abhängig von der sozialen Gruppe – und so auch weniger interessiert, an ihr teilzunehmen.

Gute Nachrichten für mich: Ich hab zwar keine Freunde, aber vielleicht liegt das ja an meiner Intelligenz. Neeeeeeiiin, stimmt nicht (was davon, kannst Du Dir aussuchen).

Jedenfalls:

Wir alle brauchen Beziehungen, aber wir brauchen nicht alle gleich viel soziale Zeit. Auch, wenn die Netzwerken-Vitamin-B-Immer-Online-Welt uns das weismachen will.

Siehe auch: 5 Gründe, die Kunst des Alleinseins zu üben und Introvertierte bekommen „Kater“ durch zu viel Gesellschaft.

 

Photo: Thomas Leuthard