|3. Februar 2013 09:42

Hund im Spiegel – eine kurze Geschichte

Ein Hund hatte von einem ganz besonderen Tempel gehört: Es war der Tempel der tausend Spiegel. Der Hund wusste nicht, was ein Spiegel war, aber es hörte sich lustig an und so machte er sich auf den Weg.

Beim Tempel angekommen, lief er die Treppen hinauf, öffnete das Tor und trat ein. Da sahen ihm aus tausend Spiegeln tausend Hunde entgegen. Und er freute sich und wedelte mit dem Schwanz. Da freuten sich in tausend Spiegeln tausend Hunde und wedelten auch alle mit dem Schwanz! Der Hund dachte sich: Die Welt ist voller glücklicher und zufriedener Hunde. Und von nun an kam er jeden Tag in den Tempel der tausend Spiegel.

An diesem Nachmittag kam ein anderer Hund zu dem Tempel. Auch er lief hinauf und trat ein: Da sahen ihm aus tausend Spiegeln tausend Hunde entgegen. Der Hund bekam große Angst, knurrte und zog den Schweif ein. Da knurrten aus tausend Spiegeln tausend Hunde und zogen auch alle ihren Schweif ein. Und der Hund dachte sich: Die Welt ist voller böser, knurrender Hunde. Und er kam niemals wieder in den Tempel der tausend Spiegel.

 

Gefunden bei: Yogaakedemie Austria

 

Photo: Luke Wisley

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4 Kommentare

  • Was für eine wahnsinnig tolle Geschichte!!

    So wahr….

  • schöne Geschichte´!

  • Ich kenne eine Steigerung: Der Hund bellte die anderen tausend Hunde an und die bellten zurück. Er wollte nicht nachgeben. Umso mehr und kräftiger er bellte und knurrte, umso kräftiger kam die Reaktion. Schließlich verausgabte sich der Hund dermassen, dass er vor Schwäche tot umfiel.

    • Hey Richard,

      danke für Deinen Kommentar – und sorry dass ich Deine letzten Kommentare noch nicht beantwortet habe, ich rudere zurzeit etwas, lese aber alles und freu mich immer sehr über Deine Gedanken!

      Deine Weiterführung gefällt mir gut, ich glaube das ist tatsächlich das, was im übertragenen Sinn heute oft passiert. Gnadenlose Konkurrenz, erbarmungsloser, ressourcenverachtender Kampf … und dann aus die Maus, vor lauter Kraft fallen wir um – und auch deswegen, weil wir mit dieser Einstellung immer allein kämpfen müssen.

      Ich wünsch Dir jedenfalls einen schönen Abend, lieber Richard!

      LG

      Tim

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