|24. November 2012 09:18

Die Sehnsucht nach dem einfachen Leben (Video)

Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen über die Erscheinungsformen moderner Askese. 3Sat-Sendung vom Mai 2012 mit den Gästen: Dr. Notker Wolf (Abtprimas des Benediktinerordens und Professor für Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie) und Dr. Svenja Flasspöhler (Philosophin).


 

Schlagwörter:

8 Kommentare

  • Achtsamkeit muss man sich meiner Meinung erlauben können ! Mit Sicherheit können dies die Menschen, welche ich als moderner Nomade morgens bei den Frühstücksbuffets der internationalen Hotels antreffe. Viele “überladen” sich, geben halbvolle Teller mit Fleisch, Wurst, etc., zur Emtsorgung an das allgegenwertige Personal ab.Hier fehlt mit Sicherheit generell die Basis zur Selbstreflexion.
    Auf der anderen Seite erlebe ich in sozialen Projecten, bei meinen morgendlichen Läufen durch die Metropolen, auch bei meinen Reisen, Menschen, welche seit Jahren kein Dach über dem Kopf haben und das Tagesziel darin besteht, Abfallkörbe in den Bahnhöfen, Mülltonnen von Märkten nach Essbarem zu durchsuchen.
    Je nach Land, dadurch sogar teilweise ihre Familie damit ernähren.

    • Hi Bernd,

      ohne dass ich mir ein Urteil über jene erlauben möchte, die es besonders schwer haben im Leben, möchte ich einen Gedanken teilen, den ich gerade hatte, als ich Deinen Kommentar gelesen hab’: ich glaube, Minimalismus und Downshifting und Verzicht muss man sich erlauben können, Achtsamkeit aber nicht – sie findet in jedem Leben, in jedem Moment Platz.

      Liebe Grüße

      Tim

  • Grundsätzlich eine interessante Sendung. Allerdings finde ich, dass sie etwas in die falsche Richtung geht. Hier wird mehr oder weniger der intellektuelle Aspekt beleuchtet. Somit wird aber auch die erreichte Einfachheit nur “intellektuell” bleiben. Wirkliche Einfachheit kann man nur auf spirituelle (oder wie man es auch immer nenne möchte) Art und Weise erreicht werden. Dies ist sehr viel schwieriger, aber dann auch “selbsterklärend”.

    • Aloha Christian, finde ich einen guten Punkt, auf den Du da hinweist. Ich denke, die Menschen unterscheiden sich darin, wie sie Zugang zu etwas finden. Das Thema rein intellektuell zu betrachten, bringt einen im Leben vermutlich nicht sehr viel weiter – aber es kann für den einen oder anderen der Startschuss sein zu neuem Denken und Handeln.

      • Ja, ist wohl so. Und ganz bestimmt bei uns hier im “Westen”.

        In diesem Zusammenhang denke ich immer an einen sehr schönen Satz des buddhistischen Mönchs Ajahn Chah. Er sagte einmal (sinngemäß): “So, und nun legt die (Lehr)bücher bei Seite und tut es, denn alles was Ihr wissen müsst wisst Ihr schon. Ihr müsst es nur noch tun.”.

        • Hi Christian, ist wirklich ein schöner Satz. Wir Menschen neigen oft dazu, scheint mir, das Lesen als Arbeitsersatz zu sehen, um uns produktiv fühlen zu können, ohne wirklich den Hintern hoch gekriegt zu haben.

  • Hey Tim,
    Danke für diesen Film-Beitrag. Neulich habe ich ein gutes Zitat für “Rezession” gelesen: Rezession ist, wenn man sich das nicht mehr leisten kann, was unsere Großeltern nicht einmal kannten. “Einfach leben” hat für mich auf alle Fälle mit Verzicht zu tun, denn der Konsum von Überfluß macht uns krank. Die einen amüsieren sich zu tode, die anderen arbeiten sich zu tode. Beides nicht gesund. Wir haben buchstäblich den Boden unter den Füßen verloren und beuten unseren Planeten im Namen des Fortschrittes aus – Einfach zu leben ist damit auch Friedensarbeit und die Voraussetzung für ein nachhaltiges Leben. Da kommt auch die spirituelle Dimension ins Spiel! Wir können auch nicht “aussteigen” sondern haben die verdammte Pflicht unser Bewußtsein für ein ressourcenschonendes Leben zu entwickeln. Unsere Ignoranz und unser Individualismus führten dazu, daß wir uns das Leben heute finanziell schon nicht mehr leisten können und die sog. Altersarmut klopft schon an die Tür. Als ich noch Kind war, hatten wir viel Arbeit auf unserem Bauernhof, aber der Opa hatte immer Zeit, ein Pfeifferl aus Haselstecken zu basteln oder im Wald Pilze zu sammeln. Heute haben wir moderne Maschinen, die uns Zeit sparen, aber komischerweise haben wir weniger Zeit… weil da muß ja auch noch ein Nebenjob sein, damit wir uns noch mehr leisten können, was uns noch weniger Zeit beschert usw. usw.
    In meinem Projekt “Alpzeit-Auszeit” arbeite ich seit 12 Jahren mit Jugendlichen und Erwachsenen auf einer Alm in Österreich. Den ganzen Sommer beschäftigen wir uns mit dem Vieh, dem Garten, dem Wetter, der umgebenden wilden Natur. Ja, es mag Tage geben, da ist das wirklich körperlich anstrengend und wir kommen an unsere Grenzen, aber solche Tage gemeinsam gut gemeistert zu haben schafft ein gutes Gemeinschaftsgefühl und stärkt das Selbstvertrauen eines jeden. Zum Beispiel die Kuh-Herde vor einem Wetterumbruch aus steilem Gelände in das sichere Terrain herunterzutreiben, da braucht es jeden, das schafft man nicht alleine. Oder ein ausgebrochenes Kälbchen tagelang zu suchen und es dann wieder zur Herde zurückzubringen, ist ein großes Glücksgefühl für alle. Die Kräuter auf den Wiesen zu erkennen, sammeln und als Schatz zu bewahren und das Wachsen in unserem kleinen Alpgarten zu beobachten und dann dankend alles zu ernten… das schafft Bewußtsein für unsere Mutter Erde, von der wir alle leben. Wir sollten endlich kapieren, daß wir nicht nur von ihr nehmen, sondern auch etwas zurückgeben sollten (und zwar nicht nur FCKW usw). Insofern ist für mich das “Einfache Leben” auf der Alm eine wichtige Bewußtseinsarbeit und für den Verzicht von schnöden Konsumgütern bekommen wir so viel mehr Gutes.
    Deine Homepage hier schafft auch viel Bewußtsein !!! Wünsche Dir noch viel Inspiration dafür.
    mit guten Wünschen,
    Annemarie Hufnagel
    http://www.alpzeit-auszeit.com

    • Hi Annemarie,

      vielen Dank für Deinen wunderbaren Kommentar!

      Ich kann mir gut vorstellen, dass die Auszeiten, die Du anbietest, Balsam für die Seele sind. Schon die Bilder auf Deiner Seite sind ein Traum, und Deine Schilderungen noch mehr.

      Und ja, Du hast Recht, Aussteigen aus dem Hamsterrad aus Schuften und Konsum ist kein reiner Selbstzweck, sondern auch mit der Verantwortung verbunden, das Leben wieder etwas bewusster, natur- und mitmenschenverbundener zu gestalten.

      Jedenfalls finde ich echt toll, was Du machst und wozu Du einlädst!

      Liebe Grüße

      Tim

Hinterlasse einen Kommentar


x
Dieses kostenlose E-Book zeigt Dir, wie Du loslassen, Dich von Stress befreien und Deine wahren Träume finden und verwirklichen kannst.
Das Beste aus 70 meiner Interviews mit Meistern, Mönchen und Coaches.

Plus 1-2x monatlich exklusive Tipps per Mail für innere Ruhe und verwirklichte Träume im myMONK-Newsletter.

13.000 Newsletter-Empfänger können sich nicht irren! :)


  

Kostenlos. Keine Weitergabe an Dritte. Jederzeit abbestellbar.