Das Leben kann eine Party sein, schrill und exzessiv, Freude machen und Konfetti kacken. Andere von uns verstehen das Leben als Kampfgegner, der über 120 Runden ohne Lendenschutz und Pausen auf uns eindrischt, bis die Organe schlapp machen (oder unser letzter Mut der ist, der uns aus dem achten Stock springen lässt).

Am besten ist’s aber vielleicht, wenn wir es als Fluss sehen.

Dazu die folgenden Worte des britischen Philosophen, Mathematikers und Literatur-Nobelpreisträgers Bertrand Russell:

„Jedes einzelne Menschenleben sollte einem Fluss gleichen: anfangs ein kleiner Bach, in engen Grenzen gehalten, durch seine steilen Ufer und leidenschaftlich dahinrauschend über Felsblöcke und Wasserfälle.

Allmählich verbreitert sich der Bach zum Fluss, die Ufer treten zurück, die Wasser strömen ruhiger, und schließlich mündet der Strom in das Meer ein und gibt gelassen sein eigenes Sein auf.

Der Mensch, der im hohen Alter sein Leben in dieser Weise zu sehen versteht, wird nicht unter der Furcht vor dem Tode zu leiden haben, weil alles, was ihm lieb ist, fortbestehen wird. Und wenn die Lebenskraft nachlässt und die Ermüdung zunimmt, wird ihm der Gedanke, ruhen zu können, auch nicht unwillkommen sein.

Der weise Mensch wird sterben wollen, solange er tätig ist, im Bewusstsein, dass andere fortführen werden, was zu vollenden ihm versagt war, und glücklich in dem Gedanken, getan zu haben, was in seinen Kräften stand.“

Wenn wir’s so angehen, fließt unser Leben … und unser Tod ist kein Ertrinken. Wir kommen nur zurück nachhause ins heimatliche Meer.

Mehr unter Das dunkle Geheimnis der glücklichsten Menschen der Welt und unter Dieses Zitat bringt auf den Punkt, warum unsere Gesellschaft so kaputt ist.

Photo: Mark Goebel