Die folgenden neun Sätze können wir als Gradmesser dafür nutzen, wo wir stehen und was uns möglicherweise fehlt zur nächsten Stufe der Zufriedenheit / des Glücklichseins.

Hier sind sie:

„Ich freue mich auf den Tag“

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
– Mark Twain

Aufwachen und sich strecken und freuen auf das, was kommen mag oder auch nicht, das ist für mich vielleicht der größte Luxus in meinem Leben.

Ist erst so, seit ich nicht mehr angestellt bin – vorher war der Wecker neben meinem Bett nur so etwas wie der verlängerte Schreihals des Chefs.

Ob es der schönste Tag meines Lebens wird, ist mir – anders als Mark Twain – eigentlich egal, ich will nur, dass er überhaupt schön wird, und davon kann ich meistens ausgehen.

„Heute zählt“

Tue einfach was du tust –mit so viel Bewusstheit wie möglich.
Das ist alles. Mehr ist nicht nötig.
Das Leben kümmert sich um die Details.
– Samarpan

Glückliche Menschen besinnen sich darauf, dass der Moment in und der Ort an dem man gerade ist, besonders wichtig sind. Und zwar ohne dabei das Gestern und das Morgen zu vergessen.

Siehe Der Unsinn vom ständigen Leben im Hier und Jetzt

„Ich bin okay“

Wer sich selbst nicht auf die rechte Art liebt, kann auch andere nicht lieben. Denn die rechte Liebe zu sich ist auch das natürliche Gutsein zu anderen. Selbstliebe ist also nicht Ichsucht, sondern Gutsein.
– Robert Musil

Wie könnte man glücklich sein, wenn man sich selbst nicht mag? Es wäre, als wöllte man sich mit seinem größten Feind einen tollen Tag im Vergnügungspark machen. Man würde dem Begleiter (sich selbst) immer misstrauen … und vielleicht fürchten, dass er einen aus der Achterbahngondel kickt, wenn’s ihm gerade mal Spaß macht.

Siehe: Wie man sich selbst akzeptieren kann

„Ich nehme mir Zeit für mich“

Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
– Friedrich Nietzsche

Glückliche Menschen machen sich selbst täglich ein Geschenk: Zeit für sich. Für Weiterentwicklung ebenso wie für Muße.

„Ich liebe es, diese Dinge zu tun“

Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
– Nicolas Chamfort

Das Herz lachen lassen aus lauter Freude am Tun, das gehört für mich ebenfalls zu einem glücklichen Tag.

Anders als die Zeit für sich selbst verknüpfe ich diesen Punkt eher mit produktiven Tätigkeiten. Damit, etwas zu erschaffen.

Siehe Wie Du echten Wert schaffen und von Deiner Leidenschaft leben kannst

„Das probiere ich heute mal aus“

Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.
– Konfuzius

Ein anderes als das gewohnte Leibgericht in der Mittagspause?

Jemandem „Hallo“ sagen, dem man schon lange täglich im Bus sieht auf dem Weg ins Büro?

Innehalten und eine andere Reaktion wählen als die, die man normalerweise abspult?

Schon kleine Veränderungen erfrischen mehr, als so manche teure Wellness-Behandlung.

„Wenn ich’s dieses Mal nicht schaffe, versuche ich es einfach erneut“

Während wir noch traurig sind über etwas, das geschehen ist, wächst ganz tief in uns schon der neue Mut für das, was sein wird. Leise, beharrlich, unaufhaltsam.
– Jochen Mariss

Zu einem glücklichen Tag gehört eine Portion Mut ebenso, wie es sich zu erlauben, nicht immer alles perfekt zu machen … und der Optimismus, dass es früher oder später schon gelingen wird.

„Danke“

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
– Francis Bacon

Was nützen die schönsten kleinen und großen Geschenke, die der Tag brachte, wenn man sie nicht schätzt?

Genau: nüscht!

Glückliche Menschen wissen das und üben sich in Dankbarkeit für alles, was sie (erfahren) haben. Sie sagen einem Anderen „Danke“, der ihnen geholfen hat.

Und dem Universum/Gott/Wemauchimmer für das Geschenk des Lebens. Auch, wenn dazu Herausforderungen und gelegentliche Niederlagen gehören.

Sie sind auf die richtige Weise dankbar, siehe Warum Dankbarkeit fast nie funktioniert

„Es war ein guter Tag“

Ins Bett zu gehen, die Anspannungen des Tages loszulassen und zufrieden zurückblicken können auf die letzten Stunden seit dem Aufstehen, das ist ein großes Glück, und so viel braucht es aus meiner Sicht dazu gar nicht.

Der Steppenwolf von Hesse drückte es so aus (primitiv finde ich seine „Art von Lebenskunst“ nicht):

„Der Tag war vergangen, wie eben die Tage so vergehen; ich hatte ihn herumgebracht, hatte ihn sanft umgebracht, mit meiner primitiven und schüchternen Art von Lebenskunst; ich hatte einige Stunden gearbeitet, alte Bücher gewälzt, ich hatte zwei Stunden lang Schmerzen gehabt, wie ältere Leute sie eben haben, hatte ein Pulver genommen und mich gefreut, dass die Schmerzen sich überlisten ließen, hatte in einem heißen Bad gelegen und die liebe Wärme eingesogen, hatte dreimal die Post empfangen und all die entbehrlichen Briefe und Drucksachen durchgesehen, hatte meine Atemübungen gemacht, die Gedankenübungen aber heut aus Bequemlichkeit weggelassen, war eine Stunde spazieren gewesen und hatte schöne, zarte, kostbare Federwölkchenmuster in den Himmel gezeichnet gefunden.“

Was macht FÜR DICH GLÜCK aus?

 

Photo: Maik Baird