„Ich setzte mich wieder an die Schreibmaschine. Einem Mann die Liebe wegzunehmen war so gut wie Mord, aber mit einer Schreibmaschine konnte er ihn überleben.“
– Jörg Fauser

Wenn Du in dieser Zeit lebst und einen Computer auch nur halbwegs bedienen kannst, gibt es aus meiner Sicht keine Ausrede mehr: Du brauchst einen Blog. Punkt. So wie Du eine Mailadresse und eine Telefonnummer brauchst.

Warum?

Loriot sagte: „Ein Leben ohne Mops ist zwar möglich, aber sinnlos.“

Ich sage: „Ein Leben ohne Blogs ist zwar möglich, aber sinnlos.“

Natürlich nicht komplett sinnlos, Du weißt schon, was ich meine. Ein Blog kann Dir auf so viele Weisen so verdammt viel geben, dass es mich widerwillig schüttelt, wenn ich mir vorstelle, ich müsste meinen aufgeben.

Bereit?

Ab geht’s. Hier sind sie, die Gründe, warum Du unbedingt noch heute mit dem Bloggen beginnen solltest:

#1 Du kannst Dich öffnen und Deine Seele sprechen lassen

Wenn Du bloggst, lernst Du, auf die Stimme Deiner Seele / Deines Herzens zu hören und ihr Ausdruck zu verleihen.

„Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“, schrieb Khalil Gibran.

Mit dem Bloggen ist es nicht anders.

Du kommst dabei ins Zwiegespräch mit Dir selbst. Deine Worte werden Dein Spiegel.

#2 Du lernst Menschen auf Deiner Wellenlänge kennen

Wie viele Menschen hast Du in Deinem Umfeld, die mit Dir auf einer Wellenlänge sind, mit denen Du Dich blind verstehst und denen Du Dich  nach Rückschlägen anvertraust? In Amerika hat nur noch jede(r) Zweite einen „best friend“, einen engen Vertrauten. In Europa ist es, wenn ich mich recht erinnere, noch nicht ganz so schlimm, doch vor allem die Männer können immer weniger auf ein soziales Netz zurückgreifen.

Ein Weg, mehr Gleichgesinnte in Dein Leben zu holen, ist das Bloggen. Ich durfte so schon einige sehr herzliche Menschen kennen lernen, mit denen ich mich zum Teil sehr regelmäßig und sehr privat austausche. Und viele, mit denen es sich vielleicht noch in diese Richtung entwickelt. Das macht mich echt glücklich. Ich fühle mich viel vernetzter, viel weniger allein auf der Welt, wenn ich sehe, wie viele da draußen ähnlich ticken.

#3 Du kannst Stress abbauen

Schreiben ist das beste Ventil, das ich kenne. Für andere mag es Sport sein, Musik hören oder machen, masturbieren, essen, baden oder im Sportfernsehen schauen wie quadratische Männer LKWs ziehen. Aber selbst wenn Dein Favorit die Männer mit den LKWs sind: probier’s aus das Schreiben, schreib alles auf, was Dich belastet. Dein Chef hat Dich heute zur Sau gemacht? Dein Partner oder Kind will nicht mehr Sportfernsehen mit Dir anschauen? Dich nerven die hupenden Drängler auf den Straßen und die drängelnden Hupen und Wampen in den U-Bahnen und Bussen auf dem Heimweg? Schreib alles auf. So kann ein großer Teil des angestauten Drucks aus Deinem Körper auf ein Blatt fließen.

#4 Du kannst die Welt stärker verändern

Mithilfe eines Blogs kannst Du die Welt viel stärker verändern als in 1:1-Kommunikationen. Du kannst Hunderte, Tausende, Fantastillionen von Menschen an Deinen Erfahrungen und Ideen teilhaben lassen. Ein Blog multipliziert Deine Wirkung in der Welt. Einmal aufschreiben, unendlich oft lesbar für alle. Was immer Deine Lebensaufgabe ist: Dein Blog kann Dir helfen, sie zu erfüllen.

Was von dem, das Du erlebt, erlitten, erkannt hast würde die Welt zu einem besseren Ort machen, wenn Du es mit vielen anderen Menschen teilen würdest?

Siehe auch: Warum Du Deine Lebensaufgabe kennen solltest

#5 Du kannst Dich als Experte etablieren

Wenn Du Experte bist, kannst Du das mit Deinem Blog beweisen. Und wenn Du noch keiner bist, kann Dir Dein Blog dabei helfen, einer zu werden. Ganz gleich, ob Du Yogalehrer, Physiotherapeut, Banker, Insektensammler bist oder LKWs ziehst, ganz egal ob angestellt oder selbstständig. Mit einem Blog kannst Du Dich und Deine Erfahrungen zeigen und Renommee aufbauen. Das hilft bei Bewerbungen für einen Job ebenso wie beim Verkauf der eigenen Produkte und Dienstleistungen.

Mein Tierarzt bloggt übrigens auch. Erst so ist er mein Tierarzt geworden.

#6 Du öffnest Türen (und sie öffnen sich für Dich)

Allein in den letzten Tagen und Wochen habe ich verschiedene, mehr oder weniger konkrete Angebote bekommen, zum Beispiel eine Männergruppe in München aufzubauen oder Teil eines Masterminds von Leuten zu werden, die im Internet Geld verdienen. Außerdem hat myMONK mir auch ermöglicht, inzwischen mehr als hundert Yogis und Mönche, Coaches und Therapeuten sowie ehemalige Chefs internationaler Konzerne zu interviewen. Das Ergebnis dieser Interviews ist „Die myMONK-Essenz“, ein kostenloses Ebook.

#7 Du wirst selbstbewusster

Die Kontakte mit Gleichgesinnten und die zunehmende Anerkennung, die ein Blog mit sich bringt, sind Balsam für die Seele in einer Welt, die immer ruppiger, kälter und härter wird. Mir hat myMONK zum Beispiel dabei geholfen, mehr für das einzustehen, an das ich fest glaube. Und auch mehr für mich selbst. In den ersten Monaten von myMONK verwies ich überwiegend auf Artikel von anderen Blogs, für mich war das ein wichtiger Zwischenschritt dahin, selbst Wort zu ergreifen. Seitdem stehen meine eigenen Artikel im Vordergrund, ich verstecke mich nicht mehr hinter den Meinungen anderer. Siehe: Das Ende von myMONK (so, wie wir es kennen).

Selbstbewusstsein macht sexy. Und der leichte „Bühneneffekt“, den das Bloggen mit sich bringt, auch. Menschen, die sich trauen, vor anderen auf einer Bühne aufzutreten, werden als attraktiver wahrgenommen.

Nicht zuletzt macht ein Blog selbstbewusster aus folgendem Grund:

#8 Du baust etwas auf, das Dir niemand mehr nehmen kann

Wenn Du bloggst, dann baust Du etwas auf. Du kannst den Blog pflegen, Du kannst ihn wachsen sehen, Deine Liebe hineinstecken und sehen, wie nach und nach mehr Liebe zurückkommt. Je mehr Du gibst, umso mehr kommt zurück. Bald schon kannst Du etwas erschaffen haben, dass außerhalb von Dir selbst existiert, ein Eigenleben entwickelt. Etwas, dessen Herz schlägt. Und für das Deins schlägt.

Für das Bloggen habe ich eigentlich nur eine Empfehlung an Dich: hole Dir Deine eigene Internetadresse (Domain), also so etwas wie www.DeinBlogName.de und nicht irgendeinen Blog bei Blogspot oder WordPress oder was es sonst so gibt, den Dir der Hoster (Anbieter) jederzeit „stehlen“ (eigentlich gehörte Dir so ein Blog nie) und vernichten kann.

Eine eigene Internetadresse mit Speicherplatz für Deinen Blog gibt’s für ein paar Euro monatlich. Wenn Du an dieser Stelle sparst, kann Dein hart erarbeiteter Blog ohne Grund gelöscht werden. Dann wachst Du morgens auf, willst nachschauen, wer seit Deinem letzten Besuch neu kommentiert hat … und musst feststellen, dass alles weg ist und Du dem Ganzen hilflos ausgeliefert bist.

Ich selbst nutze seit Jahren das Hosting von all-inkl.com und bin mehr als glücklich über die Leistung und Service. Hab nie was anderes ausprobiert, aber bei all-inkl.com inzwischen mehrere Accounts. Wenn Du meinst, die fünf Euro im Monat (womöglich gibt’s das irgendwo noch günstiger) nicht für so etwas ausgeben zu wollen, dann starte einfach einen Blog bei den kostenlosen Anbietern, oft geht das auch gut, solange Du kein Geld damit verdienen willst, aber frei bist Du dann nicht.

Wenn Du einen Blog hast, hinterlasse sehr gern einen Kommentar. Ich würde mich freuen, Dich und ihn kennen lernen zu dürfen.

 

Photo: Pierre Lognoul