
Was sind die Hindernisse, die mir bei Beruf, Hobby und Beziehung im Weg stehen? Hier finden wir keine Lösungen, sondern Ursachen. Die Ursache zu kennen, führt uns zur Lösung.
1: Gier
Wir suchen mit unseren 5 Sinnen nach Reizen, die uns angenehme Momente verschaffen. Kurze Glücksgefühle, die durch selbst erzeugte Stimulationen immer wieder neu belebt werden müssen, da die Stimulation so schnell abnimmt, wie sie entstanden ist – und mit ihr das Glücksgefühl. Das mag beim einen für sexuelle Reize gelten, ein anderer nutzt Luxusartikel, Geld oder Macht als Stimulanz. Oft dienen diese Sinnesreize nur dazu, unangenehme Gedanken zu verdrängen. Da Glücksgefühle nur von begrenzter Dauer sind, jagen wir ständig neuen, stärkeren Impulsen hinterher. Wir schaffen es nicht, den Genuss der vorherigen Stimulanz zu bewahren.
Das was wir verdrängen ist unser Schatten. Wenn wir unsere Schatten nicht bearbeiten, werden sie uns eines Tages einholen.
2: Wut
Wut oder Zorn kann sich gegen Personen, Ereignisse oder Objekte richten. Wer wütend ist, findet immer gute Argumente, diesen Zorn zu rechtfertigen. Die zerstörerische Kraft richtet sich gegen die Menschen, Umstände und Gegenstände, die das Wunschbild zerstört haben. Es geht also um Erwartungen, die an andere gestellt und nicht erfüllt wurden. Richtet sich die Wut gegen einen selbst, bekommen wir so unsere Minderwertigkeits- und Schuldgefühle aufgezeigt. Zorn ist zwecklos. Er entsteht aus unrealistischen Forderungen an unsere Umwelt und an uns selbst.
Wenn wir wütend sind, fragen wir uns meistens:
Was man verdrängt und unterdrückt, wird zu unserem Schatten. Alles was man bekämpft wird stärker. Wir wollen den Schatten nicht wahrhaben, also unterdrücken wir ihn und machen ihn damit nur mächtiger. Erkennen können wir das erst, wenn er ausbricht in Form einer Unbeherrschtheit bis hin zum Amoklauf oder in Form einer Krankheit.
3: Trägheit
Wann hast Du Dich das letzte Mal intensiv um Deinen Partner, Deine Freunde, Deine Hobbys bemüht? Trägheit ist das Gegenteil von Neugierde, Erforschung, Experimentierfreude und der Dankbarkeit, dass Freunde und der Partner immer noch da sind – trotz unserer Fehler. Trägheit ist in uns allen, früher oder später, mehr oder weniger. Trägheit wird am besten durch Zielsetzungen bekämpft. Setze Dir kleine Ziele. Jedes erreichte Ziel, steigert Deine Kraft und die Motivation das nächste Ziel anzupacken. Bleibe neugierig und experimentiere.
4: Rastlosigkeit
Rastlosigkeit ist eine Kombination aus Ruhelosigkeit und Unzufriedenheit. Sie führt uns zur ständigen Fehlersuche. Fehler findet man immer – nichts kann perfekt sein, was der Mensch tut. Hat der Rastlose genug Fehler gefunden, ist es unmöglich für ihn zufrieden und glücklich zu sein, mit dem was er hat. In der Hoffnung irgendwo Perfektion zu finden, richtet sich der Rastlose nach außen. Je mehr er seinen Blick und seine Hoffnung auf die Außenwelt richtet, desto schneller verlässt er seinen inneren Bereich, sein Zentrum. Ruhe findet man aber nur im Zentrum, in sich. Ruhe ist genauso wenig im Außen zu finden, wie Liebe.
Rastlose greifen ihre Mitmenschen oft an, bedauern das aber sehr schnell wieder und bekommen Schuldgefühle. Beim Abbau dieser Schuldgefühle entstehen Aggressionen gegen andere oder sich selbst.
5: Misstrauen
Misstrauische hinterfragen Handlungen, Worte und Fähigkeiten. Sie sind auf der Suche nach Fehlern, um sie dann ihren Partnern oder dem „Leben an sich“ vorzuwerfen. Egal wie sehr sie zu lieben glauben, die Liebe muss vom Thron gestoßen werden. Früher oder später beginnt die Suche nach der Unvollkommenheit. Sinn dieser Suche ist die Ablenkung von den eigenen Fehlern. Hat man die Unvollkommenheit im Außen erkannt, kann mit der Schuldzuweisung begonnen werden. Der Misstrauische ist nicht wirklich in der Lage Beziehungen einzugehen, da ihm seine eigene Unvollkommenheit durchaus bewusst ist. Um sie zu verbergen, kann er nur kurzfristige Partnerschaften eingehen, bevor er entdeckt wird. Natürlich traut er auch dem Leben nicht – er traut der Gerechtigkeit des Universums nicht und ist oft verbittert. Der Misstrauische bleibt letztendlich lieber allein, aber natürlich liegt die Schuld im Außen, weil alles so unvollkommen war.
Das Problem kommt von innen und wir können es nicht anderen Menschen in die Schuhe schieben. Bleibe eine Zeitlang allein. Komme zu der Erkenntnis, dass Du nur misstrauisch bist, weil Du Dir selbst nicht trauen kannst. Vielleicht ist es nur die Angst verletzt zu werden.
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Thomas Pfitzer |
Photo: John Stratford
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