Heute verstehen wir unter Freiheit vor allem, dass wir unsere Wünsche erfüllen können. Ich bin frei, mir dieses Auto oder diesen Urlaub zu leisten (Gott bzw. Bank sei dank). Ich bin frei, jemanden im Club abzuschleppen, weil ich nicht verheiratet bin (oder es mir egal ist). Ich bin frei, wenn ich endlich im Lotto gewonnen und meinen bekackten Job gekündigt habe.

Nennen wir’s: die Freiheit der Millionäre.

Heute haben wir viel von dieser Freiheit, mehr denn je. Trotzdem fühlen sich unheimlich viele von uns unfrei und versklavt. Als würden die Wände näher und näher rücken, der Raum enger werden, die Luft knapper und die Kräfte auch. So viele erfüllte Wünsche, aber nichts davon haben. Wie ein Kind, das nachts im Spielzeugladen eingesperrt ist, aber leider nur depressiv in der Ecke hocken kann.

Vielleicht liegt’s daran, dass uns diese Art der Freiheit allein nicht dafür geeignet ist, uns glücklich zu machen.

Es gibt jedoch noch eine zweite Art: die Freiheit von Wünschen. Oder die Freiheit, nicht auf alle unsere Wünsche anzuspringen. Sie zwar vielleicht hier und da zu haben, sie auch wahrzunehmen, dann aber zu sagen: Ich brauche das nicht. Der Aufwand dafür ist’s mir nicht wert. Ich bin frei, nein zu sagen. Frei, loszulassen und mit dem gut auszukommen, was ich habe.

Nennen wir’s: die Freiheit der Mönche.

Sie hat verglichen mit der anderen wenig Fans und wenig Bedeutung in diesen Zeiten friedloser Befriedigung.

Könnte aber gut sein, dass es die Freiheit ist, die uns wirklich frei macht, wenn wir sie jeden Tag ein kleines bisschen üben.

Mehr unter Warum Du viel freier bist, als Du glaubst und unter Ein kleiner Gedanke von Buddha, der Dein Leben heilen kann.

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