|19. Januar 2013 13:24

12 Anzeichen, dass Du Deinen Job an den Nagel hängen solltest

Manche Jobs machen Freude und sind sinnvoll, manche Jobs weniger, und manche Jobs sind für den Betroffenen die reinste Hölle. Nicht jeder Stunk oder jede unlustige Phase im Büro heißt, dass Du den Job an den Nagel hängen solltest. Aber: wenn Du Dich über lange Zeit quälen musst, um morgens aufzustehen und hinzugehen und dazusitzen und irgendetwas zu arbeiten und Dich zusammenzureißen, dann ist es vielleicht an der Zeit, Dich nach etwas Neuem umzuschauen.

Hier sind zwölf Anzeichen, dass diese Zeit gekommen ist.

  1. Dein Job ist nur ein Job. Wenn Du den Job nur des Geldes wegen tust, schwingen die Alarmglocken bereits wie ein wabbeliger Sumo-Ringer beim Walzer. Du tauschst Deine kostbare wache Lebenszeit gegen Geld? Nur weil das so viele von uns machen, ist es nicht weniger traurig. Ich brauch jetzt mal ein Taschentuch, echt, so traurig ist das. Es mag Phasen im Leben geben, in denen das halbwegs sichere Einkommen eines Jobs wichtiger ist als Leidenschaft und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, aber ich glaube, wir lügen uns oft in die Tasche, wenn wir unsere Verantwortung für die Ernährung unserer Lieben vorschieben, um über Jahre in einem Job zu verharren, nichts ist als das: ein stumpfer Tausch von Lebenszeit gegen (meist viel zu wenig) Geld.
  2. Du bist schlecht, in dem, was Du tust. „Unsere Berufung ist das, wo sich unsere Talente und die Bedürfnissen der Welt kreuzen“ sagte Aristoteles. Wenn Du nicht grundsätzlich gut in und geeignet für Deinen Job bist, bewegst Du Dich weder in der Spur Deiner Talente, noch kannst Du so jemals die Bedürfnisse der Welt treffen. Anstatt auf die Kreuzung zuzusteuern, an der Glücklichsein und Erfüllung auf Dich warten, fährst Du irgendwo in einer Wüste im Kreis, während Du nach und nach mehr und mehr verdorrst.
  3. Jeder Grashalm wächst schneller als Du. Wie hast Du Dich in den letzten zwölf Monaten in Deinem Job weiterentwickelt? Wenn Dir dazu nichts einfällt, dann fällt mir nur ein: ich brauch‘ noch ein Taschentuch, bitte. Das klingt hart, und ist es auch, aber ich glaube, dass wir auch auf der Welt sind, um zu wachsen. Der Beruf ist entweder ein fruchtbarer Boden für unser Wachstum, oder ein Gefängnis, das uns klein hält. Helge Schneider erzählte mal von einem kleinen Babyhai, den er in ein winziges viereckiges Aquarium steckte, der Babyhai wurde ein kleines Stück größer, endete dann aber sehr bald viereckig an die Wände des Aquariums angewachsen. (War nur eine Geschichte, keine Angst.)
  4. Vor die Wahl gestellt würdest Du lieber einem Grashalm beim Wachsen zuschauen, als in die Arbeit zu gehen. Deine Arbeit ödet Dich an? Dir reißt es die Augenlider nach unten, wenn Du vor dem Monitor hockst? Glaubst Du, das wird irgendwann besser – wie um alles in der Welt sollte es das denn?
  5. Du gehst häufig aufs Klo, um auf Deinem Handy zu zocken oder im Netz zu surfen. Klopapier haben meine Aufenthalte auf der Büro-Toilette deutlich weniger in Anspruch genommen als Zeit. Bei mir war’s das Surfen auf Blogs rund um Persönlichkeitsentwicklung und das Spielen eines Autorennspiels auf meinem damaligen Android-Handy. War das ein Spaß. Bis ich doch wieder zurück an den Schreibtisch musste.
  6. Deine Wochenenden fühlen sich an wie drei Stunden, die Tage dazwischen wie drei Monate. Meine Wochenenden fühlten sich auch deswegen so kurz an, weil sie schon am Sonntag endeten: der letzte Tag der Woche war bereits dunkel überschattet vom drohenden, nicht aufzuhaltenden Montag. Heute macht mir meine Arbeit so viel Spaß, dass die Zeit unter der Woche in Schallgeschwindigkeit zu verfliegen scheint.
  7. Deine Werte und Prioritäten werden in Deinem Job vergewaltigt. Du bist gezwungen, Dinge zu tun, die Du für falsch hältst? Leuten Sachen andrehen, die sie nicht brauchen, Leuten Sache verwehren, die sie unbedingt brauchen? Dein Karma rächt sich im gleichen Moment dafür. Vielleicht für lange Zeit nur in Deinem Unterbewusstsein klagend und nagend, ganz sicher aber mit langfristigen Folgen.
  8. Dein Chef oder Deine Kollegen stinken (Dir). In der Zeitung habe ich von einem Fall gelesen, in dem ein Arbeitnehmer gegen seine Abmahnung klagte: ihm wurde von der Belegschaft vorgeworfen, bis zu achtmal täglich atemluftabschnürende Gase im Büro zu verbreiten. Er verlor, die Abmahnung war gültig. Gegen die vielen geistigen Furze, die schlechte, dröge, pessimistische, unfreundliche Luft am Arbeitsplatz kann man sich in der Regel kaum wehren. Dabei vergiftet sie uns noch viel mehr.
  9. Du wirst nicht ausreichend wertgeschätzt. Zu wenig Geld, zu wenig Anerkennung für zu viel harte und / oder öde Arbeit? Der Tag, an dem ich als Student in einer Internetagentur mit meinem Arbeitsgerät in den Keller verlegt werden sollte, war der letzte Tag für mich in diesem Unternehmen. Ja, ich brauchte das Geld eigentlich dringend, aber noch dringender brauchte ich eine neue Stelle, in der ich angemessen behandelt wurde.
  10. Du bist häufig krank. Mein Körper protestierte lautstark auf die Studentenjobs und den Vollzeitjob, die mir nicht lagen – nur im Magen. Wenn Du immer häufiger erkältet oder in anderer Form angeschlagen bist, fleht Dein Organismus Dich damit vielleicht an: keine weiteren Anschläge, bitte! Von Tinnitus, Magengeschwüren, Burnout oder Depressionen ganz zu schweigen.
  11. Du hast Deine Hobbies aufgegeben und triffst Deine Freunde immer seltener. Meine Erfahrung deckt sich mit der vieler anderer, von denen ich weiß, dass der Scheißjob nicht etwa dazu führte, dass man das Privatleben dafür umso lebendiger gestaltet, sondern dass auch Hobbies und Freundschaften absterben, wenn beruflich keine Freude blüht.
  12. Du hast auf diesen Artikel geklickt (in der Arbeit).

Jedes einzelne dieser Anzeichen kann Grund genug sein, die Segel zu streichen und Dich zu neuen Ufern aufzumachen. Wenn Du Dich in mehreren oder allen Aussagen wiederfindest, dann … scheiße, dann ist es wirklich höchste Eisenbahn. Du hast keine Garantie im Leben. Nicht mal darauf, dass Du noch X Jahre lebst. Mach, was Du liebst. Und es ist fast egal, wann Du stirbst (zumindest für Dich). Wie Thomas Pfitzer gestern schrieb: „Die Frage ist nicht, wann wir das uns geborgte Leben wieder abgeben müssen, sondern in welchem Zustand es dann ist.“

Nie wieder ein Job?

Für mich kommt ein Job grundsätzlich nicht mehr in Frage. Ich habe meinen ersten Fulltime-Job nach dem Studium nach 7 Monaten hinter mir gelassen, und ich wusste: nie wieder.

Für mich gibt es vier Kriterien an einen Beruf:

  • Er muss Spaß machen und mir liegen (jetzt: v.a. das Schreiben).
  • Ich muss ihn als sinnvoll empfinden (jetzt: myMONK und andere Internetsachen, die Menschen helfen).
  • Ich kann etwas aufbauen (jetzt: unser Unternehmen, gemeinsam mit meinem Geschäftspartner).
  • Ich bin frei. Ich kann stark überwiegend das tun, was ich will, es dann tun, wann ich will, und es dort tun, wo ich will (jetzt: ich kann vom Strand Thailands arbeiten oder in München, tagsüber oder nachts, und die Tätigkeiten überwiegen, die an sich schon eine Belohnung für mich sind).

So lange schon träumte ich vom eigenen, internetbasierten Unternehmen, das diese vier Kriterien für mich erfüllt. Und doch hatte mich der Druck der Norm in ein Angestelltenverhältnis als Unternehmensberater gezwängt, gutes Geld zu verdienen, Sicherheit und einen netten Eintrag im Lebenslauf zu haben. Gott sei Dank konnte ich mich doch relativ schnell wieder befreien und endlich das tun, wofür mein Herz schlägt.

Vielleicht geht’s Dir ähnlich, und Dein Neuanfang spielt sich gleich auf selbstständigem, freiem Boden ab. Dann könnte der Artikel 13 Gründe, niemals einen Job anzunehmen Dich weiter darin bestätigen.

So oder so, angestellt oder selbstständig:

Hätte ich einen Wunsch frei an Dich, lieber Leser, es wäre: hör auf Dein Herz, hör darauf was es spricht und vertraue ihm. Du wirst Dein Leben und die Welt damit so viel besser machen.

 

 

Photo: Tony Fischer

27 Kommentare

  • ich liebe meinen job…seit 12 jahren…und geld…verdiene ich dabei auch..nicht viel , aber genug zu überleben…ich fühle…dieser job…ist meine bestimmmung!

  • ganz toller Artikel – spricht mir soo sehr aus der Seele

    danke dafür!! :)

  • Sehr gut und von was werde ich leben, meine Miete bezahlen und sonstige Kosten die eine zivile Gesellschaft von mir nun mal fordert?????????
    Ich würde sofort gehen, aus dem Job und aus dem Land, aber ich habe auch Verantwortung einigen Menschen gegenüber und bin leider finanziell nicht so unabhängig wie es ein aussteigen erfordern würde……………
    Ich habe auch andere Ideen die mich glücklich machen würde, nur ohne Kapital ist nichts zu wollen………

    • Hi Franciska,

      danke für Deinen Kommentar. Ich vermute, dass Du den Text nicht ganz gelesen hast, ich selbst neige zwar dazu, keine Festanstellung mehr zu wollen, im Artikel geht’s aber – ob selbstständig oder angestellt – darum, eine neue Einkommensquelle zu suchen, wenn die alte nicht für einen passt.

      Mir ist bewusst, dass auch ein Arbeitgeberwechsel nicht immer einfach ist, dass es Lebenssituationen gibt, in denen man die neue Stelle / Einkommensquelle besser in Sack und Tüten hat, bevor man das Alte hinter sich lässt.

      Trotzdem glaube ich, dass (fast) niemand an eine bestimmte Arbeitsstelle gefesselt ist. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass der eine oder andere das sichere Gefühl hat, daran gefesselt zu sein – dann ist er es praktisch natürlich auch.

      Was das Kapital anbelangt: wenn Du einen Businessplan hast, der für Banken Renditen verspricht, ist auch das nicht unmöglich.

  • Hallo Tim

    Vielen Dank für diesen Text und all deine anderen Artikel. Ich lese deine Blog-Einträge regelmässig und bin immer gespannt auf die nächsten.

    Ich habe meinen letzten Job nach drei Monaten wieder gekündigt, weil er mich unglücklich machte und mir alle positive Energie raubte. Obwohl die äusseren Bedingungen stimmten (Lohn, Arbeitsweg, Kollegen…), gefiel mir die Stelle nicht. Der Kopf sagte mir ich solle bleiben, wegen dem Geld und der Sicherheit, doch mein Herz gab mir den Mut einen neuen Weg einzuschlagen.

    Nun arbeite ich in einem Bistro, für weniger Geld, aber der Job macht mir Spass. Nebenbei mache ich mich als Farbdesignerin selbstständig und verwirkliche so meinen Traum. Ich bin meinem Herzen gefolgt und es fühlt sich so richtig an :-).

    Kennst du das Buch „Shiro – das grosse Wagnis“?
    Ein Buch, das hilft seinen eigenen Lebensweg zu finden – eines meiner Lieblingsbücher.

    • Hi Adina,

      vielen lieben Dank, dass Du myMONK etwas von Deiner Zeit schenkst.

      Deine inzwischen vergangene Lage kommt mir sehr bekannt vor – auch bei mir stimmten die äußeren Faktoren des Jobs grundsätzlich schon gut (auch inkl. des Arbeitswegs :) ). Glückwunsch zu Deiner Entscheidung, auf Dein Herz zu hören. Ich bin sicher, dass sie sich vielfach auszahlt.

      Liebe Grüße

      Tim

      P.S.: Danke auch für den Buchtipp, hab mir die Sache gleich mal auf die amazon-Merkliste gepackt.

    • Liebe Adina

      Hier schreibt Andreas Dudas, der Autor von Shiro – das grosse Wagnis. Merci vielmals für Dein Feedback. Auf Grund vieler positiver Feedbacks auf das Buch haben wir am 22.3.2013 die BE SHIRO Stiftung gegründet. Wir suchen Menschen, die Ihren Weg gehen. Wir haben angefangen, aussergewöhnliche Geschichten zum Thema “Geh Deinen Weg” zu verfilmen und auf der website http://www.be-shiro.org zu veröffentlichen. Bitte melde Dich doch, wenn Du Interesse hast. Liebe Grüsse aus der Schweiz.

  • Hallo Tim,

    vielen, vielen Dank für diesen Artikel und überhaupt für dein ganzes Engagement! Besonders Punkt 12 hat mich erstmal schunzeln lassen…

    Ich brauche wohl noch ein wenig Input, aber: I’m on my way now… ;-)

    Vielen Dank!

  • Hi Carmen, dankeschön! :))

    Wenn Du in der Arbeit Zeit für Input hast, hast Du dort vielleicht auch Zeit für Output – in Form von Gedanken und Plänen und den nächsten Schritten auf Deinem Weg.

    Liebe Grüße

    Tim

  • Als den Artikel gelesen habe bin ich RICHTIG ! erschrocken…..bei mir treffen alle Punkte zu! ich nehme mal an akuter Handlungsbedarf! und Adina…ich finde das sehr cool von Dir—-

  • Hi Alex, ohje, ein Volltreffer! :)) … wäre der Weg von Adina nicht auch was für Dich?

  • Hihi, Punkt 12 war eben am einleuchtendsten :-), aber ich bin auch schon dabei, neben dem Input persönliches Output während der Arbeitszeit zu generieren (weil es eben die Arbeit zulässt :-(

  • Oh man, was für ein passender Artikel.

    Ich fand meinen früheren Job auch echt zum kotzen.

    Bei vielen Punkten musste ich echt schmunzeln.

    * Ja, ich war damals auch echt schlecht in meinem Job. Hahaha…
    * Und ja, ich bin echt oft auf’s Klo gegangen, um auf dem Handy irgendwelche Spiele zu zocken, die ich eigentlich in meiner Freizeit nie gezockt hätte.
    * Meine Wochenende waren so kurz, ich konnte es kaum glauben.
    * Ich habe meinen Chef und meine Kollegen echt gehasst und bin froh, niemanden von denen mehr sehen zu müssen.

    • Hey Michel,

      dankeschön für Deine Zeilen und Erfahrungen. Es freut mich immer wieder zu lesen, wenn Menschen ihren eigenen Weg gehen (sei es in der Selbstständigkeit oder im Angestelltendasein), sich trauen und mit einem so viel besseren Lebensgefühl belohnt werden. Danke, dass Du das mit uns teilst!

      LG

      Tim

  • Hallo Tim!
    Was soll ich dazu noch sagen…ich bin auf dem Weg zu meinem neuen Leben!

    Aber bevor ich das tat brauchte ich zuerst
    - einen BurnOut
    - einen Bandscheibenvorfall
    - einen Nervenzusammenbruch
    - viele viele Erkältungen und grippale Infekte
    - chronische Müdigkeit, Gereiztheit so wie Launenhaftigkeit
    - und zum Schluss noch einen Tumor so groß wie ein Babykopf

    Ich wünsche allen Leser, dass euch dies erspart bleibt!
    Folgt eurem Herzen! Tut nur das, was ihr Liebt!

    Viele von euch mögen jetzt sagen “Aber ich habe eine Familie zu ernähren”…das habe ich auch. Und genau deswegen habe ich noch einen Termin um die finanzielle Seite ab zu klären. Es gibt IMMER einen Weg. Wichtig ist nur: fangt damit an! Und zwar sofort! Nicht erst morgen oder nächste Woche, nach dem Urlaub, nächstes Jahr…wer weiß ob ihr dann überhaupt noch lebt.

    Ich danke Gott, dass
    - ich immer noch lebe (oder soll ich besser sagen: wieder lebe statt nur zu funktionieren)
    - ich endlich den Mut gefunden habe meinem Herzen zu folgen
    - es auch für mich einen Weg gibt so zu leben wie ich möchte

    • Danke für das offene statement… mir ging es ähnlich, wobei ich kurz vor dem Burnout die Notbremse ziehen konnte… besser: ich wurde ausgebremst… vom Leben…

      Jetzt bin ich dabei, die BALANCE zu finden… das ist das Zauberwort… und SELBSTFÜRSORGE…
      wenn ich nicht gut für mich sorge, kann ich auch nicht für andere sorgen…

      Die Balance zu finden geht auch nicht von jetzt auf gleich… das ist Prozessarbeit… Ziel-Korrektur-Ziel-Korrektur… man kann das aber auch spielerisch angehen… ;-)

      Man muss ja nicht gleich den Job hinwerfen… vor allem, wenn man noch nicht genau weiß, was man machen will…

      …vielleicht Stunden reduzieren… in den freien Stunden sich ausprobieren… (das mach ich ab August :-))
      … sich nebenberuflich weiterqualifizieren….
      … sich neu bewerben… Marktwert testen…
      … sich persönlich weiterentwickeln… Seminare…Coachings… etc. … ich habe eine Coachingausbildung gemacht… FÜR MICH!..

      Love it… change it… or leave it…
      Manchmal reicht es auch, die persönliche Einstellung zu den Dingen zu ändern :-)

  • Außer Punkt 2 trifft bei mir alles zu… Es passen irgendwie nicht mal die Äußeren Rahmenbedingen (Leiharbeiter, 140km Fahrtweg pro Tag, miese Kollegen)

    Für mich ist es aber irgendwie ein no-go meinen Job einfach hinzuschmeißen. Denn über allem steht meine Familie, die ernährt werden muss und mit der ich mir nette Tage an Urlaubstagen, Wochenenden und nach Feierabend machen möchte.

    Trotzdem bin ich auf meinem Weg.
    Gerade in den letzten Wochen habe ich einige vielversprechende Kontakte knüpfen können.

    Super Beitrag, ich werde definitiv öfter vorbei schauen! Meine Motivation ist durch dich extrem gestiegen! Danke Tim!

    • Hey Patrick,

      11 von 12 Punkten sind doch schon mal super! ;)

      Deine Rahmendaten klingen erst mal ziemlich bekackt, das stimmt wohl. Aber: er sichert das Einkommen für Deine Familie, und es ist schön zu lesen, dass Du da so klare Prioritäten hast.

      Ich an Deiner Stelle würde den Job auch auf keinen Fall einfach schmeißen, wenn ich die Verantwortung für andere hätte. Aber das heißt ja nicht, dass Du nicht nebenbei einen Weg finden kannst, der Dich selbst glücklicher macht als der aktuelle Job.

      Wünsch Dir alles Gute – und freu mich auf erneuten Besuch von Dir hier! :)

      LG

      Tim

  • Hallo Tim,

    toller Artikel. Spricht mir momentan direkt aus dem Herzen. Ich kann bei jedem einzelnen Punkt den du aufzählst mein Servus drunter setzen. Es ist fürchterlich. Ich habe einen super Job (von außen betrachtet) das Geld ist ganz ok. Seit ein paar Wochen sitze ich nun in der Arbeit und machen so gut wie nichts mehr. Bin komplett lustlos und unmotiviert. Nur noch das Nötigste wird erledigt. Den Rest der Zeit verbringe ich im Internet und lese mir Berichte von Menschen durch denen es so geht wie mir (was erschreckend viel ist!) Es fühlt sich an wie ein Knast. Jeden Tag gehst du hin und sitzt deine Zeit ab. Ich kann mich eigentlich über nichts beschweren. Chef nett, Kollegen nett. Aber ich lebe von Wochenende zu Wochenende. Es ist, als gäbe es zwei Ausgaben meiner Selbst. Einmal die Person unter der Woche und dann ist da noch die zweite Person die am Wochenende hervorkommt. Es ist grausam. Das schlimme ist, man bekommt mit der Zeit schon Schuldgefühle, weil man auf der Arbeit nichts mehr macht.Aber es geht einfach nicht, es ist wie ein Auto ohne Sprit. Bin momentan auch dabei mein Leben umzukrempeln. Mir dauert das alles viel zu lange und ich habe auch ehrlich gesagt Angst, vorübergehend einen Job anzunehmen der wenigstens meine Fixkosten deckt. Aber wenn ich könnte – ich würde am liebsten in dieser Sekunde losstürmen und kündigen. Aber danach? Was mach ich danach? Fahr nach Hause, mach mir nen Kaffee und denk mir scheiße – und jetzt? Ist das alles kompliziert. Warum kann man nicht einfach mit einer so großen Passion auf die Welt kommen, damit sie dich durch dein Leben leitet. Zum Beispiel ein Pilot – ich denke der hat sein Leben lang darauf hingefiebert endlich Pilot zu werden. Nicht der Klassiker “och, ich weiß gar nicht was mir so richtig Spaß macht. Früher hab ich mal Gitarre gespielt oder war im Fußball. Aber das war auch nichts Richtiges”

  • Da kommen mir viele Punkte bekannt vor. Ich hatte auch einen gut bezahlten Job, der mich immer unglücklicher machte. Zum Glück machte er mich so unglücklich, dass ich mir endlich ernsthaft Gedanken darüber machte, was ich wirklich machen möchte und meinen ganzen Mut zusammenfasste und kündigte. Ich habe mich völlig neu orientiert und auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Ich setze das um, was mir Freude bereitet. Das merken auch meine Kunden. Und seitdem ich mich von meinem ungeliebten Job verabschiedet habe, haben sich viele Türen geöffnet, die ich vorher gar nicht wahrgenommen hätte. Ich wohne alleine und hab auch eine Menge Fixkosten zu decken. Dank der Möglichkeit von Bildungskarenz und Arbeitslosengeld wird einem jedoch wirklich viel ermöglicht (zumindest in Österreich) und seitdem schätze ich unser Sozialsystem sehr viel mehr, da es wirklich viel Unterstützung gibt um neu durchzustarten. Und das know how meines ersten Bildungsweges und Jobs kann ich jetzt gut für mein Unternehmen brauchen. Nichts passiert ohne Grund und es kommt alles zur richtigen Zeit. Hätte man mir alle Möglichkeiten zwei Jahre früher präsentiert – ich hätte sie nicht genutz. Da ich noch nicht bereit dafür war. Das Leben ist ein Lernprozess – auch das sollte man schätzen und vor allem genießen. Ich habe keine Ahnung wie mein Leben nächstes Monat oder in zwei Jahren aussieht und genau das macht es auch spannend. Ich bin raus aus dem Hamsterrad und (er)LEBE wieder!

    Augen schließen und in sich hinein spüren. Dann bekommt man auch die beste/richtige Antwort!

    • Hi Sandra,

      ich hab das auch so erlebt: es war ein Glück für mich, dass ich SO unzufrieden war. Sicher hätte ich irgendwann trotzdem was geändert, aber weil mich das Angestelltendasein so mega angekotzt hat, hatte ich deutlich mehr Drive.

      Außerdem find ich’s toll, dass Du auch ein gutes Wort einlegst für den Staat, der bei einer Existenzgründung zum Teil echt signifikant unter die Arme greifen kann (auch in Deutschland, selbst wenn das in meinem Fall nicht so war).

      Also dann: viel Freude auf den nächsten Metern jenseits des Hamsterrads! :)

      Liebe Grüße

      Tim

  • Vorsicht – oft kommt die Unzufriedenheit im Job von der Unzufriedenheit aus einem Selbst. Liebe und Selbstliebe als Stichwort. Vieles spiegelt sich im Aussen, was in uns selbst nicht passt.
    Bevor man also Kündigt, lieber mal schauen, ob man sich noch selbst liebt und mit sich selbst zufrieden ist. Wenn nein, macht es auch Sinn, erstmal zu schauen, woher das kommt.

    Sonst wird´s mit dem nächsten Job nicht besser.

    • Hallo Heiner,

      stimmt. Man sollte seine Motive für einen Wechsel genau anschauen und hineinspüren. Und klar kann man am Ende in jeder Situation eine Zufriedenheit entwickeln, weil sie von innen kommt. Aber: mir hat es unheimlich gut getan, den Job an den Nagel zu hängen. Zum Beispiel schon allein deswegen, weil ich erst seitdem Zeit habe, mich mit mir und meiner Zufriedenheit gründlich auseinanderzusetzen.

      Liebe Grüße!

      Tim

  • Hallo Tim,
    sehr interessant, dass ich deinen Artikel entdecke, nachdem ich heute morgen mit einem Coaching-Programm zur Selbständigkeit begonnen habe.
    Ich wünsche mir einerseits die Selbstbestimmtheit, Leichtigkeit und Offenheit, der Veränderung und gleichzeitig kommt da immer wieder eine Angst auf…du weißt schon, die liebe Sicherheit! Mit Kind und Kegel nicht ohne und trotzdem, davon bin ich überzeugt, gut machbar. Ich bin gespannt und freu mich auf meine Veränderung und bald Selbständigkeit :-)
    Herzliche Grüße

    • Hi Stefanie,

      klingt interessant! Glückwunsch zu Deiner Entscheidung, die Dinge anzupacken!

      Dieses Coachingprogramm … ist das eine Online-Sache oder ein Buch oder ganz und gar “offline”? Will gar nicht genau wissen, welches Angebot Du nutzt, aber ich fänd die Richtung interessant!

      LG

      Tim

      • Hallo Tim,
        ich beende bald eine systemische Coaching-Ausbildung.
        Auf meinen Wunsch hin, hat ein Mit-Auszubildender einen (bis jetzt) email-Kurs entwickelt, den ich für mich durchführen und für ihn reflektieren werde. Er wird fachliches und rechtliches Wissen, sowie Spirituelle- und natürlich systemische Coaching- Elemente beinhalten.
        Sein Ziel ist es den Kurs später zu vermarkten.
        Die erste Übung heute, war sehr spannend, aufschlussreich und ging mir mit Freude von der Hand.
        Ich bin gespannt, wie es weiter geht….
        Liebe Grüße

        Stefanie
        P.S. falls du weitere Fragen hast, immer gerne :-)

  • 12 von 12 Punkten, chronische Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre. Und das trotz Heimarbeit und gutem Geld. Ein riesen Berg Schulden aus Hausbau, drei kleine Kinder und eine Trennung zwingen mich Tag für Tag, Geld zu verdienen, so hohe fixe Kosten. Ich kann nicht mehr. Habe mich um anderen Job bemüht und die Stelle wurde mir angeboten, aber ohne Home Office, mit gleichem Druck, dazu in einem Fachgebiet in das ich mich erst einarbeiten muss. Jetzt hab ich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Dieser Druck kostet die komplette Kraft. Der Weg führt wohl eher zu mir selbst, so an mir zu arbeiten, dass einem dieser Druck nichts mehr ausmacht.

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